Was mir geholfen hat

Die Geige wurde in tiefer Trauer zur Seelsorgerin

Geigenspielerin

Als die Eltern ihrer Tochter das Geigenspiel schmackhaft machten, eröffneten sie ihr nicht nur einen Weg in die klassische Musik, sondern auch eine Möglichkeit, ihre Emotionen auszudrücken. Jahrzehnte später wurde für Annick Neumeister die Geige zur Seelen-trösterin, die ihr half, den Tod ihres Sohnes zu verkraften.

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Aus der ärztlichen Praxis

Homöopathie bietet Hilfe bei Panik und Schwermut

Peter Emmrich M. A., Facharzt für Allgemeinmedizin
Katze

Stefanie hatte eine Katze, die sie seit mehr als acht Jahren sehr liebte. Eines Morgens, als sie aus dem Haus auf die Straße trat, sah sie ihren Liebling angefahren am Straßenrand liegen. Schockiert packte sie das Tier unverzüglich in eine Tragetasche und fuhr mit ihm zum Tierarzt. Doch es war schon zu spät: Er konnte leider nicht mehr helfen. Die Katze verstarb noch im Laufe des Vormittags an ihren inneren Verletzungen.

Erster Schock aktiviert Panik und Fluchtinstinkt
Stefanie reagierte panikartig, als sie am Mittag vom Tod ihrer Katze hörte. Sie schrie und rannte entsetzt aus der Tierarztpraxis. Eine Freundin brachte die völlig aufgelöste Stefanie in meine Sprechstunde. Sie erhielt als erstes Aconitum C200, den potenzierten Sturmhut. Das ist das Hauptmittel in der Homöopathie bei allen Formen von plötzlicher Panik. Innerhalb weniger Minuten beruhigte sie sich und konnte merklich entspannter mit ihrer Freundin nach Hause gehen.

Zu Hause sollte Stefanie das Mittel weiter nehmen. Dazu gibt man in ein Glas Wasser zwei Globuli (Streukörnchen) Aconitum C200, rührt mit einem Plastiklöffel kräftig um und nimmt alle 15 bis 20 Minuten einen Schluck. Merkt der Betroffene, dass es ihm besser geht, werden die Abstände erweitert. Meist reichen bereits zwei bis drei Schlucke am Tag aus. Daran hielt sich Stefanie.

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Naturheilkundlicher Rat

Harndrang

Peter Emmrich M. A., Facharzt für Allgemeinmedizin und Diplom-Biologe

Ich leide unter Harndrang und frage mich, ob dies in meinem Alter von 67 Jahren von der Prostata oder der Blase verursacht wird. Im Urin gibt es keine Anhaltspunkte für Entzündungen. Können hier Schüßler-Salze, Zinnkrauttee, Weidenröschentee, Granatapfelsaft, grüner Hafertee, Brennnesseltee und Lapachotee helfen – auch hoch dosiertes Vitamin C und D, Zink, Selen – oder ist eine Antibiotikumgabe zweckmäßig?

Leider haben Sie mir Ihren PSA-Wert nicht mitgeteilt, und ob es einen Ultraschalluntersuchungsbericht des Unterbauchs gibt. Das sollten Sie von Ihrem Arzt abklären lassen, um etwas Organisches auszuschließen. Da Sie anscheinend keine Blasentzündung haben, ist die Gabe von Antibiotika nicht zweckmäßig.

Die Prostata des Mannes kann sich im Alter gutartig vergrößern und von unten auf den Schließmuskel der Blase drücken Das löst einen Harndrang aus (siehe auch Naturarzt 6/2016: „Prostata mit Schüßler-Salzen unterstützen“) und könnte die Ursache Ihrer Beschwerden sein. Der PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) steigt bei Entzündungen an. Deshalb sollte Ihr Arzt diesen Wert aus Ihrem Blut bestimmen. Auch habe ich immer wieder erlebt, dass eine Störung der Beckenbodenmuskulatur einen ständigen Harndrang erzeugen kann. Ich empfehle daher die Beckenbodenmuskulatur zu trainieren. Anleitung: Spannen Sie die Muskulatur im Dammbereich für 10 Sekunden an und entspannen Sie sie wieder. Dies zehnmal wiederholen und die Übung dreimal täglich durchführen. Bitte beurteilen Sie den Erfolg frühestens nach vier Wochen.


Aus der ärztlichen Praxis

Verborgene Lymphozele verursachte Schmerzen

Priv.-Doz. Dr. med. Rainer Brenke
Wanderschuhe vor Bergen

Als Ödem bezeichnet man eine Schwellung im Gewebe, die auf Flüssigkeitsansammlungen in den Zellen oder im Zwischenzellgewebe zurückzuführen ist. Je nach Lokalisation können die Schwellungen sicht- und/oder tastbar sein. Die Gründe für das Auftreten sind vielfältig. Als eine der Ursachen kommt ein gestörter Lymphabfluss in Frage – dann handelt es sich um ein eiweißreiches Lymphödem, das zu einer vermehrten Bildung von Bindegewebe führen kann. Der Gedanke liegt nahe, dass derart verfestigte Ödeme auf Nerven drücken und damit Schmerzen oder gar Lähmungen verursachen könnten. In der Regel ist das aber nicht der Fall. Das liegt schon daran, dass sich Lymphödeme vorwiegend im Bereich von Haut und Unterhaut abspielen, die Nerven aber in der Regel tiefer verlaufen. Außerdem kann sich das Gewebe durch die weiche Haut relativ gut nach außen ausdehnen. In diesem Zusammenhang denkt man bei Schmerzen oder Lähmungen – zumindest nach Krebsoperationen – eher an ein erneutes Auftreten des Tumors oder die Folgen einer Strahlentherapie. Doch manchmal liegt die Ursache an ganz anderer Stelle, was zeigt, dass man stets genauer nachforschen sollte.

Im Frühjahr des Jahres wandte sich die 61-jährige Grieta S. (Name von der Redaktion geändert) aus Norddeutschland mit der Bitte um Rat an uns. Im Jahr zuvor war sie wegen eines Unterleibskarzinoms operiert worden. Dabei wurden auch zwölf Lymphknoten im Bauchraum entfernt.

Einige Monate danach entwickelte sich ein Lymphödem am rechten Bein, das zur Entstauung regelmäßig mit einer Lymphdrainage behandelt wurde. Aus naturheilkundlicher Sicht kann das Zellmilieu auch durch homöopathische Komplexmittel wie Lymphdiaral® oder Lymphomyosot® zusätzlich verbessert werden. Gegen eine Verfestigung des Ödems durch Freisetzung freier Radikaler im betroffenen Bereich kann auch ein Selenpräparat eingesetzt werden. Entwässernde Maßnahmen, wie z. B. Brennnesseltee, waren im Fall von Frau S. wegen der Förderung einer Verfestigung längerfristig nicht angezeigt. Schulmedizinisch erfolgten eine Bestrahlung und Chemotherapie.

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Naturheilkundlicher Rat

Medikamente bei Typ-2-Diabetes

Dr. med. Volker Schmiedel

Im Alter von 53 Jahren bekam ich die Diagnose: Diabetes mellitus Typ 2. Ich wiege weiterhin etwa 110 Kilogramm bei einer Körpergröße von 186 cm. Ich werde bereits seit zehn Jahren behandelt und bin inzwischen mit vier verschiedenen Antidiabetika (Metformin®, Byetta®, Glimepirid®, Insulin) eingestellt. Außerdem nehme ich einen Blutdrucksenker (Amlodipin) und ein Antidepressivum (Elontril® 300). Ich fürchte, dass mir so viele Mittel nicht guttun. Kann ich nicht einige davon absetzen?

Bei allen Medikamenten müssen wir Risiko und Nutzen gegeneinander abwägen. Die Devise sollte lauten: So viel Naturheilkunde wie möglich, so wenig Schulmedizin wie nötig. Mit den Antidiabetika sind Sie in der Tat maximal abgedeckt. Ob dies auch optimal ist, vermag ich ohne Kenntnis weiterer Fakten nicht zu sagen. Den entscheidenden Wert des HbA1c, der die Langzeiteinstellung des Blutzuckers angibt, haben Sie leider nicht mitgeteilt. Heute wird bei medikamentös eingestellten Diabetikern ein HbA1c–Wert zwischen 7,0 und 7,5 % angestrebt, bei diätetisch eingestellten Diabetikern sollte er möglichst niedrig sein, das heißt unter 6 % liegen.


Was mir geholfen hat

Reizknie: Therapie mit Blutegeln und Gleichstrom

Mann beide Hände am Knie

Die Knie-Probleme begannen bei Rita Fehst vor zehn Jahren schleichend, zunächst mit Schmerzen nach langen Wanderungen. Als sie in beiden Knien massiv von Stichen geplagt wurde, erhielt sie die Diagnosen Reizknie und Arthose. Kortisonspritzen halfen nicht, aber mit naturheilkundlichen Mitteln bekam sie Entzündungen und Schmerzen in den Griff.

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Aus der naturheilkundlichen Praxis

Makuladegeneration natürlich ausgebremst

Klaus Kleiber, Heilpraktiker
Frau schaut durch 2 gespreizte Finger

Doris H. (62 Jahre) bemerkte über Monate hinweg eine Verschlechterung der Sehkraft des rechten Auges. Der Augenarzt, den sie aufgesucht hatte, diagnostizierte eine trockene Makuladegeneration. Momentan könne er nichts weiter machen, als ihr einige Augen-Vitamine zu verschreiben (siehe dazu auch den Naturarzt-Artikel „Welche Mikronährstoffe dem Auge helfen“ in Ausgabe 7/2009). Familiär bedingt hatte Frau H. schon von der Makuladegeneration gehört und wollte sich deshalb mit dieser Auskunft nicht zufrieden geben. Nun suchte sie nach Alternativen.

Nach einem ausführlichen Erstgespräch und dem Sehtest wurde sie auch mit Hilfe der Optischen Koheränz-Tomographie (OCT) untersucht. Es handelt sich dabei um eine Art Scanner, der auf schonende Weise die Netzhaut abtastet und dabei ein farbiges Bild erstellt. Das Ergebnis zeigte am rechten Auge eine Makuladegeneration und lieferte die Erklärung für den vorhandenen Sehkraft-Verlust von 30 Prozent.

Scanner macht Risiken sichtbar

Jedoch auch beim vermeintlich „guten“ Auge – der Arzt stellte dort eine Sehschärfe von 100 Prozent fest – war auf den hochauflösenden Bildern eine erhebliche Anzahl an Drusen (Einlagerungen von Stoffwechsel-Endprodukten) zu erkennen, die typisch für eine Makuladegeneration sind, aber zum Glück noch keinen Einfluss auf die Sehschärfe genommen hatten. Durch solche Vorboten stand aber die zu erwartende Verschlechterung der Sehkraft auch auf diesem Auge sozusagen auf Messers Schneide.

Als langjährige Naturarzt-Leserin ernährte sich Frau H. sehr gesundheitsbewusst und nahm keine allopathischen Medikamente zu sich. Dadurch waren die Voraussetzungen für eine alternative Behandlung sehr günstig.

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Was mir geholfen hat

Biografie-Arbeit versöhnte und machte gelassen

Handbeschriebenes Blatt, Federhalter

Anna Baudrexl (Name geändert) fühlte sich nach einem turbulenten arbeitsreichen Leben nicht mehr gebraucht, die Kinder lebten im Ausland, die Landwirtschaft war aufgegeben und der Ehemann verstorben. Einsamkeit und ein Hadern mit dem Schicksal schlichen sich ein. Als sie ihr Leben aufschrieb und neu gewichtete, fand sie inneren Frieden.

„Mama, dein Leben im Verlauf des wechselvollen 20. Jahrhunderts ist hoch interessant. Schreibe es doch für deine Nachwelt auf“, bat mich meine Tochter und legte mir ein dickes, liniertes Schreibheft mit gutem Kugelschreiber bereit, bevor sie mich wieder alleine zurückließ. „Du hast so viel erlebt und bist eine interessante Zeitzeugin“, betonte sie. Sicherlich hatte sie dabei auch die therapeutische Wirkung des Schreibens im Blick.

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Naturheilkundlicher Rat

Hartnäckiger Hautpilz

Anita Kraut, Heilpraktikerin

Seit mehreren Jahren leide ich unter einem Hautpilz, nicht nur im Intimbereich, sondern auch an anderen Körperstellen. Antipilzmittel – ob als Creme und als Tablette – waren nur kurzfristig erfolgreich. Der Pilz kommt hartnäckig zurück. Ich bin 31 Jahre alt und nehme außer der Pille keine Medikamente. Gibt es Möglichkeiten, den Pilz auf natürliche Weise zu vertreiben?

Hautpilze, auch als Dermatomykosen bezeichnet, fühlen sich besonders dort wohl, wo es dunkel, feucht und warm ist, beispielsweise im Intimbereich, den Hautfalten unter der Brust, unter den Achseln oder an den Füßen. Außerdem lieben die meisten von ihnen Zucker. Und so findet man Pilze häufig bei Diabetikern oder Patienten mit reichlich Zuckerkonsum.

Hautpilze kommen häufig vor. Jeder Dritte hat hin und wieder damit zu kämpfen. Es gibt verschiedene Arten, wie etwa den Nagelpilz, die Kleiepilzflechte (Pityriasis versicolor), den Kopfpilz (Tinea capitis) usw. Ob die Pilze ansteckend sind, hängt vom Immunsystem des „Empfängers“ ab. Sie können nämlich nur dort „andocken“, wo ihnen ein optimales Milieu geboten wird. Ausnahme ist der sogenannte „Ringwurm“, der juckende ringförmige Ausschläge an Armen, Beinen, Oberkörper und im Gesicht hervorruft. Diese meist von Tieren auf den Menschen übertragene Pilzerkrankung ist hoch infektiös und sollte umgehend schulmedizinisch behandelt werden.

Betrachtet man Pilze in der Natur, so stellt man fest, dass sie neben dem feuchtwarmen Milieu vor allem die Pflanzen oder Tiere befallen, die geschwächt sind. Im Umkehrschluss ist eine gesunde Haut kein Ort, auf dem es sich für Pilze gut verweilen lässt.


Aus der ärztlichen Praxis

Das „Feuer“ im Mund mit Homöopathie gelöscht

Peter Emmrich M.A., Facharzt für Allgemeinmedizin
Tropfflasche

Letztes Jahr kam die 67-jährige Ruth B. (Name geändert) in die Praxis und beklagte, dass sie seit fast drei Jahren unter Zungenbrennen leide. Sie hatte mittlerweile eine Odyssee zwischen Fachärzten und Universitätskliniken hinter sich. Man hatte sie völlig auf den Kopf gestellt und nichts Auffälliges gefunden. Weder fehlte es ihr an den Vitaminen A, B, C oder Eisen, noch stellte man Blutarmut infolge Vitamin-B12-Mangels, Diabetes oder allergische Reaktionen sowie Nahrungsmittelunverträglichkeiten fest. Von zahnärztlicher Seite fanden sich ebenfalls keine möglichen Auslöser wie scharfe Kanten oder ein nicht passgenauer Zahnersatz.

Stress und Lebenskrisen sind oft ein Auslöser

Psychische Ursachen schlagen sich oft auf die Zunge nieder. 2–3 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden darunter. Ein brennender Schmerz ist typisch. Wenn man unter Stress oder unverarbeiteten Problemen leidet, kann das die Folge sein. Mitunter verursachen solche Prozesse Verspannungen in Nacken- und Schultermuskulatur und führen zu Fehlbewegungen des Kausystems, Missempfindungen der Mundschleimhaut oder eben zum Zungenbrennen. Mit einer solchen Diagnose, einer sogenannten Somatisierungsstörung, hatte man Frau B. aus der Klinik entlassen.

Durch Forschen nach früheren Erkrankungen stellte sich heraus, dass Frau B. drei Jahre zuvor wegen einer Wundrose für 14 Tage mit einem Antibiotikum behandelt worden war: ein Hinweis, dass die Darmflora durcheinander geraten sein könnte. Zwei bis drei Wochen später, so berichtete sie, habe das Zungenbrennen dezent begonnen und sich in den folgenden sechs Wochen auf die heutige Stärke gesteigert.

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Naturheilkundlicher Rat

Sodbrennen

PD Dr. med. Dr. rer. nat. Dr. Sportwiss. Christoph Raschka

Mein Mann (63 J.) nimmt seit etlichen Jahren Magensäureblocker gegen Sodbrennen. Unlängst hörte ich, dass auch die modernen, rezeptfreien Säure-blocker nicht harmlos sind, bzw. dass die Unterdrückung der Magensäure auf Dauer Folgen für die Darmgesundheit haben könnte. Soll er diese Mittel jetzt einfach weglassen? Gibt es Alternativen, um eine Verschlimmerung zu verhindern? Mein Mann hat schon einiges ausprobiert – vom Glas Milch bis zu Heilerde –, doch die erhoffte Wirkung war zu schwach. Leider lässt er sich das Kaffeetrinken nicht ausreden. Ich hoffe auf einen Rat, wie er sein Sodbrennen mit naturheilkundlichen Maßnahmen verbessern kann.

Ihr Mann leidet offensichtlich an einer Refluxkrankheit, bei der Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt und diese sich entzündet. Reflux-fördernd sind Kaffee, Alkohol, Nikotin, Übergewicht und fettreiche Ernährung sowie bestimmte Arzneien (z. B. das blutdrucksenkende Mittel Nifedipin oder nitrathaltige Medikamente). Auch enge Hosen und Gürtel, die den Druck im Bauchbereich erhöhen, sowie opulentes Essen vor dem Zubettgehen wirken sich refluxfördernd aus. Typische klinische Symptome sind Sodbrennen, Schluckstörungen, auch Brennen hinter dem Brustbein. Unbehandelt können sich eine Reihe bedrohlicher Komplikationen einstellen. Auf jeden Fall darf nicht ohne Diagnostik jahrelang mit einem Säureblocker weiterbehandelt werden. Bei Ihrem Mann ist eine endoskopische Untersuchung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm schon lange überfällig.


Was mir geholfen hat

Krebs-Schock: Selbsthilfegruppe nahm Ängste

Menschen bilden Kreis

Die Nachricht, dass der Knoten in der Brust „bösartig“ ist, brachte Marion Huber (Name geändert) aus der Fassung. Sie kippte um. Mit Verdacht auf Gehirnschlag kam sie ins Krankenhaus. Er wurde nicht bestätigt, doch blieb sie tagelang unter Schock. Mit der Schul-medizin wurde sie tumorfrei, und in einer Selbsthilfegruppe kann sie Ängste nun klein halten und ihre Lebensfreude enorm stärken.

Mein Gynäkologe bestellte mich im Januar 2013 ein, um das Ergebnis der Gewebeprobe aus der linken Brust zu besprechen. „Leider handelt es sich um einen bösartigen Tumor …“. Es verschlug mir den Atem. Zu Hause hallte in meinem Kopf das Wort „bösartig“ nach. Ich hatte Angst vor dem, was auf mich zukommen könnte. Dann wurde ich bewusstlos und kam erst im Krankhaus wieder zu mir. Der Verdacht auf Hirnschlag bestätigte sich nicht.

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Was mir geholfen hat

Restless legs – Bewegung, Bäder und gezielte Kost

Schüssel mit Wasser, Handtuch, Steine

Erstmals hörte Rita Weiss (Pseudonym) von einer Bekannten, wie kribbelnde Beine den Schlaf rauben. Inzwischen gehört auch sie zu den Betroffenen, die nachts umhergehen, Muskeln dehnen, Honigmilch trinken und hoffen, wieder einschlafen zu können. Die Ursache des RLS ist noch nicht geklärt – doch es gibt Hilfen zur Beruhigung.

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Aus der ärztlichen Praxis

Allergie – auf den Körper hören statt Symptome zu unterdrücken

Dr. med. Karl-Heinz Friese, Hals-Nasen-Ohrenarzt
Riedgräser

Mitte Juli kam der 50-jährige Michael D. (Name geändert) mit starkem Heuschnupfen in die Praxis. Er war etwas übergewichtig und dem Alkohol nicht ganz abgeneigt. Da er schnell wieder gesund werden wollte, wünschte er ausdrücklich starke Medikamente. Ihn plagte eine Allergie gegen Frühblüher sowie Gräser und Getreide. Eigentlich hätte die akute Phase Ende Juni vorbei sein müssen, Herr D. hatte aber noch Mitte Juli starke Beschwerden. Da sie ihn sehr störten, nahm er massenhaft Medikamente ein: abschwellende Nasentropfen, verschiedene Antihistaminika und Kortison in geringer Dosierung. In seiner Freizeit hielt er sich im Keller auf, da dort die allergische Belastung niedriger war. Auf keinen Fall zog es ihn ins Freie.

Zu viele Medikamente sind eine Belastung für den Körper

Herr D. wurde völlig überbehandelt. Die regelmäßige Einnahme von Antiallergika führt oft dazu, dass Symptome wesentlich länger anhalten als die eigentliche Blütezeit. Der Körper wehrt sich gegen die Unterdrückung durch solche Medikamente. Kortison bringt außerdem die Darmflora durcheinander. Alle Mittel wurden nacheinander abgesetzt. Abschwellende Nasentropfen sollten ohnehin nicht langfristig verwendet werden, weil eine Gewöhnung eintritt. Sogar schulmedizinisch ist die Einnahme nur eine Woche erlaubt, was oft missachtet wird. Das Weglassen der Nasentropfen führte allerdings dazu, dass Herr D. für zwei Wochen kaum noch Luft bekam. Danach besserte sich dieser Zustand wieder. Im Anschluss wurden die Antihistaminika in Angriff genommen. Bei deren Absetzen verschlimmerten sich die Symptome nur für ein paar Tage und normalisierten sich dann wieder. Um sein Wohlbefinden zu steigern, wurde Herr D. ermuntert, wieder im Freien spazieren zu gehen, da dort keine objektive Pollenbelas-tung mehr bestand.

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Naturheilkundlicher Rat

Ohrenschmerzen

Peter Emmrich, Facharzt für Allgemeinmedizin

Immer wieder leide ich unter Ohrenschmerzen. Aktuell kann mein HNO-Arzt außer Narben am Trommelfell, die sich wohl mit lange zurückliegenden Ohrentzündungen erklären lassen, nichts finden. Er vermutet einen Zusammenhang mit vereiterten Nasennebenhöhlen. In der Tat leide ich immer wieder unter heftigen eitrigen Entzündungen, die bisher mit Antibiotika behandelt wurden. Nun hat mir der Arzt auch gegen meine Ohrenschmerzen ein Antibiotikum empfohlen. Dies widerstrebt mir, und ich möchte Sie um die Prüfung einer naturheilkundlichen Alternative bitten. Als 46-jährige Musikerin möchte ich mit meinem Gehör pfleglich umgehen.

Diese Problematik kenne ich aus meiner Allgemeinarztpraxis zu gut. Die akute Schmerzsituation soll rasch abklingen und obgleich nur Viren als Auslöser für den entzündlichen Prozess auszumachen sind, bekommen viele Patienten ein Antibiotikum verordnet. Antibiotika können nur Bakterien in ihrer Ausbreitung hemmen. Gegen Viren sind sie machtlos. Da Ihr HNO-Arzt „nichts gefunden hat“, ist eine erneute Antibiotikum-Gabe auch aus meiner Sicht zu hinterfragen.

Unser modernes westliches Denken wird oftmals eingeschränkt durch das, was uns Ärzten in der Ausbildung mit auf den Weg gegeben wird. Aber unsere alten Ärzte, beispielsweise Hippokrates (460 bis 370 v. Chr.) von der griechischen Insel Kos, pflegten zu sagen, der Tod säße im Darm. Hippokrates propagierte bei seinen Vorlesungen, man möge auf einen gesunden Darm achten. In der traditionellen chinesischen Medizin wird besonders dem Akupunkturpunkt Dickdarm 4 eine große immunstärkende, schmerzlindernde und hormonell regulierende Eigenschaft zugeschrieben. Dieser Punkt – zwischen Daumen und Zeigefinger auf dem Muskelbauch – findet auch in der Akupressur bei akuten Beschwerden von chronischen Leiden Beachtung. Es ist empfehlenswert ihn mehrfach am Tag zu massieren, um die Darmtätigkeit anzuregen. Ich kenne kaum einen Menschen, der chronisch krank ist und bei dem dieser Punkt nicht druckschmerzhaft ist. Auch Ihnen möchte ich eine regelmäßige Druckmassage dieses Punktes an beiden Händen empfehlen.


Aus der ärztlichen Praxis

Homöopathie verhalf Baby Tim zum Leben

Dipl.-Biol. Peter Emmrich
Babyfüße in Handherz

Die Erfahrung zeigt, dass bei wiederholten Fehlgeburten ein Behandlungsversuch mit homöopathischen Mitteln gegenüber schulmedizinischen Therapien durchaus lohnen kann. Bei der Homöopathie handelt es sich eher um eine ursächliche oder konstitutionelle Methode, die den Körper der angehenden Mutter in die Lage versetzen soll, die Herausforderungen einer Schwangerschaft selbst zu bewältigen. Schädliche Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten. Auf Wehenhemmer, also schulmedizinische Substanzen, die einer vorzeitigen Entbindung entgegenwirken, kann bei drohender Frühgeburt in höheren Monaten nicht immer verzichtet werden, aber durch gezielte Gaben homöopathischer Mittel können starke Dosen dieser Medikamente oft reduziert und schneller wieder ausgeschlichen werden.

Ständige Fehlgeburten belasten die Psyche

Henriette O. (Name geändert) war eine 26-jährige, verheiratete Biologin und erforschte an einer Universität pflanzliche Hormone bei Algen. Sie war sehr engagiert und wollte ihre Doktorarbeit bald zu Ende bringen. In den vergangenen zweieinhalb Jahren erlitt sie schon drei Fehlgeburten, immer im zweiten oder dritten Schwangerschaftsmonat. Die letzte lag nun sechs Wochen zurück, und sie machte bei der Erstkonsultation einen ziemlich niedergeschlagenen Eindruck.

Mir fiel an der jungen, schlanken Frau eine teigige Schwellung an beiden oberen inneren Augenlidern auf. Sie berichtete, nach geringsten Anstrengungen Schweißausbrüche zu haben und unter stechenden Schmerzen am unteren Rücken zu leiden, die gerade vor den Abgängen besonders heftig waren. Sie erzählte, dass sie dann das Bedürfnis habe, sich irgendwo anzulehnen, weil die Schmerzen dadurch erträglicher würden. Generell neigte sie zu Verstopfung und liebte Wärme. Nachts zwischen zwei und vier Uhr verschlimmere sich alles. Rückblickend lagen in dieser Zeitspanne auch alle Fehlgeburten.

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Naturheilkundlicher Rat

Risse in den Fingernägeln

Dr. med. Ella Neumann

Seit einiger Zeit kämpfe ich mit Rissen in den Fingernägeln. Nahrungsergänzungsmittel und Baden der Nägel in Olivenöl haben nicht geholfen. Ein Speziallack machte alles nur noch schlimmer. Vielleicht fehlen mir als langjähriger Vegetarierin im Alter von 50 Jahren Vitamine oder bestimmte Nährstoffe. Meine Hausärztin hat abgewunken, selbst meine Eisenwerte seien im Normbereich. Haben Sie noch einen Rat für mein Nagelproblem?

Bei starker Beanspruchung kann der Nagel einreißen und sich entzünden. Die eigentlichen Ursachen liegen jedoch meist in ernährungsbedingten Mangelerscheinungen sowie falschen Pflegemaßnahmen.

Unsere Nägel bestehen aus Keratin, das Vitamine, Mineralien, Wasser und Fett braucht, um hart und widerstandsfähig zu sein. Wichtig dafür ist eine gute Durchblutung der Fingerkuppen. Diese können Sie unterstützen, indem Sie abends die Finger von der Mitte bis zur Kuppe mit Kupfer Salbe rot von Wala eincremen (hilft auch bei ständig kalten Händen). Über Nacht einen Baumwollhandschuh drüberziehen – und diesen niemals waschen, auch wenn er sich verfärbt. Die Cremereste im Handschuh verstärken die Wirkung.

Feuchtigkeitsspendende Handlotionen – also Lotionen die viel Wasser enthalten – trocknen die Nägel in der Regel aus, nur durch Trinken spenden Sie ihrem Körper Feuchtigkeit. Ich empfehle täglich drei Liter, solange keine Gründe dagegensprechen.


Was mir geholfen hat

Schmalzwickel bei hartnäckigem Husten

Einmachglas, Zwiebeln

Die Erkältung von Dora Maas (Name geändert) fing mit trockenem Husten an, auf den schnell eine Verschleimung folgte. Tiefes Einatmen provozierte Hustenreiz. Der Arzt empfahl Erkältungspräparate mit Salbei, Thymian, Efeu und Inhalationen. Nach sechs Wochen vergeblicher Mühe kamen hilfreiche Tipps: Schmalzwickel, Zwiebel-Honig und Pelargonien-Extrakt.

Es begann mit Schmerzen im Hals und einem trockenen Husten in der Nacht. Schnell setzte ein Krankheitsgefühl ein. Hals und Nase verschleimten. Mit Lindenblütentee, heißer Zitrone und Honig, generell viel Trinken sowie Orangen, einem Wollschal, Mütze und Wollsocken bemühte ich mich um Linderung. Gegen die trockene Heizungsluft – es war Anfang Februar – öffnete ich täglich mehrmals die Fenster und sorgte für Stoßlüftung. Nachts stellte ich zur Luftbefeuchtung einen Wäscheständer mit nassen Handtüchern in mein Schlafzimmer. Trotzdem verstärkten sich die Beschwerden und „rutschten“ vom Hals hinunter in die Bronchien. Jeder tiefere Atemzug wurde von einem Hustenreiz gebremst. Telefonieren ohne Hustenanfall war nicht möglich.

Heilversuche mit Salbei, Thymian, Efeu

Der Hausarzt hörte meine Lunge ab – nichts Beunruhigendes – und verschrieb Husten- und Erkältungspräparate mit Salbei, Thymian und Efeu. Dazu empfahl er mir, mehrmals täglich zu inhalieren. Es tat gut, doch mein hartnäckiger Husten blieb. Wir wechselten die Präparate, ich nahm immunstärkenden Sonnenhut (Echinacea) dazu und lutschte diverse Hustenpastillen, auch mit Isländisch Moos. Täglich um die Mittagszeit ging ich warm eingepackt an die frische Luft, um meine Immunkräfte zu stärken. Eine Physiotherapeutin zeigte mir Dehnübungen für den Brustkorb, welche Bronchien und Lunge etwas weiten und entspannen können – ohne spürbaren Erfolg. Nach sechs Wochen Therapieresistenz drängte mein Hausarzt auf eine Röntgenaufnahme der Lunge sowie eine Lungenfunktionsprüfung. Diese Untersuchungen blieben ohne Befund, auch der Allergie-Test auf diverse Stoffe und Lebensmittel. Einzig auf Äpfel und Haselnüsse zeigte sich eine leichte Hautreaktion.

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Was mir geholfen hat

Suizidale Krise – offene Gespräche und Medikamente

Psychotherap. Patientengespräch

Krisen gehören zum Leben, zu unserer Entwicklung. Erlebt man sie aber so ausweglos, dass man am eigenen Dasein zweifelt und denkt „wie wäre es, wenn ich nicht mehr da wäre?“, ist schnelle professionelle Hilfe wichtig. Marion Jettenberger, selbst erfahrene Therapeutin, hätte nie für möglich gehalten, dass auch sie einmal ein solches Daseins-Tief erfasst.

Meine Depression schien nach neun Monaten überwunden, und ich konnte das Antidepressivum ausschleichen. Da klingelte das Telefon: „Unser Kollege hat sich umgebracht!“ Was für ein Schock! So ein wunderbarer Mensch, mitfühlend, offen und immer lösungsorientiert. Auch für mich war er da gewesen und hatte mich während meiner Depression unterstützt. Nun war er tot – bevor ich mich richtig bei ihm bedanken konnte.

Die Nachricht wühlte mich auf und beschäftigte mich Tag und Nacht. Mit dem Kollegen ist ein Stück Empathie von dieser Welt gegangen. Solche Menschen haben es schwer in einer Umgebung voller Missgunst. Nun hatte er seinen Frieden, und ich konnte ihn irgendwie verstehen. Diese Gedanken ließen sich nicht mehr abschalten.

Niederschreiben der Gedanken entlastete

Plötzlich kam ein schriller Gedanke hinzu: „Ich nehme mir mein Leben“. Ich hielt dagegen, denn ich mag mein Leben, auch wenn es mir mal schlecht geht. Schließlich war ich eine junge Frau mit 33 Jahren und viel Pepp! Doch der Gedanke schien sich im Gehirn einzubrennen. Ich musste darüber reden. Mein Lebenspartner war schockiert und irritiert, genau wie mein Vater. „Marion, Du musst dringend in Behandlung!“ Ich fand das überzogen und beschloss, mit niemandem mehr darüber zu reden. Wenn es mir schlechter gehen sollte, wollte ich mich an eine Kollegin wenden oder in eine psychiatrische Klinik gehen. Die Gedanken kamen weiterhin – ganz ohne Angstgefühle. Ich beschloss, sie niederzuschreiben. Wenn Gedanken ausgesprochen sind, haben sie weniger Macht über uns. Werden sie jedoch immerzu unterdrückt, braucht dies enorme Kraft und Energie. Leider unterliegen Krankheiten der Seele in unserer Leistungsgesellschaft einem Tabu. Das belastet zusätzlich.

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Naturkeilkundlicher Rat

Haarausfall nach den Wechseljahren

Antwort von: Anita Kraut, Heilpraktikerin

Mein Kopfhaar wird im vorderen Stirnbereich seit einigen Jahren immer dünner, und der Haarausfall verstärkt sich, seit ich auf die siebzig zugehe. Der Hautarzt diagnostizierte einen erblich bedingten Haarausfall. In Eigeninitiative gab ich eine Blutuntersuchung in Auftrag, die unter anderem einen erniedrigten Wert von Dihydrotestosteron erbrachte. Meine Hausärztin hat diesen Blutwert zwar als unbedeutend abgetan, doch ich frage mich, ob dieser Wert nicht doch in Zusammenhang mit meinem Haarausfall stehen kann?

Dihydrotestosteron ist ein reines Androgen, ein männliches Hormon. Wäre dieser Wert bei Ihnen zu hoch, könnte er am Haarausfall beteiligt sein. Da der Wert aber zu niedrig ist, hat ihre Hausärztin recht: Er ist in Ihrem Fall ohne Belang.

Nach den Wechseljahren werden aufgrund der sinkenden Östrogene (weibliche Hormone) die Haare dünner oder fallen vermehrt aus. Sie können diesen Prozess ein wenig verlangsamen, indem Sie natürliche Phytoöstrogene zu sich nehmen. Dies sind beispielsweise Produkte mit Granatapfelkernöl (delima-Kapseln) oder mit Gelee-Royal.

Haarausfall kann aber auch durch physikalische und chemische Einflüsse begünstigt werden: aggressives Shampoo, giftiges Haargel, chemische Dauerwelle, künstliche Haarfarbe, heißer Wind vom Haarfön oder klebriges Haarspray. Erfahrungsgemäß bessert sich der Haarausfall wesentlich, wenn schonendere Haarpflegemittel verwendet werden. Waschaktive Substanzen wie Natriumlaurylsulfat (Sodium lauryl sulfate) und ähnliche chemische Verbindungen in herkömmlichen Shampoos belasten die Kopfhaut und sollten daher gemieden werden. Seifen-Shampoos, Haarwaschseifen, Shampoos auf Waschnussbasis sowie Mineralerden sind besser verträglich. Anfangs sind diese Produkte gewöhnungsbedürftig, da sie wenig, oder wie Mineralerde, gar nicht schäumen. Sofern Sie Ihre Haare färben, rate ich Ihnen, auf natürliche Färbemittel umzusteigen (beispielsweise Logona, Santé) oder die Farbe ganz wegzulassen, ebenso die Dauerwelle. Wenn sich der Haarausfall nach der Umstellung der Haarpflegeprodukte innerhalb einiger Wochen bessert, können Sie davon ausgehen, dass die falschen Haarpflegeprodukte der Auslöser waren.