Naturheilkundlicher Rat

Fettleber – Ist eine Rückbildung möglich?

Dr. med. Volker Schmiedel

Ich (63 Jahre, m.) ernähre mich vegetarisch mit viel Obst, rauche nicht und fahre regelmäßig Fahrrad. Leider habe ich ein paar Kilos zu viel auf den Rippen (92 kg bei 1,74 m). Nach einer Routine-Blutuntersuchung fragte mich mein Hausarzt, wie viel Alkohol ich denn trinken würde. Ich war entsetzt, denn im Sommer trinke ich höchstens drei Weizenbier und im Winter drei Glas Rotwein – pro Woche. Der Hausarzt meinte, dass meine Leberwerte auf beginnende Schäden hinweisen. Wie sehen Sie meine gesundheitliche Situation? Habe ich eine Fettleber mit der Gefahr, dass sie sich zu einer Leberzirrhose entwickelt? Muss ich wirklich ganz auf Alkohol verzichten?

Hier meine Blutwerte, in Klammern die Optimalwerte: Gamma-GT 63 (kleiner als 60), GOT 48 (kleiner als 52), GPT 95 (kleiner als 50), AP 108 (62–176), Gesamtcholesterin 188 (kleiner als 200), LDL 148 (kleiner als 150), HDL 30 (größer als 50), Trig-lyzeride 290 (kleiner als 150).

Die Konstellation Ihrer Werte ist nicht optimal. Zu panischen Reaktionen besteht aber kein Anlass. Dennoch sollten Sie Ihren Lebensstil überdenken.

Zunächst die gute Nachricht: Die Erhöhung Ihrer Leberwerte ist nur zu einem geringen Teil dem Alkohol geschuldet. Wir sehen, dass der auf Alkohol besonders sensible Wert Gamma-GT nur minimal erhöht ist. Die Leberwerte GOT und GPT sind normalerweise etwa gleich hoch. Ist die GOT wesentlich höher als die GPT, spricht dies für den Alkohol als Ursache. Ist jedoch die GPT deutlich höher als die GOT – wie bei Ihnen der Fall – liegt die Ursache eher in Ihrem Übergewicht. Der Leber-Gallen-Knochen-Wert AP (Alkalische Phosphatase) ist völlig normal, sodass ein Gallenstau (Cholestase) oder eine Autoimmunerkrankung von Leber oder Galle sehr unwahrscheinlich sind.

Des Weiteren weisen Ihre Blutfette (Lipide) auffällige Werte auf. Das Gesamtcholesterin und die Unterfraktion LDL-Cholesterin befinden sich zwar im Normalbereich. Das „gute HDL“ ist aber recht niedrig, sodass sich ein ungünstiger LDL/HDL-Quotient von fast 5 ergibt (normal kleiner als 3). Gleichzeitig sind die Triglyzeride mit fast 300 nahezu doppelt so hoch wie der Normalwert. Die Kombination von hohen Triglyzeriden mit niedrigem HDL finden wir besonders häufig beim metabolischen Syndrom. Dabei liegen Übergewicht, eine Fettstoffwechselstörung, Bluthochdruck und eine gestörte Glukosetoleranz vor. Das Zusammenspiel dieser Risikofaktoren erhöht die Gefahr für Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall ganz enorm. Ich möchte Ihnen keine Angst machen, aber überprüfen Sie Ihren Blutdruck, gegebenenfalls auch durch eine 24-Stunden-Langzeitmessung, sowie Ihren Zuckerspiegel. Eine einfache morgendliche Messung hat aber wenig Aussagekraft. Sensibler für einen beginnenden Krankheitsverlauf einer gestörten Glukosetoleranz sind die Werte nach dem Essen (postprandial) – am besten nach einer großen kohlenhy-dratreichen Mahlzeit – sowie der Langzeitblutzuckerwert HbA1c oder ein Glukosetoleranztest (mehrfache Glukosemessung nach Einnahme von 75 g Glukose) …


Aus der naturheilkundlichen Praxis

Bei Hitzewallungen Wärmezufuhr drosseln

Anita Kraut, Heilpraktikerin
Wasserkaraffe und Glas

Wechseljahresbeschwerden sind an und für sich nichts Ungewöhnliches. Für die 52-jährige Rosalia K. (Name geändert) hatten sie jedoch das Maß des Erträglichen weit überschritten. „Seit etwa einem Jahr habe ich Hitzewallungen“, erzählte sie. „Tag und Nacht!“ Im Laufe der Zeit habe sich deren Frequenz auf bis zu 50-mal pro Tag gesteigert. Frau K. arbeitete an der Rezeption eines Hotels, und es war ihr wegen des Kundenkontakts sehr unangenehm, wenn, wie sie selbst es ausdrückte, „die Schweißperlen auf meiner Stirn stehen, und ich einen roten Kopf habe“.

Nachts verließ sie bei jeder Hitzewallung fluchtartig das Bett und stellte sich auf den Balkon – egal zu welcher Jahreszeit. Wenn sie nach wenigen Minuten wieder fror, kroch sie zurück unter die noch warme Decke. Oft musste sie sich aufgrund der Schweißbildung auch umziehen.

Behandlung schlägt zunächst nicht an

Frau K. nahm keinerlei Medikamente ein, lebte in einer guten Partnerschaft und liebte ihren Beruf. Ihre Ernährung war ausgewogen und meist mit lokalen Bioprodukten selbst gekocht. Durch das starke und häufige Schwitzen hatte sie allerdings ständig Durst und trank bis zu vier Liter täglich. Sie wünschte sich vorrangig eine naturheilkundliche Behandlung. Falls das aber nicht möglich sei, würde sie in ihrer Verzweiflung nun auch auf Hormone zurückgreifen …

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Was mir geholfen hat

Meister Zufall half bei Therapie von Durchfällen

Evelyn Meier
Sauerkraut im Glas

Oft schon kurz nach den Mahlzeiten litt Evelyn Meier (Name geändert) unter Durchfall. Mit detektivischem Gespür suchte sie nach den unverträglichen Nahrungsmitteln. Eindeutig reagierte sie auf Sauerkraut, Räucherfisch, Käse, Rotwein, Walnüsse und vieles mehr. Als Nervenschmerzen sie zum Arzt führten, endeten mit einer Vitamin-B-Behandlung auch ihre Durchfälle.

Gerne genieße ich schmackhafte Speisen. Doch nicht selten folgte der Mahlzeit ein Durchfall mit Magenbeschwerden, meist schon eine Viertelstunde später. Mit detektivischem Gespür versuchte ich herauszufinden, auf welche Nahrungsmittel und Gerichte mein Verdauungssystem mit Unverträglichkeit reagierte. Eindeutig gehörten Sauerkraut, Räucherfisch, Käse und Rotwein dazu. Ich versuchte diese zu meiden, doch auch zahlreiche andere Leckereien lösten Durchfälle aus. Darauf konnte ich mir keinen Reim machen.

Gabe von B-Vitaminen beendete Durchfälle

Dann führten mich eine Kniegelenksentzündung und Nervenschmerzen in die Praxis einer naturheilkundlich orientierten Ärztin. Bei der Blutanalyse fielen zu hohe LDH-Werte auf. LDH (Laktasedehydrogenase) ist ein wichtiges Enzym im Energiestoffwechsel der Zellen von Herz, Leber und Nieren. Erhöhte Werte im Blut weisen auf geschädigte Zellen und verschiedene Erkrankungen hin, aber auch auf einen Mangel an Vitamin B12 und Folsäure. Letztlich empfahl mir die Ärztin Vitamin B12 (Cobalamin), Vitamin B9 (Folsäure), Vitamin B6 (Pyridoxin) sowie Kurkuma-Kapseln. Da Leber reich an Vitamin B12 und B6 ist, bereitete ich mir regelmäßig frische Kalbsleber zu. Meine Nervenschmerzen verzogen sich und mir fiel auf, dass auch die Durchfälle ausblieben. Mein Verdauungssystem schien sich zu beruhigen …

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Aus der ärztlichen Praxis

Bestanden! Angst vor Prüfungen überwunden

Dipl.-Biol. Peter Emmrich M.A., Facharzt für Allgemeinmedizin
Christrose

„Ich weiß nicht mehr, was ich noch machen soll.“ Der 26-jährige Jurastudent Holger F. war verzweifelt. Er stand unmittelbar vor dem zweiten Staatsexa-men und kam völlig verzagt in die Praxis, weil er beim ersten Anlauf durchgefallen war. „Ich hatte mich doch so gut vorbereitet: ein ganzes Jahr auf Urlaub verzichtet, keine Partys mehr besucht. Und habe nur noch gelernt, um endlich den Abschluss zu schaffen. Aber im entscheidenden Moment der Prüfung überfiel mich auf einmal die Panik.“

Panik blockiert Körper und Geist

Als Holger vor dem Prüfungsbogen saß, wurde ihm plötzlich ganz heiß, und alles drehte sich vor seinen Augen. Er musste sich am Tisch festhalten, damit er nicht aus der Bank kippte. Der Inhalt sämtlicher Gesetzesbücher wirbelte durch sein Gehirn, und an nichts konnte er sich wirklich erinnern. Ihm war hundeelend, und er glaubte, sein letztes Stündlein habe geschlagen. Wie lange dieser Zustand angehalten hatte, konnte er beim besten Willen nicht mehr sagen, als er nun wie ein kleines Häufchen Elend vor mir saß. Die Furcht hatte jegliches Zeitgefühl zum Erliegen gebracht.

In acht Wochen stand nun die Wiederholungsprüfung an, und je häufiger er an die erste Erfahrung zurückdachte, desto größer wurde die Panik vor einem erneuten Scheitern. Er wollte es auf alle Fälle schaffen. Dafür hatte er auch täglich durchschnittlich 6 bis 8 Stunden gelernt – mehr als je zuvor. Wenn seine Freundin ihn zu Hause abhörte, konnte er fast alle Lerninhalte korrekt wiedergeben. Nur im Stress der Prüfungssituation schienen ihm die Nerven zu versagen. Zu allem Überfluss setzte ihn auch noch sein Vater unter Druck, der ihn fast wöchentlich fragte, wann er denn nun endlich fertig sei, damit er in seiner Kanzlei mitarbeiten könne.

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Was mir geholfen hat

Halswirbelsyndrom – schmerzfrei durch Chiropraktik

Katharina Pfeifer
Nackenmassage

Am Ende der Zahnsanierung stand bei Katharina Pfeifer nicht die erhoffte Schmerzfreiheit, sondern stärkere Schmerzen als zuvor. Ein Zahnarzt beim Notdienst war sich sicher: „Es sind die Halswirbel und nicht die Zähne“, und empfahl ihr einen Behandlungsversuch mit der amerikanischen Chiropraktik nach Dr. B. J. Palmer (1882 – 1961).

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Was mir geholfen hat

Ohrakupunktur bei Stuhlinkontinenz durch Morphium

Grafik Ohrakupunktur

Ein Sturz von Vera Brecht (Name geändert) endete mit einem Riss im Beckenknochen. Die unerträglichen Schmerzen der 85-jährigen wurden zwei Wochen lang mit Morphium behandelt. Nach dem Absetzen des Schmerzmittels entwickelte sich eine hartnäckige Verstopfung mit einem paradoxen Durchfall und Stuhlinkontinenz. Ein Therapieversuch mit Ohrakupunktur konnte die Darmfunktion wieder normalisieren.

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Naturheilkundlicher Rat

L-Carnitin gegen Makuladegeneration?

Annetta Dimitrow, Fachärztin für Augenheilkunde

Auf Empfehlung unseres Arztes nehmen meine Frau (74 J.) und ich (78 J.) L-Carnitin ein. Meine Frau gegen altersbedingte Makuladegeneration (AMD) und leichte Vergesslichkeit und ich zur Stärkung der Herzleistung. Wir ernähren uns biologisch vegetarisch – ohne Fleisch und Fisch. Nun haben wir gelesen, dass L-Carnitin den Gefäßen schaden soll, was uns verunsichert. Sollen wir es absetzen? Könnte meine Frau für ihre Augen auch Lutein und Zeaxanthin einnehmen?

L-Carnitin ist für den Energiestoffwechsel in den „Kraftwerken“ der Zellen – den Mitochondrien – verantwortlich. Es bildet zusammen mit Coenzym A ein Rezeptormolekül, das Fettsäuren durch die Mitochondrien-Membran zum Verbrennen ins Innere dieser Kraftwerke transportiert.

L-Carnitin wird größtenteils über die Nahrung, hauptsächlich über rotes Fleisch (Rind, Lamm), aufgenommen. Geflügelfleisch enthält nur wenig Carnitin. Es kann auch vom Körper selbst aus den Aminosäuren Lysin und Methionin hergestellt werden, sofern die notwendigen Kofaktoren wie Vitamin C, Vitamin B6, Niacin und Eisen ausreichend vorhanden sind. Der menschliche Körper enthält insgesamt etwa 20 bis 25 mg L-Carnitin, wovon 98 Prozent in der Herz- und Skelettmuskulatur gespeichert sind.


Aus der naturheilkundlichen Praxis

Hüftbeuger: schmerzfrei dank Osteopathie

Benjamin Hartlieb, Osteopath und Heilpraktiker
Lendenmuskel

Das Hüftgelenk ist das am stärksten belastete Gelenk in unserem Körper. Hier wirken große Hebelkräfte. Um dieses Gelenk zu stabilisieren und koordiniert bewegen zu können, bedarf es einer kräftigen Muskulatur. Einer der größten Muskeln in unserem Körper ist daher auch ein Hüftmuskel, der Hüftbeuger (Iliopsoas). Dieser Muskel ist durch sitzende Tätigkeiten bei den meisten Menschen verkürzt und in seiner Bewegungsfähigkeit eingeschränkt.

Vorsicht bei Überanstrengung!
Der Iliopsoas besteht aus zwei Anteilen. Ein Teil ist an der Vorderseite der Lendenwirbelsäule befestigt (M. psoas), der andere kommt von der oberen Innenseite des Darmbeins (M. iliacus). Im Bauch können beide Teile unter Anspannung des Muskels getastet werden. Sie verlaufen dann nebeneinander unter dem Leistenband hindurch und erreichen nahe dem Hüftgelenk gemeinsam den Oberschenkelknochen. Dadurch bilden sie eine Art Schiene, auf der sich die Niere bei tiefer Ein- und Ausatmung nach unten und oben bewegt. Auch unter diesem Aspekt ist dieser Hüftmuskel von großer Bedeutung.

Foto: bilderzwerg/Fotilia by Adobe


Was mir geholfen hat

Verantwortung für Therapien nicht dem Arzt überlassen

Brennnessel

Nach einer Grippeschutzimpfung bekam Elke Schuster (Name geändert) erst eine heftige Nesselsucht, dann Brennen im Intimbereich und trockene Schleimhäute. Ihre Frauenärztin verschrieb eine Östrogen-Salbe. Im Beipackzettel wird erhöhtes Brustkrebsrisiko erwähnt, das bei ihr bereits familiär besteht! Sie verweigerte die Therapie und fand eine nebenwirkungsfreie Alternative.

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Aus der ärztlichen Praxis

Haarausfall mit Gelassenheit begegnen

Dipl.-Biol. Peter Emmrich M.A.
Frau bei Haarpflege

Sonja war die 25-jährige Sekretärin eines großen Schmuckherstellers mit Weltruf. Ständig kamen Gäste zu Präsentationen der neuesten Kollektionen, und als rechte Hand der Geschäftsführung war sie oft die Erste am Morgen und die Letzte, die den Betrieb am Abend wieder verließ.

Ihren Freund sah sie nur noch am Wochenende, vorausgesetzt, sie hatte keinen Messedienst zu leisten. Immer häufiger kam es zum Streit. Das alles belastete Sonja sehr: Ihr Schlaf wurde von Woche zu Woche schlechter. Oft lag sie nächtelang wach, kreisende Gedanken im Kopf. Alles drehte sich um die bange Frage, wie sie den nächsten Tag überstehen solle. Die Angst, irgendetwas könne schiefgehen, schwebte über ihr wie ein Damoklesschwert. So häuften sich in letzter Zeit Erkältungen: ein Hinweis, wie geschwächt die junge Frau bereits war.

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Naturheilkundlicher Rat

Migräne – Überdosierung von Basenpulver?

Ernst-Albert Meyer, Fachapotheker

Seit vielen Jahren litt ich (73 J., weibl.) unter Migräne, meist einmal pro Woche und bis zu zwei Tage lang. Seit einem Jahr nehme ich täglich einen Teelöffel Basenpulver ein und dazu regelmäßig Magnesium. Von meiner Migräne bin ich inzwischen weitgehend befreit. Doch seit einiger Zeit verschlechtert sich die Arthrose in meinen Knien, und ich frage mich, ob die lange Einnahme der Basenpulver eventuell schädliche Auswirkungen hat.

Wie Untersuchungen und Studien zeigen, kann eine regelmäßige Einnahme von Magnesium die Anzahl der Migräne-Anfälle deutlich verringern. Außerdem wirkt es im Körper basisch, also einer Übersäuerung entgegen. Die von Ihnen genannten basischen Pulver bestehen vermutlich aus mehreren Mineralstoffen, doch am wichtigsten ist für Sie Magnesium.


Aus der ärztlichen Praxis

Osteoporose in jungen Jahren – durch Limos!

Dipl.-Biol. Peter Emmrich M.A.
Sango Koralle

Die 27-jährige Gina war eine lebenslustige junge Dame, die gerne abends ausging. Eines Tages stürzte sie nach einer feucht-fröhlichen Party auf dem Nachhauseweg eine zehnstufige Treppe hinunter. So sehr sie sich auch mühte – sie konnte nicht mehr aufstehen, denn ihr linker Oberschenkel war gebrochen. Glücklicherweise fand die Zeitungsfrau sie morgens und rief einen Krankenwagen.

Erst ein Beinbruch brachte es ans Licht

In der Klink wurde Gina operativ versorgt. Vorsichtshalber machten die Ärzte eine Knochendichtemessung, die miserable Ergebnisse lieferte: Gina litt unter einer fortgeschrittenen Osteoporose, wie man sie eigentlich nur von Senioren kennt.

Dezidiert nachgefragt stellte sich heraus, dass die junge Frau seit ihrem zwölften Lebensjahr eine Vorliebe für Cola-Getränke hatte. Diese bestehen neben Zucker hauptsächlich aus Koffein und Phosphorsäure. Gerade der hohe Gehalt an Phosphorsäure verhindert die natürliche Aufnahme von Kalzium in die Knochen. Die Folge übermäßigen Genusses ist also ein ausgeprägter Mangel an Kalzium, wodurch besonders bei Jugendlichen in der Wachstumsphase Knochenaufbau und -dichte negativ beeinflusst werden können.

Foto: irendik/Fotolia by Adobe


Was mir geholfen hat

Diagnose: nicht haut- sondern stoffwechselkrank

Frau kratzt sich Rücken

Als 32-jährige promovierte Diplom-Biologin glaubte Ines Lind, einiges von den im Menschen ablaufenden Prozessen verstanden zu haben. Als sie 1995 mit Allergien und quälender Neurodermitis in die Praxis eines erfahrenen Hausarztes kam, wurde ihr durch seine ursächliche Herangehensweise bewusst, dass die Haut ein Spiegel für die Stoffwechselprozesse des Organismus ist.

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Naturheilkundlicher Rat

Unkontrolliertes Kopfschütteln

Rainer Pflaum

Ich bin Mitte vierzig, schlank und sportlich, Mutter von drei heranwachsenden Kindern. Seit zehn Jahren leide ich an einem unkontrollierbaren Kopfschütteln, verstärkt am Abend. Ich vermute, dass meine Probleme an der Halswirbelsäule liegen. Vor fünf Jahren wurde mit Hilfe eines MRT ein doppelter Bandscheibenvorfall diagnostiziert. Eine ambulante Reha und Schmerzmittel halfen nicht. Bei einer Messung der Muskelkontraktionen wurde festgestellt, dass die Muskeln permanent arbeiten. Die Empfehlung gegen das Kopfschütteln war eine Botox-Behandlung. Ein Spezialist meinte, dass in meinem Fall eventuell Betablocker helfen könnten. Ich mache regelmäßig Yoga und gehe einmal monatlich zu einem Osteopathen, da die Faszien schnell verhärten. Nun denke ich über eine Hypnosebehandlung nach, außerdem über eine Körperentgiftung von Schwermetallen. Haben sie dazu Erfahrungen?

Aus Ihrem Brief geht leider nicht hervor, was damals vor zehn Jahren passiert ist, als die Beschwerden begannen. Sind Sie gestürzt, oder hatten Sie einen Unfall? Gab es unerträglichen Stress am Arbeitsplatz oder in der Familie? Mussten Sie eine Trennung verarbeiten, oder ließ Sie der Tod eines lieben Menschen „erzittern“? Gab es einen anderen schweren Schicksalsschlag?


Was mir geholfen hat

Therapien führten aus Mutter-Sohn- Beziehungskrise

Rotes Cabrio auf Landstraße

„Ich kann nicht mehr,“ meldete sich Erik (Name geändert) bei seiner Mutter. Auf ein Gespräch mit ihr wollte er sich aber nicht einlassen. Die Mutter-Sohn-Beziehung war tief gestört. Erik war in einer Lebenskrise und begab sich in Therapie. Parallel arbeitete Jutta Haas (Name geändert) ihr Leben mit einer Psychologin auf. Heute haben Mutter und Sohn eine so offene Beziehung wie nie.

Foto: bondvit/Shutterstock


Naturheilkundlicher Rat

Handelt es sich um einen Prostatakrebs?

Dr. med. Rainer Matejka

Vor einem halben Jahr wurde bei mir (73 Jahre ) eine gutartige Prostatavergrößerung festgestellt. Der Restharn betrug 150 ml, der PSA-Wert war mit 4,98 ng leicht erhöht. Eine OP lehnte ich ab. Ich bevorzugte zunächst eine medikamentöse Therapie mit einem Alpha-1-Rezeptorenblocker und pflanzlichen Produkten, doch selbst nach drei Wochen spürte ich keine Besserung. Bei einer erneuten Untersuchung vor einem Monat lag der Restharn bei 50 ml, doch der Gesamt-PSA stieg auf 6,0. Der Arzt empfahl eine Stanzbiopsie zum Ausschluss eines Karzinoms. Ich stehe einer solchen Gewebeentnahme kritisch gegenüber und sehe auch eine mögliche Prostatareizung als Ursache für den erhöhten PSA-Wert. Vor einigen Tagen wurde mit Hilfe eines MRTs eine chronisch rezidivierende Prostataentzündung bestätigt und dabei ein Gewebe-Areal mit Verdichtungsstruktur festgestellt, was auf ein Karzinom hinweisen kann. Was raten Sie mir?

Die beschriebene Restharnmenge von 150 ml ist doch recht erheblich. Sie ist jetzt aber geringer geworden, was nach meiner Erfahrung darauf hindeutet, dass sie nicht nur von der Größe der Prostata abhängt. Mitunter spielen auch andere Faktoren im Bauchraum eine Rolle, wie Verstopfung, Blähbauch, Lymphstau. Insofern empfehle ich als Allgemeinmaßnahme eine auf Bekömmlichkeit getrimmte Kost.

Sie berichten von einem Behandlungsversuch, der keine Besserung brachte. Alternativ könnten Sie es noch einmal mit dem Nahrungsergänzungsmittel Prostastrong (enthält unter anderem Zink, Roggenpollen, Extrakte aus Sägepalme, Brennnessel, grünen Teeblättern, Kürbiskernen, Ingwer und schwarzem Pfeffer) oder auch Prosta-Kraft (enthält u. a. Lycopin aus Tomaten-Extrakt, Pollen- und Flachs-Extrakt, Extrakt aus Pinien, Sonnenblumen-Lezithin) behandeln. Über beide Produkte habe ich von einigen Patienten recht gute Rückmeldungen erhalten. Zu einer Abtragung der Prostata über die Harnröhre würde ich derzeit eher nicht raten.


Aus der ärztlichen Praxis

Endlich rückfallfrei bei Lippenherpes

Dr. med. Bernharda Schinke
Frau mit Sonnenbrille u.Buch

Anita. S. (Name geändert), 35 Jahre alt, kam mit einer beginnenden Erkältung in die Praxis. Sie klagte über ein spannendes Hautgefühl an der Oberlippe, Schmerzen und Schwellung. Dieses Gefühl kannte sie aus Erfahrung, und sie war sich sicher, dass in wenigen Stunden die halbe Oberlippe mit Bläschen übersät sein würde, die alsbald aufbrechen und gelb verkrusten. „Das nervt mich mittlerweile total. Nur einfach mal Sonne genießen scheint unmöglich. Anschließend tauchen immer die Bläschen auf. Am Meer oder im Gebirge passiert das regelmäßig. Dazu habe ich im Urlaub gar keine Lust. Manchmal ist auch meine Periode der Auslöser.“ Kürzlich, nach einem Zahnarzt-Besuch, plagten sie zusätzlich sogar noch weiß belegte Aphten an der Mundschleimhaut. „Die ganze Wange tut dann weh. Wenn ich besonders gestresst bin, reicht schon ein kurzes Ekelgefühl. Einmal war sogar schon die Augenhornhaut betroffen.“ Nicht nur die äußeren Beschwerden machten Frau S. zu schaffen, sie fühlte sich dann insgesamt sehr schlapp und müde. Oft plagte sie ein Nervenschmerz in der betroffenen Gesichtshälfte. Sie hatte gerade lehrbuchmäßig die typischen Provokationsfaktoren für Lippenherpes beschrieben.

Das Virus, das sich in die Nervenknoten einnistet, nutzt jede Gelegenheit, zur Haut-Schleimhautgrenze zu wandern, am häufigsten an den Lippen, aber auch an die Nase. Immer wenn das Immunsystem geschwächt ist – sei es durch grippale Infekte, Sonneneinwirkung, hormonelle oder klimatische Veränderungen, Ekel, Stress oder bei mechanischem Reiz, wie ihn eine zahnärztliche Behandlung hervorruft – tritt der Herpes in Erscheinung.

Foto: iStockphoto/CandyBoxImages


Was mir geholfen hat

Neurodermitis: verträgliche Kost, Sport und Yoga

Frau Yoga-Übung

Anja Kraft (Name geändert) wurde mit 16 Jahren mitten im größten Prüfungsstress von Neurodermitis heimgesucht. Über drei Jahre mied sie unverträgliche Lebensmittel. Die Haut besserte sich phasenweise, reagierte aber weiterhin auf Stress, im positiven Sinn auch auf Entspannung. Mit 25 Jahren fand sie eine gute Lebensbalance verbunden mit schöner, glatter Haut – und das seit 17 Jahren!

Foto: Thinkstock/Jupiterimages


Naturheilkundlicher Rat

Dermatomyositis – Hauterkrankung durch Muskelentzündung

Peter Emmrich M. A., Facharzt für Allgemeinmedizin

Vor drei Jahren entwickelte ich Hautprobleme an den Händen und im Gesicht. Sie wurden an den Händen als Lichen ruber planus und im Gesicht als Rosacea diagnostiziert. Seit zwei Monaten weiß ich von einem fünften Hautarzt, dass ich eine Dermatomyositis (siehe unten) habe. Nächste Woche wird abgeklärt, ob Tumore in meinem Körper wachsen, was bei dieser Erkrankung häufig vorkommt. Die Dermatomyositis wird seit sechs Wochen mit Methotrexat (MTX) behandelt, dazu mit Medikamenten zum Aufbau der Darmflora, sowie mit Zink und Eisen. Im Gesicht ist eine leichte Besserung erkennbar. Allerdings machen mir die Nebenwirkungen von MTX sehr zu schaffen, insbesondere der starke Haarausfall. Deshalb will ich MTX oder ähnliche Medikamente nicht mehr einnehmen. Können Sie eine alternative Therapie empfehlen?

Gehen wir von der endgültigen Diagnose einer Dermatomyositis, auch Lilakrankheit oder Wagner-Unverricht-Syndrom aus, so handelt es sich dabei um eine Muskelerkrankung, deren Ursache unklar ist. Sie gehört in die Gruppe der Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen). Bei 50 Prozent der Dermatomyositiden stellt man parallel Tumoren fest, deshalb empfehlen die Kollegen Ihnen eine Tumorsuche in der Klinik. Diese können vor, nach oder zeitgleich mit den Hautreaktionen in Eierstöcken, Brust, Darm oder der Lymphe (Non-Hodgkin-Lymphom) auftreten, aber auch in Bronchien, Magen und Prostata.

Verbunden mit der Dermatomyositis ist oft ein Anstieg der Enzyme Kreatinkinase und LDH sowie des Leberwertes GOT. Für den eindeutigen Nachweis benötigt man eine Muskelbiopsie. Wird ein Tumor gefunden und entfernt, so verschwinden die Hauterscheinungen von alleine. Da ich kein Foto von Ihrem Gesicht und den Hauterscheinungen habe, kann ich mir auch kein Bild davon machen. Eine Knötchenflechte (Lichen ruber planus) zeigt in vielen Fällen eine spontane Abklingtendenz innerhalb von zwei Jahren. Sie wird oft durch Stress und Leberprobleme ausgelöst. Die Ursache der Kupferrose (Rosacea) ist weitgehend unklar. Manche Forscher vermuten als Auslöser eine Bakterieninfektion. Naturheilkundlich wird eine Beziehung zum Darm gesehen.


Hörsturz: Stressabbau und Pflanzen halfen

Peter Emmrich M. A., Facharzt für Allgemeinmedizin
Mann wählt Telefonnummer

Als Harald morgens mit einem Kunden telefonierte, fing plötzlich sein rechtes Ohr fürchterlich zu fiepen an. Er musste den Hörer auf die andere Seite nehmen, da er auf dem rechten Ohr fast nichts mehr hörte. Eine Kollegin vermittelte ihm rasch einen Termin bei ihrem Hals-Nasen-Ohren-Arzt, und dieser diagnostizierte einen Hörsturz.

Plötzlich fast taub – Auslöser unbekannt
Bei einem Hörsturz handelt es sich um eine meist einseitige Schallempfindungsstörung, die das Innenohr betrifft. Bis jetzt hat man die genaue Ursache noch nicht ermitteln können. Handelt es sich um einen Infarkt im Ohr, sind es Störungen in der Innenohrschnecke oder im Hörbereich des Gehirns? Ein Hörsturz kann gering ausgeprägt sein oder auch zum kompletten Hörverlust führen. Manchmal tritt er gemeinsam mit einem Tinnitus auf. Dabei nimmt der Betroffene Geräusche wahr, die keine äußere, für andere Personen wahrnehmbare Quelle besitzen. Man differenziert zwischen einer akuten Phase bis zum dritten Monat nach Auftreten und einer chronischen im Anschluss an diesen Zeitraum. Bei Harald lag also ein akutes Ohrgeräusch mit Hörstörung vor.

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