Was mir geholfen hat

Therapien führten aus Mutter-Sohn- Beziehungskrise

Rotes Cabrio auf Landstraße

„Ich kann nicht mehr,“ meldete sich Erik (Name geändert) bei seiner Mutter. Auf ein Gespräch mit ihr wollte er sich aber nicht einlassen. Die Mutter-Sohn-Beziehung war tief gestört. Erik war in einer Lebenskrise und begab sich in Therapie. Parallel arbeitete Jutta Haas (Name geändert) ihr Leben mit einer Psychologin auf. Heute haben Mutter und Sohn eine so offene Beziehung wie nie.

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Naturheilkundlicher Rat

Handelt es sich um einen Prostatakrebs?

Dr. med. Rainer Matejka

Vor einem halben Jahr wurde bei mir (73 Jahre ) eine gutartige Prostatavergrößerung festgestellt. Der Restharn betrug 150 ml, der PSA-Wert war mit 4,98 ng leicht erhöht. Eine OP lehnte ich ab. Ich bevorzugte zunächst eine medikamentöse Therapie mit einem Alpha-1-Rezeptorenblocker und pflanzlichen Produkten, doch selbst nach drei Wochen spürte ich keine Besserung. Bei einer erneuten Untersuchung vor einem Monat lag der Restharn bei 50 ml, doch der Gesamt-PSA stieg auf 6,0. Der Arzt empfahl eine Stanzbiopsie zum Ausschluss eines Karzinoms. Ich stehe einer solchen Gewebeentnahme kritisch gegenüber und sehe auch eine mögliche Prostatareizung als Ursache für den erhöhten PSA-Wert. Vor einigen Tagen wurde mit Hilfe eines MRTs eine chronisch rezidivierende Prostataentzündung bestätigt und dabei ein Gewebe-Areal mit Verdichtungsstruktur festgestellt, was auf ein Karzinom hinweisen kann. Was raten Sie mir?

Die beschriebene Restharnmenge von 150 ml ist doch recht erheblich. Sie ist jetzt aber geringer geworden, was nach meiner Erfahrung darauf hindeutet, dass sie nicht nur von der Größe der Prostata abhängt. Mitunter spielen auch andere Faktoren im Bauchraum eine Rolle, wie Verstopfung, Blähbauch, Lymphstau. Insofern empfehle ich als Allgemeinmaßnahme eine auf Bekömmlichkeit getrimmte Kost.

Sie berichten von einem Behandlungsversuch, der keine Besserung brachte. Alternativ könnten Sie es noch einmal mit dem Nahrungsergänzungsmittel Prostastrong (enthält unter anderem Zink, Roggenpollen, Extrakte aus Sägepalme, Brennnessel, grünen Teeblättern, Kürbiskernen, Ingwer und schwarzem Pfeffer) oder auch Prosta-Kraft (enthält u. a. Lycopin aus Tomaten-Extrakt, Pollen- und Flachs-Extrakt, Extrakt aus Pinien, Sonnenblumen-Lezithin) behandeln. Über beide Produkte habe ich von einigen Patienten recht gute Rückmeldungen erhalten. Zu einer Abtragung der Prostata über die Harnröhre würde ich derzeit eher nicht raten.


Aus der ärztlichen Praxis

Endlich rückfallfrei bei Lippenherpes

Dr. med. Bernharda Schinke
Frau mit Sonnenbrille u.Buch

Anita. S. (Name geändert), 35 Jahre alt, kam mit einer beginnenden Erkältung in die Praxis. Sie klagte über ein spannendes Hautgefühl an der Oberlippe, Schmerzen und Schwellung. Dieses Gefühl kannte sie aus Erfahrung, und sie war sich sicher, dass in wenigen Stunden die halbe Oberlippe mit Bläschen übersät sein würde, die alsbald aufbrechen und gelb verkrusten. „Das nervt mich mittlerweile total. Nur einfach mal Sonne genießen scheint unmöglich. Anschließend tauchen immer die Bläschen auf. Am Meer oder im Gebirge passiert das regelmäßig. Dazu habe ich im Urlaub gar keine Lust. Manchmal ist auch meine Periode der Auslöser.“ Kürzlich, nach einem Zahnarzt-Besuch, plagten sie zusätzlich sogar noch weiß belegte Aphten an der Mundschleimhaut. „Die ganze Wange tut dann weh. Wenn ich besonders gestresst bin, reicht schon ein kurzes Ekelgefühl. Einmal war sogar schon die Augenhornhaut betroffen.“ Nicht nur die äußeren Beschwerden machten Frau S. zu schaffen, sie fühlte sich dann insgesamt sehr schlapp und müde. Oft plagte sie ein Nervenschmerz in der betroffenen Gesichtshälfte. Sie hatte gerade lehrbuchmäßig die typischen Provokationsfaktoren für Lippenherpes beschrieben.

Das Virus, das sich in die Nervenknoten einnistet, nutzt jede Gelegenheit, zur Haut-Schleimhautgrenze zu wandern, am häufigsten an den Lippen, aber auch an die Nase. Immer wenn das Immunsystem geschwächt ist – sei es durch grippale Infekte, Sonneneinwirkung, hormonelle oder klimatische Veränderungen, Ekel, Stress oder bei mechanischem Reiz, wie ihn eine zahnärztliche Behandlung hervorruft – tritt der Herpes in Erscheinung.

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Was mir geholfen hat

Neurodermitis: verträgliche Kost, Sport und Yoga

Frau Yoga-Übung

Anja Kraft (Name geändert) wurde mit 16 Jahren mitten im größten Prüfungsstress von Neurodermitis heimgesucht. Über drei Jahre mied sie unverträgliche Lebensmittel. Die Haut besserte sich phasenweise, reagierte aber weiterhin auf Stress, im positiven Sinn auch auf Entspannung. Mit 25 Jahren fand sie eine gute Lebensbalance verbunden mit schöner, glatter Haut – und das seit 17 Jahren!

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Naturheilkundlicher Rat

Dermatomyositis – Hauterkrankung durch Muskelentzündung

Peter Emmrich M. A., Facharzt für Allgemeinmedizin

Vor drei Jahren entwickelte ich Hautprobleme an den Händen und im Gesicht. Sie wurden an den Händen als Lichen ruber planus und im Gesicht als Rosacea diagnostiziert. Seit zwei Monaten weiß ich von einem fünften Hautarzt, dass ich eine Dermatomyositis (siehe unten) habe. Nächste Woche wird abgeklärt, ob Tumore in meinem Körper wachsen, was bei dieser Erkrankung häufig vorkommt. Die Dermatomyositis wird seit sechs Wochen mit Methotrexat (MTX) behandelt, dazu mit Medikamenten zum Aufbau der Darmflora, sowie mit Zink und Eisen. Im Gesicht ist eine leichte Besserung erkennbar. Allerdings machen mir die Nebenwirkungen von MTX sehr zu schaffen, insbesondere der starke Haarausfall. Deshalb will ich MTX oder ähnliche Medikamente nicht mehr einnehmen. Können Sie eine alternative Therapie empfehlen?

Gehen wir von der endgültigen Diagnose einer Dermatomyositis, auch Lilakrankheit oder Wagner-Unverricht-Syndrom aus, so handelt es sich dabei um eine Muskelerkrankung, deren Ursache unklar ist. Sie gehört in die Gruppe der Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen). Bei 50 Prozent der Dermatomyositiden stellt man parallel Tumoren fest, deshalb empfehlen die Kollegen Ihnen eine Tumorsuche in der Klinik. Diese können vor, nach oder zeitgleich mit den Hautreaktionen in Eierstöcken, Brust, Darm oder der Lymphe (Non-Hodgkin-Lymphom) auftreten, aber auch in Bronchien, Magen und Prostata.

Verbunden mit der Dermatomyositis ist oft ein Anstieg der Enzyme Kreatinkinase und LDH sowie des Leberwertes GOT. Für den eindeutigen Nachweis benötigt man eine Muskelbiopsie. Wird ein Tumor gefunden und entfernt, so verschwinden die Hauterscheinungen von alleine. Da ich kein Foto von Ihrem Gesicht und den Hauterscheinungen habe, kann ich mir auch kein Bild davon machen. Eine Knötchenflechte (Lichen ruber planus) zeigt in vielen Fällen eine spontane Abklingtendenz innerhalb von zwei Jahren. Sie wird oft durch Stress und Leberprobleme ausgelöst. Die Ursache der Kupferrose (Rosacea) ist weitgehend unklar. Manche Forscher vermuten als Auslöser eine Bakterieninfektion. Naturheilkundlich wird eine Beziehung zum Darm gesehen.


Hörsturz: Stressabbau und Pflanzen halfen

Peter Emmrich M. A., Facharzt für Allgemeinmedizin
Mann wählt Telefonnummer

Als Harald morgens mit einem Kunden telefonierte, fing plötzlich sein rechtes Ohr fürchterlich zu fiepen an. Er musste den Hörer auf die andere Seite nehmen, da er auf dem rechten Ohr fast nichts mehr hörte. Eine Kollegin vermittelte ihm rasch einen Termin bei ihrem Hals-Nasen-Ohren-Arzt, und dieser diagnostizierte einen Hörsturz.

Plötzlich fast taub – Auslöser unbekannt
Bei einem Hörsturz handelt es sich um eine meist einseitige Schallempfindungsstörung, die das Innenohr betrifft. Bis jetzt hat man die genaue Ursache noch nicht ermitteln können. Handelt es sich um einen Infarkt im Ohr, sind es Störungen in der Innenohrschnecke oder im Hörbereich des Gehirns? Ein Hörsturz kann gering ausgeprägt sein oder auch zum kompletten Hörverlust führen. Manchmal tritt er gemeinsam mit einem Tinnitus auf. Dabei nimmt der Betroffene Geräusche wahr, die keine äußere, für andere Personen wahrnehmbare Quelle besitzen. Man differenziert zwischen einer akuten Phase bis zum dritten Monat nach Auftreten und einer chronischen im Anschluss an diesen Zeitraum. Bei Harald lag also ein akutes Ohrgeräusch mit Hörstörung vor.

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Aus der ärztlichen Praxis

Rasche Erholung für verstauchten Fuß

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dr. Sportwiss. Christoph Raschka
Junge Bandage am Fuß

Während eines Handballspiels am Wochenende war der 18-jährige Jonas (Name geändert) im Sprungwurf vom gegnerischen Abwehrspieler unterlaufen worden und bei der Landung mit dem Fuß so unglücklich aufgekommen, dass der Hobbyhandballer nach außen umknickte und ausgewechselt werden musste. Nun stellte er sich Montagsmorgens mit geschwollenem Sprunggelenk, an Unterarmgehstützen humpelnd, in der Praxis vor.

Obwohl die Betreuer den geschwollenen, schmerzhaften Knöchel am Spielfeldrand sofort richtig nach dem PECH-Schema behandelt hatten (P = Pause, E = Eis, C = Kompression (engl. „compression“), H = Hochlagern), waren die Beschwerden sehr stark. Jonas hatte deshalb die Unfallklinik aufgesucht, wo glücklicherweise ein Bruch ausgeschlossen werden konnte. Außerdem war ein Diclofenac-Salbenverband angelegt worden.

Sportunfälle sind eine häufige Ursache
Die gewaltsame Überdehnung des äußeren Halteapparats des Sprunggelenks wird in der Sportmedizin auch als Supinationstrauma bezeichnet. Unter Supination versteht man eine über die natürliche Bewegung hinausgehende Innendrehung (Supination), die durch den Unfall hervorgerufen wird. Eine solche Sprunggelenksverstauchung (Distorsion) stellt die häufigste Verletzung in allen Sportarten dar. Bei unserem Handballspieler war in der Klinik die Diagnose einer erst- bis zweitgradigen Distorsion, d. h. eines einzelnen Bandanrisses des seitlichen Bandapparates gestellt worden.

Bei einer erstgradigen Distorsion, bei der der äußere Bandapparat nur überdehnt ist, kann der betroffene Sportler sein Bein noch voll belasten, bei der zweitgradigen hingegen nur noch teilweise oder gar nicht mehr. In diesem Fall ist entweder nur die vordere Bandverbindung zwischen Sprung- und Wadenbein in Mitleidenschaft gezogen oder zusätzlich noch das Band zwischen Waden- und Fersenbein. Bei der drittgradigen Distorsion sind alle drei Außenbänder gerissen, bei der viertgradigen auch noch das innen gelegene Deltaband, was in der Regel dann operativ versorgt werden muss.

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Was mir geholfen hat

Mariendistel und Hildegardmedizin für kranke Leber

Mariendistel-Blüte

Stress, Leberprobleme und Unwohlsein mit Übelkeit schaukelten sich bei Ute Hauer (Name geändert) gegenseitig hoch und ließen sie erahnen, wie stark Sorgen die Leber belasten können. Dieses „Großlabor“ für Speicherung, Auf-, Um- und Abbau von Stoffen kann dann nicht mehr richtig arbeiten. Die Therapeutin hat diese Wechselwirkung in der Behandlung berücksichtigt. Die Leber konnte regenerieren, und die Seele sich erholen.

Foto: naturganznah


Naturheilkundlicher Rat

Nächtliche Schweißausbrüche

Marianne Porsche-Rohrer, HP und Apothekerin

Seit etwa vier Jahren leide ich (60 J.) unter massiven Schweißausbrüchen, vor allem nachts. Ich vermute, dass dies mit den Wechseljahren zusammenhängt, die mit 54 Jahren einsetzten. Die Probleme begannen schleichend und fielen zeitlich mit der schweren Erkrankung sowohl meiner Tochter als auch meiner Mutter zusammen. Zunächst litt ich unter Schlafstörungen, Magenproblemen und Erschöpfungszuständen. Dann kamen die Schwitzattacken hinzu, meist nachts zwischen 3 und 5 Uhr. Zur Zeit nehme ich ein stimmungsaufhellendes Mittel mit Johanniskraut, Baldrian und Passionsblume sowie ein Mittel aus Rosenwurz, das gegen Stress, Angst und chronische Müdigkeit eingesetzt wird.

Ihre Heilpraktikerin hat die Warnfunktionen Ihres Körpers wohl verstanden. Es ist wichtig, dass Sie neben Ihren erkrankten Familienmitgliedern auch sich selbst und Ihren persönlichen Bedürfnissen genügend Beachtung schenken. Ihre Beschwerden sehe ich nicht allein als Wechseljahresbeschwerden, sondern durch die Sorge um Ihre Angehörigen mitverursacht. Ich kenne zahlreiche Menschen, die nach Laborwerten und medizinischen Untersuchungen vollkommen gesund sind, sich aber trotzdem krank fühlen und auch deutliche Krankheitssymptome aufweisen. Verantwortlich für diesen Widerspruch zwischen Befund und Befinden ist das vegetative Nervensystem, das unbewusst arbeitet.


Aus der ärztlichen Praxis

Rheuma: Mit Säften und Salzen Schübe gestoppt

Peter Emmrich M. A., Facharzt für Allgemeinmedizin
Birkenstämme, -äste

Seit vielen Jahren schlief Marina, eine 53-jährige Hotelfachfrau, nicht richtig. Durch den Hotelbetrieb gab es immer wieder Veranstaltungen bis in die Nacht hinein. Sie war zwar hundemüde, fand aber einfach nicht in den Schlaf, wenn sie endlich in ihrem Bett lag. Wie ein Karussell drehten sich dann die Gedanken in ihrem Kopf.

Vor zwei Jahren hatten sich nach einer Bergwandertour auch Schmerzen in allen Gelenken und Muskeln eingestellt. Ein Rheumatologe diagnostizierte eine rheumatoide Arthritis. Dabei handelt es sich um eine chronische, d. h. mehr als sechs Wochen bestehende, meist an beiden Körperhälften gleichzeitig auftretende Gelenkentzündung. Früher nannte man diese Krankheit auch Polyarthritis (griech.: poly = viel), da sich die Entzündung an mehr als zwei Gelenken gleichzeitig zeigt. Sie zerstört nach und nach die Gelenke und schränkt die Beweglichkeit ein. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung: Aus bisher ungeklärten Gründen greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe an und löst lokale Entzündungen aus. Rheumatoide Arthritis tritt familiär gehäuft auf, aber Rauchen scheint das Entstehen der Erkrankung stark zu begünstigen. Konventionell kommen entzündungshemmende Medikamente wie Kortison und nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) neben Physio- und Ergotherapie zum Einsatz. Am Schluss steht für viele als letzter Ausweg die operative Behandlung der zerstörten Gelenke. Darüber war Marina besorgt. Die möglichen Nebenwirkungen der schulmedizinischen Mittel bereiteten ihr ebenfalls Kopfzerbrechen, sodass sie lieber einen naturheilkundlichen Weg einschlagen wollte.

Zungenbelag gibt wichtige Hinweise
Bei der körperlichen Untersuchung fand sich neben den geschwollenen Gelenken ein gelbfarbiger, stinkender Zungenbelag. Zusammen mit den Schlafstörungen und dem Gedankenkreisen ein Hinweis auf Schüßler-Salz Nr. 5, Kalium phosphoricum D6. Davon sollte sie anfangs mehrmals täglich eine Tablette lutschen sowie abends fünf in warmem Melissentee lösen und in kleinen Schlucken vor dem Zubettgehen trinken.

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Was mir geholfen hat

Transplantierter Stuhl beendete Durchfall-Serie

Kranken-Hand auf Bettdecke

Clostridium difficile gehört zu den gefürchteten, resistenten Krankenhaus-Keimen. Frank Bader (Name geändert) hatte sich damit infiziert. Überfallartige Durchfälle erforderten acht Klinikaufenthalte mit zahlreichen Antibiotikagaben und Infusionen. Dieser Teufelskreis und die gesundheitliche Abwärtsspirale konnten erst durch eine „Bakterien-Therapie“ unterbrochen und schließlich gestoppt werden.

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Naturheilkundlicher Rat

Kaffeekonsum bei ayurvedischer Kost?

Dr. med. Ernst Schrott

Seit einiger Zeit ernähre ich mich nach ayurvedischen Prinzipien. Bisher habe ich morgens zwei Tassen Kaffee getrunken. Kann ich dies weiterhin beibehalten oder sollte ich besser zukünftig darauf verzichten?

Kaffee hat aus ayurvedischer Sicht mehrere Wirkungen auf Körper und Geist. Er gilt als „anupanam“, als Transportmedium für Heilmittel, und verstärkt die Wirkung bestimmter ayurvedischer Pflanzenpräparate. In kleiner Menge wird er zusammen mit Pflanzenmitteln eingenommen, die gegen Asthma und Bronchitis eingesetzt werden. Der Hauptgrund dafür ist, dass Kaffee ähnliche Eigenschaften wie Theophyllin besitzt, eine chemische Substanz, die die Bronchien erweitert, den Kreislauf anregt und ebenso wie Koffein den Herzschlag beschleunigt. Sie gelangt in der westlichen Medizin zur symptomatischen Behandlung gegen Asthma zum Einsatz.

Das Koffein regt Vata an, aktiviert darüber hinaus den Stoffwechsel, vermehrt etwas Pitta und wirkt euphorisierend. Wer gutes Kapha besitzt oder auch an einem Übermaß an Ama (das „Unverdaute“, entspricht in etwa den Schlackenstoffen) leidet, dem verleiht der Kaffee daher bekannterweise Schwung und für einige Stunden vermehrte Schaffensfreude. Die ayurvedischen Ärzte schätzen den Kaffee dennoch nicht als Genussmittel. Sie sagen, er bringe keine echte Verbesserung des Stoffwechsels und täusche über Schwächen und Störungen des Verdauungsfeuers hinweg. Außerdem habe er deutliche rajassteigernde Wirkung, vermehre also zum Beispiel psychische Gereiztheit und Überempfindlichkeit.


Naturheilkundlicher Rat

Inkontinenz und trockener Intimbereich

Heide Fischer, Ärztin

Seit drei Monaten bin ich wegen trockener Scheiden-innenwände, Blasensenkung und Inkontinenz in Behandlung. Durch regelmäßige Übungen habe ich wieder weitgehend einen kontrollierten Urinabgang, nur manchmal funktioniert er nicht ganz. Es ist nicht viel und trotzdem sehr störend. Gibt es eine Möglichkeit, das wieder in den Griff zu bekommen? Was können Sie mir für meine trockenen Schleimhäute empfehlen?

Zunächst einmal freue ich mich als Ärztin, dass Sie eine motivierte Patientin zu sein scheinen, die wirklich etwas für ihren Beckenboden tut. Wenn Sie aus ihrem jetzigen Trainingsprogramm eine Handvoll Übungen für die tägliche Praxis beibehalten könnten, wäre das eine gute Voraussetzung, auch den Rest ohne OP in den Griff zu bekommen. Sie müssen wissen, dass ab einem gewissen Alter (bei manchen schon ab 40, bei anderen ab 50) die Estriolspiegel im weiblichen Organismus absinken. Dies hat vor allem Konsequenzen für die Befeuchtung und Stabilität der Schleimhäute in der Vagina, aber auch in der Blase, am Auge, in der Nase etc. Während die hormonellen Stürme der Wechseljahre sich irgendwann beruhigen, bleibt die Schleimhautpflege uns Frauen jedoch bis ans Lebensende erhalten. Nur dass die Wenigsten das wissen und es einem auch niemand sagt.


Was mir geholfen hat

Die Geige wurde in tiefer Trauer zur Seelsorgerin

Geigenspielerin

Als die Eltern ihrer Tochter das Geigenspiel schmackhaft machten, eröffneten sie ihr nicht nur einen Weg in die klassische Musik, sondern auch eine Möglichkeit, ihre Emotionen auszudrücken. Jahrzehnte später wurde für Annick Neumeister die Geige zur Seelen-trösterin, die ihr half, den Tod ihres Sohnes zu verkraften.

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Aus der ärztlichen Praxis

Homöopathie bietet Hilfe bei Panik und Schwermut

Peter Emmrich M. A., Facharzt für Allgemeinmedizin
Katze

Stefanie hatte eine Katze, die sie seit mehr als acht Jahren sehr liebte. Eines Morgens, als sie aus dem Haus auf die Straße trat, sah sie ihren Liebling angefahren am Straßenrand liegen. Schockiert packte sie das Tier unverzüglich in eine Tragetasche und fuhr mit ihm zum Tierarzt. Doch es war schon zu spät: Er konnte leider nicht mehr helfen. Die Katze verstarb noch im Laufe des Vormittags an ihren inneren Verletzungen.

Erster Schock aktiviert Panik und Fluchtinstinkt
Stefanie reagierte panikartig, als sie am Mittag vom Tod ihrer Katze hörte. Sie schrie und rannte entsetzt aus der Tierarztpraxis. Eine Freundin brachte die völlig aufgelöste Stefanie in meine Sprechstunde. Sie erhielt als erstes Aconitum C200, den potenzierten Sturmhut. Das ist das Hauptmittel in der Homöopathie bei allen Formen von plötzlicher Panik. Innerhalb weniger Minuten beruhigte sie sich und konnte merklich entspannter mit ihrer Freundin nach Hause gehen.

Zu Hause sollte Stefanie das Mittel weiter nehmen. Dazu gibt man in ein Glas Wasser zwei Globuli (Streukörnchen) Aconitum C200, rührt mit einem Plastiklöffel kräftig um und nimmt alle 15 bis 20 Minuten einen Schluck. Merkt der Betroffene, dass es ihm besser geht, werden die Abstände erweitert. Meist reichen bereits zwei bis drei Schlucke am Tag aus. Daran hielt sich Stefanie.

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Naturheilkundlicher Rat

Harndrang

Peter Emmrich M. A., Facharzt für Allgemeinmedizin und Diplom-Biologe

Ich leide unter Harndrang und frage mich, ob dies in meinem Alter von 67 Jahren von der Prostata oder der Blase verursacht wird. Im Urin gibt es keine Anhaltspunkte für Entzündungen. Können hier Schüßler-Salze, Zinnkrauttee, Weidenröschentee, Granatapfelsaft, grüner Hafertee, Brennnesseltee und Lapachotee helfen – auch hoch dosiertes Vitamin C und D, Zink, Selen – oder ist eine Antibiotikumgabe zweckmäßig?

Leider haben Sie mir Ihren PSA-Wert nicht mitgeteilt, und ob es einen Ultraschalluntersuchungsbericht des Unterbauchs gibt. Das sollten Sie von Ihrem Arzt abklären lassen, um etwas Organisches auszuschließen. Da Sie anscheinend keine Blasentzündung haben, ist die Gabe von Antibiotika nicht zweckmäßig.

Die Prostata des Mannes kann sich im Alter gutartig vergrößern und von unten auf den Schließmuskel der Blase drücken Das löst einen Harndrang aus (siehe auch Naturarzt 6/2016: „Prostata mit Schüßler-Salzen unterstützen“) und könnte die Ursache Ihrer Beschwerden sein. Der PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) steigt bei Entzündungen an. Deshalb sollte Ihr Arzt diesen Wert aus Ihrem Blut bestimmen. Auch habe ich immer wieder erlebt, dass eine Störung der Beckenbodenmuskulatur einen ständigen Harndrang erzeugen kann. Ich empfehle daher die Beckenbodenmuskulatur zu trainieren. Anleitung: Spannen Sie die Muskulatur im Dammbereich für 10 Sekunden an und entspannen Sie sie wieder. Dies zehnmal wiederholen und die Übung dreimal täglich durchführen. Bitte beurteilen Sie den Erfolg frühestens nach vier Wochen.


Aus der ärztlichen Praxis

Verborgene Lymphozele verursachte Schmerzen

Priv.-Doz. Dr. med. Rainer Brenke
Wanderschuhe vor Bergen

Als Ödem bezeichnet man eine Schwellung im Gewebe, die auf Flüssigkeitsansammlungen in den Zellen oder im Zwischenzellgewebe zurückzuführen ist. Je nach Lokalisation können die Schwellungen sicht- und/oder tastbar sein. Die Gründe für das Auftreten sind vielfältig. Als eine der Ursachen kommt ein gestörter Lymphabfluss in Frage – dann handelt es sich um ein eiweißreiches Lymphödem, das zu einer vermehrten Bildung von Bindegewebe führen kann. Der Gedanke liegt nahe, dass derart verfestigte Ödeme auf Nerven drücken und damit Schmerzen oder gar Lähmungen verursachen könnten. In der Regel ist das aber nicht der Fall. Das liegt schon daran, dass sich Lymphödeme vorwiegend im Bereich von Haut und Unterhaut abspielen, die Nerven aber in der Regel tiefer verlaufen. Außerdem kann sich das Gewebe durch die weiche Haut relativ gut nach außen ausdehnen. In diesem Zusammenhang denkt man bei Schmerzen oder Lähmungen – zumindest nach Krebsoperationen – eher an ein erneutes Auftreten des Tumors oder die Folgen einer Strahlentherapie. Doch manchmal liegt die Ursache an ganz anderer Stelle, was zeigt, dass man stets genauer nachforschen sollte.

Im Frühjahr des Jahres wandte sich die 61-jährige Grieta S. (Name von der Redaktion geändert) aus Norddeutschland mit der Bitte um Rat an uns. Im Jahr zuvor war sie wegen eines Unterleibskarzinoms operiert worden. Dabei wurden auch zwölf Lymphknoten im Bauchraum entfernt.

Einige Monate danach entwickelte sich ein Lymphödem am rechten Bein, das zur Entstauung regelmäßig mit einer Lymphdrainage behandelt wurde. Aus naturheilkundlicher Sicht kann das Zellmilieu auch durch homöopathische Komplexmittel wie Lymphdiaral® oder Lymphomyosot® zusätzlich verbessert werden. Gegen eine Verfestigung des Ödems durch Freisetzung freier Radikaler im betroffenen Bereich kann auch ein Selenpräparat eingesetzt werden. Entwässernde Maßnahmen, wie z. B. Brennnesseltee, waren im Fall von Frau S. wegen der Förderung einer Verfestigung längerfristig nicht angezeigt. Schulmedizinisch erfolgten eine Bestrahlung und Chemotherapie.

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Naturheilkundlicher Rat

Medikamente bei Typ-2-Diabetes

Dr. med. Volker Schmiedel

Im Alter von 53 Jahren bekam ich die Diagnose: Diabetes mellitus Typ 2. Ich wiege weiterhin etwa 110 Kilogramm bei einer Körpergröße von 186 cm. Ich werde bereits seit zehn Jahren behandelt und bin inzwischen mit vier verschiedenen Antidiabetika (Metformin®, Byetta®, Glimepirid®, Insulin) eingestellt. Außerdem nehme ich einen Blutdrucksenker (Amlodipin) und ein Antidepressivum (Elontril® 300). Ich fürchte, dass mir so viele Mittel nicht guttun. Kann ich nicht einige davon absetzen?

Bei allen Medikamenten müssen wir Risiko und Nutzen gegeneinander abwägen. Die Devise sollte lauten: So viel Naturheilkunde wie möglich, so wenig Schulmedizin wie nötig. Mit den Antidiabetika sind Sie in der Tat maximal abgedeckt. Ob dies auch optimal ist, vermag ich ohne Kenntnis weiterer Fakten nicht zu sagen. Den entscheidenden Wert des HbA1c, der die Langzeiteinstellung des Blutzuckers angibt, haben Sie leider nicht mitgeteilt. Heute wird bei medikamentös eingestellten Diabetikern ein HbA1c–Wert zwischen 7,0 und 7,5 % angestrebt, bei diätetisch eingestellten Diabetikern sollte er möglichst niedrig sein, das heißt unter 6 % liegen.


Was mir geholfen hat

Reizknie: Therapie mit Blutegeln und Gleichstrom

Mann beide Hände am Knie

Die Knie-Probleme begannen bei Rita Fehst vor zehn Jahren schleichend, zunächst mit Schmerzen nach langen Wanderungen. Als sie in beiden Knien massiv von Stichen geplagt wurde, erhielt sie die Diagnosen Reizknie und Arthose. Kortisonspritzen halfen nicht, aber mit naturheilkundlichen Mitteln bekam sie Entzündungen und Schmerzen in den Griff.

Foto: iStockphoto/Wavebreakmedia


Aus der naturheilkundlichen Praxis

Makuladegeneration natürlich ausgebremst

Klaus Kleiber, Heilpraktiker
Frau schaut durch 2 gespreizte Finger

Doris H. (62 Jahre) bemerkte über Monate hinweg eine Verschlechterung der Sehkraft des rechten Auges. Der Augenarzt, den sie aufgesucht hatte, diagnostizierte eine trockene Makuladegeneration. Momentan könne er nichts weiter machen, als ihr einige Augen-Vitamine zu verschreiben (siehe dazu auch den Naturarzt-Artikel „Welche Mikronährstoffe dem Auge helfen“ in Ausgabe 7/2009). Familiär bedingt hatte Frau H. schon von der Makuladegeneration gehört und wollte sich deshalb mit dieser Auskunft nicht zufrieden geben. Nun suchte sie nach Alternativen.

Nach einem ausführlichen Erstgespräch und dem Sehtest wurde sie auch mit Hilfe der Optischen Koheränz-Tomographie (OCT) untersucht. Es handelt sich dabei um eine Art Scanner, der auf schonende Weise die Netzhaut abtastet und dabei ein farbiges Bild erstellt. Das Ergebnis zeigte am rechten Auge eine Makuladegeneration und lieferte die Erklärung für den vorhandenen Sehkraft-Verlust von 30 Prozent.

Scanner macht Risiken sichtbar

Jedoch auch beim vermeintlich „guten“ Auge – der Arzt stellte dort eine Sehschärfe von 100 Prozent fest – war auf den hochauflösenden Bildern eine erhebliche Anzahl an Drusen (Einlagerungen von Stoffwechsel-Endprodukten) zu erkennen, die typisch für eine Makuladegeneration sind, aber zum Glück noch keinen Einfluss auf die Sehschärfe genommen hatten. Durch solche Vorboten stand aber die zu erwartende Verschlechterung der Sehkraft auch auf diesem Auge sozusagen auf Messers Schneide.

Als langjährige Naturarzt-Leserin ernährte sich Frau H. sehr gesundheitsbewusst und nahm keine allopathischen Medikamente zu sich. Dadurch waren die Voraussetzungen für eine alternative Behandlung sehr günstig.

Foto: contrastwerkstatt/Fotolia