Leider bin ich erst sehr spät zur Naturheilkunde gekommen. Anlass war ein Umzug aus beruflichen Gründen. Um nicht Abend für Abend allein zu verbringen, suchte ich Anschluss in meinem neuen Wohnort. Die erste Anlaufstelle bot sich im Veranstaltungskalender der Stadt. Ich habe mich immer gern in der Natur aufgehalten. Deshalb wählte ich unter den Angeboten eine Heilpflanzenwanderung aus. Ich hätte nie gedacht, dass mich das Bestimmen und Sammeln von Pflanzen so faszinieren könnte, doch ich wiederholte die Wanderung mehrfach im Lauf der Jahreszeiten und lernte so immer mehr Kräuter kennen, die ihren jeweils ganz eigenen Zeitpunkt zum Gedeihen hatten. Bald las ich auch Bücher zu dem Thema und wechselte den Hausarzt, um von einem Mediziner betreut zu werden, der naturheilkundlichen Maßnahmen offen gegenüberstand. Im Lauf der Zeit erweiterte sich mein Interesse noch zu anderen naturheilkundlichen Verfahren und Möglichkeiten. Das sollte mir bald von Nutzen sein.
Natürlich hatte ich gehört, dass Allergien allgemein auf dem Vormarsch sind, sah mich aber nicht betroffen. Immerhin war ich schon jenseits der Vierzig und hatte damit nie Probleme gehabt. Doch dann kam ein Frühjahr, in dem ich mich wie zerschlagen fühlte. Ich litt unter einer verstopften Nase und teils heftigen Niesattacken. Ich war davon überzeugt, mir eine Erkältung zugezogen zu haben, und bereitete mir wie üblich heiße Zitrone zu und inhalierte mit Salzwasser. Das sollte den Infekt im Keim ersticken.