Aus der ärztlichen Praxis

Blaseninfekte ohne Antibiotika im Griff

Peter Emmrich, Facharzt für Allgemeinmedizin
Frau hält Wärmflasche auf Bauch

Mareike ist eine 42-jährige Fremdsprachenkorrespondentin eines großen Verlagshauses. Oft ist sie mehrere Tage mit Ihrem Chef auf Geschäftsreise unterwegs und meist passiert es auf der Rückreise: eine heftige Blasenentzündung macht ihr das Leben zur Hölle. Starke Schmerzen peinigen sie Tag und Nacht. Seit ihrem 18. Lebensjahr tritt diese Blasenentzündung immer wieder auf, mal monatlich und dann wieder erst nach zwei oder drei Monaten Pause. Meist helfen Antibiotika, aber oft muss sie starke Schmerzmittel nehmen, weil sie es einfach nicht mehr aushält. Nicht nur, dass ein ständiger Harndrang (Pollakisurie) besteht, auch die quälenden, stechenden Schmerzen zehren stark an ihrem mittlerweile schon sehr schwachen Nervenkostüm. Sie hat inzwischen bestimmt mehr als acht Urologen konsultiert und die Praxen meist lediglich mit einem Rezept über ein Antibiotikum wieder verlassen.

Blaseninfekt – ein Schleimhautproblem

Die Hintergründe dieser chronischen Schleimhautentzündung liegen allerdings woanders: 80 Prozent des Abwehrsystems sind im Darm etabliert. Via Blutbahn kommen die Abwehrzellen von dort zu allen Schleimhäuten des ganzen Körpers, auch zu den Augen, Ohren, Nase, Lunge, den Schleimhäuten der Urogenitalorgane sowie den Gelenkinnenhäuten. Ein hochkomplexes System also, das wir positiv stärken müssen, damit die Blasenschleimhaut genug Widerstandkraft erhält.

Foto: absolutimages/Fotolia


Naturheilkundlicher Rat

Hauterkrankung Granuloma anulare

Antwort von: Anita Kraut, Heilpraktikerin

Schon seit mehreren Jahren leide ich an der Hauterkrankung Granuloma anulare. Bisher waren alle Therapieversuche erfolglos. Können Sie mir einen Rat geben?

Granuloma anulare ist eine harmlose, nicht ansteckende, gutartige Hautveränderung. Meist findet man sie auf Fuß- und Handrücken als ringförmig angeordnete, sich ausbreitende, harte, blass-rot gefärbte Papeln oder Knötchen. Der Vorteil: Granuloma anulare zeigt keinen Juckreiz und heilt auch meist von alleine wieder narbenlos ab. Das Hauptproblem ist die Sichtbarkeit der Erkrankung, die zur seelischen Belastung des Betroffenen führt und auch Außenstehende verunsichern kann. Die Ursachen von Granuloma anulare sind unbekannt. Daher begrenzt sich die Schulmedizin bei der Therapie dieser Hautkrankheit auch meist auf Kortisongaben und Bestrahlungen mit UV-Licht – mit mehr oder weniger gutem Ergebnis.

In der Naturheilkunde berücksichtigen wir mögliche Grunderkrankungen, Lebensweise, Charakter des Patienten, Umfeld usw. Oft finden sich dann erstaunliche Gründe für das Auftauchen oder Verschwinden von Granuloma anulare. Einige Beispiele: Bei einem 7-jährigen Jungen tauchte Granuloma anulare am Po auf, nachdem er sich versehentlich in einen Ameisenhaufen gesetzt hatte. Als die durch das Ameisengift geröteten Hautstellen abgeheilt waren, entwickelte sich Granuloma anulare und heilte nach einem Jahr von selbst ab. Was jedoch nicht bedeutet, dass Ameisen oder andere Insekten grundsätzlich die Auslöser sind. Eine junge Frau war begeistert, dass mit Beginn ihrer Schwangerschaft ihr Granuloma anulare ganz verschwand, was für sie vorher jahrelang ein ästhetisches Problem war. Ein Mann mittleren Alters stellte seine Ernährung auf vegetarische Kost um. Seine Haut wurde gesund und das Granuloma anulare verschwand. Eine Dame mittleren Alters entdeckte erste Anzeichen für Granuloma anulare, als sie mitten in der Trennungsphase stand.


Naturheilkundlicher Rat

Artischockenpräparate zur Gewichtsreduktion?

Antwort von: Dr. med. Volker Schmiedel

Immer wieder gibt es neue „Wundermittel“ zur Gewichtsreduktion. Jetzt habe ich von einem Artischockenpräparat gehört. Die Artischocke wird dabei als natürlicher „Fatburner“ beschrieben. Das leuchtet mir ein. Können Sie mir sagen, ob das stimmt und welche Präparate geeignet sind?

Die Artischocke ist ein nährstoffreiches, gleichzeitig aber kalorienarmes Gemüse und als Bestandteil einer Diät sehr gut zur Gewichtsreduktion geeignet. 100 Gramm enthalten nur 20 kcal, dabei mehr als 10 Gramm Ballaststoffe. Es handelt sich also um ein sowohl energiearmes als auch ballaststoffreiches Gemüse, welches daher gut zur Sättigung beitragen kann. Die Artischocke ist damit aber nicht besser und nicht schlechter als die meisten anderen Gemüse. Wem Artischocken schmecken, der darf sie – genau wie alle anderen Gemüsearten – oft in seinen Menüplan einbauen. Das meinen Sie aber vermutlich nicht.

Sie sprechen vielmehr von Artischockenkapseln, die hoch konzentrierten Artischockenextrakt enthalten und damit ein pflanzenheilkundliches Medikament darstellen – auch wenn einige Hersteller ihr Präparat arzneimittelrechtlich als Nahrungsergänzung oder als diätetisches Lebensmittel haben registrieren lassen. Solche Artischockenmittel setze ich sehr gern bei Fettverdauungsstörungen ein, wenn diese von der Galle kommen.


Was mir geholfen hat

Anthroposophische Langzeit-Therapie heilte „Bechterew“

Brigitte Jauch
Frau, Hände am Rücken

Zuerst fühlte die 18-jährige Brigitte Jauch leichte Hüftschmerzen und eine Steifigkeit. Es folgten zehn Jahre mit schlaflosen Nächten und drei starken Schmerzschüben bis zur Diagnose „Morbus Bechterew“. Diese entzündliche Rheumaerkrankung der Wirbelsäule gilt als unheilbar. Doch anthroposophische Medizin konnte helfen.

Erstmals im Alter von 18 Jahren bemerkte ich im Liegen Schmerzen in der Hüfte. Nach dem Aufstehen fühlten sich die ersten Schritte steif an. Das war 1983. Sonst war ich sportlich, rank und schlank. Im Laufe der Zeit steigerten sich die Beschwerden. Nachts konnte ich nicht mehr durchschlafen. Schließlich lebte ich mit einem Dauerschmerz, auch tagsüber. Schmerzmedikamente lehnte ich ab, da mir die Ärzte nicht sagen konnten, an welcher Krankheit ich litt. Mit 22 Jahren erlebte ich einen starken Schmerzschub, zwei Jahre später folgte der nächste noch stärkere. Ich war bewegungsunfähig und wochenlang krankgeschrieben. Die Röntgenaufnahmen zeigten angegriffene Hüftgelenke. Im Alter von 25 Jahren rieten mir Klinik-Ärzte zu einem künstlichen Hüftgelenk. Ich lehnte ab.

Diagnosestellung erst nach elf Jahren

Inzwischen konnte ich nur noch Gesundheitsschuhe tragen – auch wenn dies im Service der gehobenen Gastronomie nicht gern gesehen ist! Doch Pumps verursachten prompt starke Hüft- und Rückenschmerzen. Wenn ich mal schräg auftrat, strahlten sie bis in den Kopf hoch. Es folgte 1994 ein extrem schmerzhafter Schub. Diesmal war die Wirbelsäule mitbeteiligt, weshalb sie erstmals auch geröntgt wurde. Dies führte zur Diagnose Morbus Bechterew, einer entzündlichen, rheumatischen Erkrankung, die bevorzugt die Wirbelsäule befällt und als unheilbar gilt. Ein Bluttest bestätigte, dass ich HLA-B27-Trägerin (HLA = Human Leukozyten Antigene) bin. Diese Eiweißstrukturen auf den Zellen signalisieren eine erhöhte Bereitschaft für die Krankheit.

Foto: Thinkstock/STEFANOLUNARDI


Aus der ärztlichen Praxis

Homöopathie stoppte heftige Durchfälle

Peter Emmrich, Facharzt für Allgemeinmedizin
Klohäuschen auf Berg

Die 53-jährige Lehrerin Sabine M. (Name von der Redaktion geändert) klagte darüber, seit fünf Jahren unter einem morgendlichen, wässrigen, reichlichen und spritzenden Durchfall zu leiden, welcher oft sehr übelriechend sei. Sie habe schon drei Darmspiegelungen (Koloskopien) über sich ergehen lassen, jedoch ohne Befund. Auch wurden keine krankhaften Erreger gefunden. Zwei Universitätskliniken hatten sie komplett auf den Kopf gestellt. Diagnose: Reizdarm.

Nicht immer ist ein Keim der Auslöser

Immer wieder begegne ich im Praxisalltag solchen scheinbar „unheilbaren“ Fällen. Oftmals, wenn nichts Organisches vorliegt oder die bekannten Erreger (Viren, Bakterien, Parasiten) negativ getestet wurden, bekommt der Patient letztendlich die Diagnose Reizdarm (lesen Sie hierzu auch den Naturarzt-Artikel „Strategien gegen Reizdarm-Symptome“ aus Ausgabe 7/2015). Die Dame kontaktierte zwar auch schon zwei Heilpraktiker, welche eine Symbioselenkung bei ihr durchführten, jedoch mit wenig bis keinem Effekt. Hierbei bekommt der Patient Keime verabreicht, welche zur natürlichen (physiologischen) Darmflora gehören und vermindert sind. Oftmals kommen solche, von Misserfolgen völlig frus-trierten Patienten nach langer Odyssee zum Homöopathen.

Die beschriebene Darmentleerungsstörung gleicht einer schmerzlosen Cholerainfektion, ohne dass ein Erreger nachweisbar wäre. Diese gussartig und teilweise übelriechende Darmentleerung bestand bei Frau M. nun schon seit Jahren. Es fand sich ein aufgetriebener Bauch, und beim sanften Druck im Bereich des rechten Oberbauches, also in der Region Leber/Gallenblase/rechte Dickdarmbiegung, ließ sich ein diskreter Schmerz auslösen.

Foto: iStockphoto/Silvrshootr


Was mir geholfen hat

Schlaganfall: trotz später Diagnose beruflich wieder fit

Renate Dibbern
Frau am PC

Erst der Augenarzt erkannte hinter dem Gesichtsfeld-ausfall der 45-jährigen Renate Dibbern einen Schlaganfall. Vier Tage waren verstrichen! Wertvolle Zeit für eine effektive Erstbehandlung! Es folgten 15 Monate Krankschreibung, in denen sie sich durch Eigeninitative und Willensstärke zu ihrer beruflichen Fitness als Programmiererin zurücktrainierte.

Als ich am 4. Juni 1996 frühmorgens unsere Kätzchen füttern wollte, schwankte plötzlich der Boden, ich konnte nicht mehr richtig sehen und mich orientieren. „Mit mir stimmt etwas nicht“, rief ich meinem Mann zu. Unser herbeigeeilter Hausarzt wies mich sofort in das nächste Krankenhaus ein.

Verspätete Diagnose – verspielte Heilchance

Die zahlreichen Untersuchungen brachten – bis auf einen erstmals erhöhten Blutzucker – keinen Befund, der die Ärzte zu einer Diagnose geführt hätte. Mit meinen Sehproblemen schickten sie mich Tage später zu einem Augenarzt, denn das Bild, das ich sah, war von den Seiten zusammengeschoben und im rechten oberen Drittel: Dunkelheit. Ich konnte nichts lesen, obwohl meine Augen in Ordnung waren. Sofort vermutete der Augenarzt einen Schlaganfall. Vier Tage waren seit dem Vorfall verstrichen – wertvolle Zeit für eine effektive Thrombenauflösung!

Foto: Thinkstock/Monkey Business Images


Aus der ärztlichen Praxis

Zahnpasta und Birkenrinde gegen Dellwarzen erfolgreich

Dr. med. Ella Neumann
Birkengruppe

Vor vielen Jahren kam Elke M. (Name von der Redaktion geändert) mit ihrem Sohn Lukas in die Ambulanz. Damals arbeitete ich noch an der Universitätsklinik und behandelte viele schwere, therapieresistente Fälle. Aber einen so ausgeprägten Befund in Bezug auf Warzen wie bei diesem Jungen, habe ich seitdem nie wieder gesehen.

An beiden Oberschenkeln hatte er hunderte von Dellwarzen. Von einem niedergelassenen Kollegen bekam ich das Ergebnis einer Gewebsuntersuchung mit der entsprechenden Diagnose. Eine Behandlung hatte bis jetzt nicht stattgefunden, weil die befallene Fläche für eine schulmedizinische Behandlung einfach zu groß war.

Der „Virenkiller“ Menthol ist mit Vorsicht zu genießen

Ich leitete eine lokale Therapie mit zwei unterschiedlichen Wirkstoffen ein: Menthol und Birkenrindenextrakt. Menthol wirkt antiviral, Birkenkorkextrakt antientzündlich und beruhigend. Für die mentholhaltige Einreibung eignet sich eine starke Zahnpasta. Sie wird einmal täglich am besten tagsüber dünn aufgetragen. Bei Lukas mussten wir großflächig vorgehen, sonst genügt es, punktuell zu behandeln. Menthol kann die Haut stark reizen, was einerseits zur Stimulation des Immunsystems erwünscht ist, andererseits aber einen sehr vorsichtigen Umgang damit voraussetzt. Falls es zu Rötungen kommt, pausiert man einen Tag oder benutzt die Paste grundsätzlich nur jeden zweiten Tag. Abends wäscht man sie mit warmem Wasser wieder vorsichtig ab.

Foto: Aleksandr Matveev-Fotolia.com


Naturheilkundlicher Rat

Medikamente: weniger ist mehr

Antwort von: Dr. med. Rainer Matejka

Seit 20 Jahren nimmt mein heute 73-jähriger Mann täglich Unmengen von Medikamenten ein, weshalb wir uns um mögliche Nebenwirkungen sorgen und am liebsten reduzieren oder mit alternativer Medizin austauschen möchten. Wir bitten Sie um Prüfung der Medikamentengabe und um eine Zweitmeinung. Mein Mann leidet unter einem hohen Blutdruck, teilweise liegt er bei 195 zu 100 mm Hg. Zur Blutdrucksenkung nimmt er täglich eine Tablette Lisinopril 20 mg, Bisoprolol plus 10/25, und Amlodipin 5 mg. Außerdem braucht er Schilddrüsen-Medikamente, seit ihm vor 18 Jahren wegen Überfunktion ein Teil der Schilddrüse entfernt wurde. Er nimmt täglich eine Tablette Euthyrox® 175 Mikrogramm, dazu L-Thyroxin Henning 50 plus – nun wegen Schilddrüsenunterfunktion. Zur Senkung seines erhöhten Cholesterinwertes nimmt er außerdem täglich ½ Tablette Simvastatin 20 mg.

Soweit ich aus Ihren beigelegten Arztbefunden ersehe, erscheint mir das Betablocker-Medikament Bisoprolol plus ziemlich hoch dosiert zu sein. Das Problem ist, dass bei 10 mg Bisoprolol plus häufig ein müde machender Betablocker-Effekt zum Tragen kommt. Das „plus“ bedeutet, dass das Kombinationspräparat 25 mg des Entwässerungsmittels Hydrochlorothiazid (HCT) enthält, das langfristig zur Ausschwemmung von Mineralstoffen führt und als Nebenwirkung oft den Harnsäure-, Fett- und Zuckerstoffwechsel verschlechtert. Insofern wäre zu überlegen, ob Ihr Mann es einmal mit anderen Medikamenten versuchen sollte. Sie müssten dies allerdings mit dem Hausarzt absprechen.

Denkbar erscheint mir, die Amlodipin-Dosis zu verdoppeln, auf 10 mg pro Tag. Das Bisoprolol sollte auf die Hälfte reduziert, der Entwässerungsanteil herausgenommen und gesondert zunächst jeden zweiten Tag 25 mg HCT eingenommen werden.

Naturheilkundlich gibt es kaum noch brauchbare Blutdrucksenker. Am ehesten bietet sich Homviotensin® an, ein Kombinationsmittel, welches unter anderem Rauwolfia enthält (Vorsicht bei Depressionen und Nasennebenhöhlenproblemen). Hinzukommen sollten Allgemeinmaßnahmen wie gesunde Kost, Bewegung und Entspannungsübungen. Neuere Untersuchungen zeigen, dass dunkle Schokolade (ein Riegel/Tag) und Rote-Bete-Saft (ca. 100 ml/Tag) ebenfalls leicht blutdrucksenkend wirken.


Naturheilkundlicher Rat

Taubheitsgefühle nach Spinnenbiss

Antwort von: Dr. med. Markus Pfisterer

Vor zwei Jahren wurde ich in Kalifornien von einer winzigen roten Spinne in den linken Fußknöchel gebissen. Es bildeten sich Blasen und eine starke Schwellung, die ich während des Rückfluges mit Pflaster und Lymphstrumpf unterdrückte. Eine langsame Besserung brachten Antibiotika, doch eine leichte Schwellung und vor allem ein Taubheitsgefühl im linken Fuß blieben zurück. Nach Abklingen der akuten Beschwerden brachten Wärme und Lymphdrainage Linderung. Meine Physiotherapeutin verglich dabei meine Lymphe mit einem dicken Sirup, da sie normalerweise dünnflüssiger sei. Homöopathisch ergänzte ich die Behandlung mit Ledum C30, das bei Insektenstichen und Zeckenbissfolgen eingesetzt wird, doch ohne nennenswerte Wirkung. Bei einer umfassenden Blutuntersuchung wurde nun ein leicht erhöhter Borreliose-Wert entdeckt. Mit einer dafür vorgesehenen langwierigen Antibiotikabehandlung kann ich mich allerdings nicht anfreunden. Was kann ich aus Ihrer Sicht tun?

Ihre Unterlagen zur neurologischen Untersuchung zeigen eindeutig, dass bei Ihnen eine Polyneuropathie vorliegt, also eine Schädigung von peripheren Nerven, die die Muskeln versorgen und für die Sensibilität der Haut verantwortlich sind. Die Ursache dafür wurde in Ihrem Fall leider nicht gefunden. Für die Entstehung einer Polyneuropathie sind häufig Infektionen, etwa mit Borrelien, Chlamydien, Ehrlichien oder bestimmten Viren verantwortlich. Außerdem kann sie bei Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder erblich bedingter defekter Synthese des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin (Porphyrien) entstehen, ebenso bei Autoimmunerkrankungen, Tumorleiden sowie bei chronischen Toxinbelastungen mit nervengängigen Giften.

Des Weiteren können anatomische Störungen eines guten Nervenzusammenspiels aufgrund von Kompressionssyndromen, Knochenbrüchen und anderen Verletzungen zu einer Polyneuropathie führen.


Was mir geholfen hat

Zusammenbruch: Selbsthilfegruppe gab Stabilität

Bernhard Schwarz (Name geändert)
Mehrere Leute im Gespräch

Massives Mobbing im Betrieb führte bei Bernhard Schwarz (Name geändert) zum Gefühl der Wertlosigkeit, schließlich zum Zusammenbruch. „Allen geht es besser, wenn es mich nicht mehr gibt,“ setzte sich in seinem Kopf fest. Mit professioneller Hilfe gelang es ihm, ein neues Leben aufzubauen. An seiner emotionalen Stabilität arbeitet er in einer Selbsthilfegruppe.

Bereits im Alter von 21 Jahren lebte ich mit Frau und Sohn in einer schönen Wohnung, hatte eine Arbeit und ein Auto. Alles lief jahrelang erfolgreich – zumindest von außen gesehen. Dabei fühlte ich mich an meinem Arbeitsplatz zunehmend unwohler. Meine Kollegen mobbten mich, besuchten etwa meine Kunden und sagten, ich sei krank. Ich fühlte mich immer wertloser und kleiner, trotz meiner 1,90 m
Körpergröße. Der Gedanke „Allen geht es besser, wenn es mich nicht mehr gibt“, meldete sich immer öfter. Schließlich brach ich völlig zusammen. Dabei weinte ich bei einem guten Vertragsabschluss, ohne es selbst zu merken. Ich war damals 33 Jahre alt.

Foto: Shutterstock/Monkey Business Images


Naturheilkundlicher Rat

Erhöhter Blutdruck in den Wechseljahren

Antwort von: Dr. med. Rainer Matejka

Seit drei Jahren habe ich eine Tendenz zu erhöhtem Blutdruck, obwohl ich mit meinen 47 Jahren sehr schlank und auch sportlich aktiv bin. Auch die Pulsfrequenz liegt mit 75 bis 85 Schläge pro Minute immer leicht erhöht. Ich habe den Eindruck, dass alles mit dem „Start“ in die Wechseljahre begann. Zwischenzeitlich nahm ich niedrig dosiert einen Betablocker. Da ich zeitweise an Depressionen leide und dann Antidepressiva nehme, riet mir mein Arzt von Betablockern ab, da sie diese Neigung verstärken würden. Am liebsten käme ich ganz ohne blutdrucksenkende Medikamente aus. Doch trotz gesunder Ernährung und viel Bewegung liegt der untere Blutdruckwert meist bei über 90 mm Hg, der obere Wert bewegt sich im Normbereich. Ich bin allerdings ein sehr unruhiger, nervöser Typ. Organisch wurde auf den ersten Blick nichts gefunden. Welche Empfehlungen können Sie mir geben?

Bei Ihrer Neigung zu erhöhtem Blutdruck und erhöhter Pulsfrequenz wäre ein Betablocker im Prinzip richtig. Allerdings stimmt es auch, dass dadurch eine depressive Tendenz verstärkt wird. Deswegen würde ich es in der Tat ohne Betablocker versuchen. Alternativ könnten sie ein „Sartan“ einnehmen. Mit diesem Schlagwort wird eine Gruppe von Blutdrucksenkern abgekürzt, deren Wirkstoff mit der Endung „sartan“ bezeichnet wird. Speziell der Wirkstoff Candesartan wird meist recht gut vertragen.


Aus der ärztlichen Praxis

Nierensteinleiden mit Säften bekämpft

Dipl.-Biol. Peter Emmrich, Facharzt für Allgemeinmedizin
Petersilie

Heinz B., 68 Jahre alt, hatte seit Jahren eine gutartige Vergrößerung der Prostata (Vorsteherdrüse des Mannes) und musste deswegen routinemäßig zum Urologen. Eines Tages fand dieser einen bislang stummen Nierenstein in der rechten Niere und erklärte Herrn B., dass sich diese Sorte Stein nicht von alleine auflösen würde.

Es bestehe jedoch die Gefahr, dass er sich löse und den Harnleiter verschließe, was mit heftigen kolikartigen Beschwerden einhergehen könne. Davor hatte Heinz B. Angst. Der Kollege informierte ihn darüber, dass man mit einem entsprechenden Gerät den Stein zertrümmern könne. Das wollte Herr B. nicht und fragte mich nach Alternativen.

Foto: bit24-Fotolia.com


Naturheilkundlicher Rat

Nächtliches Schwitzen

Antwort von: Anita Kraut, Heilpraktikerin

Ich (männlich) bin 77 Jahre alt und leide seit einigen Jahren unter starkem nächtlichen Schwitzen, so dass ich oft dreimal den Schlafanzug wechseln muss. Seit einigen Wochen beobachte ich, dass meine Haut, vor allem auf dem Kopf, an der Stirn sowie an den Handinnenflächen sehr fettig ist. Täglich muss ich die Haare waschen und ständig habe ich das Gefühl, die Hände waschen zu müssen. Sie sind so fett, dass ich nichts anfassen kann. Waschen löst das Problem allerdings nicht. Weder ein Schulmediziner noch zwei anthroposophische Ärzte konnten mir helfen. So wäre ich für eine Anregung von Ihnen dankbar.

Ihre Symptome lassen sich aus ganzheitlicher Sicht durchaus erklären: Die Haut als ein wesentliches Entgiftungsorgan – auch dritte Niere genannt – schreitet dann ein, wenn die ihr übergeordneten Entgiftungsorgane, wie Leber und Niere, in ihrer Leis-tung eingeschränkt sind. In diesem Fall werden die wasserlöslichen Giftstoffe über die Schweißdrüsen ausgeschieden und die fettlöslichen über die Talgdrüsen.


Was mir geholfen hat

Osteoporose – Knochenfestigkeit durch Vitamin D

Edith A. Leppla

Rückenschmerzen führten bei Edith A. Leppla erst nach einem monatelangen Leidensweg zur Entdeckung eines Wirbelbruchs und dann zur Diagnose einer Osteoporose. Nachdem eine naturheilkundlich orientierte Ärztin einen Mangel an Vitamin D feststellte, konnte sie mit einer erfolgreichen Behandlung die Knochenstabilität deutlich erhöhen.

Die dauerhaften Rückenprobleme begannen gegen Ende des langen Winters 2013. Ein heftiger Schmerz schoss in meine Lendenwirbel, als ich mich beim Zähneputzen etwas eilig unter den Wasserhahn beugte. Derlei kam schon früher vor. Meist halfen dann Yoga-Dehnübungen, manchmal auch Ruhe auf einem Heizkissen. Dieses Mal konnte ich mir nicht helfen. Ein Orthopäde diagnostizierte einen Beckenschiefstand und behob ihn gleich mit chiropraktischen Griffen. Die Schmerzen behandelte er mit Lasertherapie. Das energiereiche Licht soll die Durchblutung anregen und dadurch einen Heil- und Regulationsreiz setzen. Ich verspürte keine Wirkung und beließ es bei einer Sitzung.


Naturheilkundlicher Rat

Erhöhter Leberwert nach Herz-Op

Antwort von: Dr. med. Volker Schmiedel

Seit einer großen Herzoperation vor acht Jahren ist der Gamma-GT-Wert der Leber zu hoch. Direkt nach dem Eingriff stieg der Wert auf 102 U/l und blieb sechs Jahre lang auf diesem Niveau. In dieser Zeit wurde ich erstmals wegen intermittierendem Vorhofflimmern mit zwischenzeitlichem Sinusrhythmus mit dem Antiarrhythmikum Flecainid und dem Blutverdünner ASS behandelt. Nach einer schweren Erkrankung vor eineinhalb Jahren wurde die Medikation umgestellt auf das Blutverdünnungsmittel Marcumar sowie den Betablocker Metoprolol. Als Nebenwirkung entwickelten sich Unterschenkel-Ödeme, weshalb ein Diuretikum dazugenommen wurde. Seit dieser Medikamentenumstellung liegt der γ-GT-Wert dauerhaft bei 202 U/l. Die anderen Leberwerte sind im Normbereich. Wie muss ich den seit der Herzoperation ständig erhöhten Leberwert einordnen?

Das Enzym Gamma-Glutamyl-Transferase (γ-GT) ist der empfindlichste Leberwert, der am schnellsten reagiert, wenn einem eine „Laus über die Leber läuft“. Dass die γ-GT nach einer Operation vorübergehend ansteigt, kommt sehr häufig vor, da die Narkosemittel die Leber erheblich belasten, genauso wie zusätzliche Medikamente. Sie nehmen gleich drei Mittel ein, die „auf die Leber gehen können“. Das Marcurmar ist hier noch das harmloseste und lässt die Leberenzyme nur manchmal ansteigen. Sowohl bei Flecainid als auch bei Metoprolol kommt dies schon öfter vor. Wenn bei Ihnen jetzt ein Sinusrhythmus vorliegt, bräuchten Sie kein Marcumar mehr. Ist der Sinusrhythmus über mehrere Monate stabil, könnte auch einmal in Absprache mit dem Kardiologen ein Auslassversuch von Flecainid unternommen werden. Liegt jedoch ein dauerhaftes Vorhofflimmern vor, so brauchen Sie zwar Marcumar zur Gerinnungshemmung und Metoprolol zur Frequenzkontrolle, aber Flecainid könnte abgesetzt werden, da das Ziel des stabilen Sinusrhythmus dann ja trotz der Einnahme nicht erreicht wurde. Egal wie, mindestens ein Medikament könnte überflüssig sein. Besprechen Sie das bitte mit Ihrem Kardio-logen, welche Medikamente Sie wirklich unbedingt benötigen – alle drei zusammen scheinen jedenfalls keinen Sinn zu machen.


Was mir geholfen hat

Neuraltherapie und Zahnziehen lösten Sehproblem

Eva Schröder (Name geändert)
Akupunktur im Gesicht

Eva Schröder (Name geändert) sah ihre Umgebung zunehmend dunkler und farbloser. Sie wandte sich an ihre Ärztin, eine Neurochirurgin mit Akupunktur-
Erfahrung in der Augenheilkunde. Diese entdeckte zu Beginn der Behandlungsserie zwei tote Zähne, die als Störfelder wirkten. Die mußten raus – und siehe da: Die Sicht wurde wieder klarer und bunter.

Da ich auf meinem rechten Auge immer unklarer sah und meine Umgebung wie durch Schleier schleichend dunkler und farbloser wurde, ging ich zum Augenarzt. Eine Vene sei verstopft, das verbrauchte Blut könne nicht mehr richtig abfließen, die Zufuhr von frischem Blut sei blockiert. Da könne er nichts machen.

Augenakupunktur spürte Störfeld auf

Sofort dachte ich an meine Ärztin, eine Neurochirurgin, die sich auch auf Akupunktur in der Augenheilkunde spezialisiert hat. Sie sieht Augenerkrankungen aus ganzheitlicher Sicht. Das heißt, dass solche Erkrankungen durch Störungen oder Fehlfunktionen anderer Organe mitverursacht werden können, denn alle Organe stehen miteinander in Beziehung. Mit ihrer speziellen Augenakupunktur soll sich nicht nur die Durchblutung und Nährstoffversorgung des Auges verbessern lassen, sondern auch der Energiefluss ausgeglichener werden, was sich heilend auf den vegetativen Bereich auswirkt. Ich las, dass ihre Methode auf den Erfahrungen der beiden dänischen Mediziner Prof. Dr. John Boel und Dr. Freddy Dahlgren beruht, dazu traditionelle chinesische und koreanische Punkte sowie auch die Schädel-Akupunktur nach Yamamoto und andere mehr miteinbezieht. Das alles ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln, doch ich wollte einen Behandlungsversuch wagen und bekam auch sofort einen Termin.

Foto: Shutterstock/Andrey Popov


Aus der ärztlichen Praxis

Massage entspannte Karpaltunnel

Dr. med. Ernst Schrott
Hände mit Punkten

Die 47-jährige Marion R. (Name von der Redaktion geändert) litt seit Monaten unter schlimmen Schlafstörungen. Der Grund waren Schmerzen an beiden Händen, die mitunter in den ganzen Arm bis zur Schulter ausstrahlten, begleitet von unangenehmen Missempfindungen in den Händen: Ameisenlaufen, Nadelstiche oder Brennen in den Fingerspitzen. Die ersten drei Finger beider Hände waren taub, so dass ihr oft Gegenstände aus der Hand fielen. Am schlimmsten waren die Beschwerden aber nachts. Die Patientin musste die Hände dann ausschütteln, um sich Linderung zu verschaffen, was nur kurze Zeit half und ihr letztlich einen erholsamen Schlaf verwehrte.

Die Untersuchung ergab ein Karpaltunnelsyndrom: eine verringerte Empfindungsfähigkeit der ersten drei Finger und der Hälfte des vierten Fingers. Noch war es zu keinem Schwund des Daumenballenmuskels gekommen. Das wäre Zeichen einer länger bestehenden Schädigung des Media-nusnervs gewesen. Dieser Nerv verläuft durch einen Kanal, der von der Handwurzel und einem Band (Ligamentum carpi transversum) gebildet wird. Beim Karpaltunnelsyndrom ist der Nerv an dieser Stelle eingeengt, gereizt oder geschädigt.

Grafik: Schrott


Was mir geholfen hat

Feldenkrais bei Nachsorge von Hirntumor-OP

Lieselotte Euler
Frau mit Rollator redet mit Arzt

Ein leichtes „Nachschleppen“ des rechten Beines machten der bewegungsfreudigen Lieselotte Euler Angst. Schließlich offenbarte eine Kernspinaufnahme die Ursache: ein Hirntumor (Meningeom) drückte auf das Bewegungszentrum. Nach der OP war das Bein gelähmt. Doch mit Feldenkrais-Lektionen kam die Beweglichkeit wieder voll zurück.

Foto: Fotolia/WavebreakMediaMicro


Aus der ärztlichen Praxis

Energiegewinn mit Blattgrün

Peter Emmrich, Facharzt für Allgemeinmedizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie, Naturheilverfahren, Chirotherapie, Akupunktur und Sportmedizin.

Heiko P. (Name von der Redaktion geändert), ein 17-jähriger Oberstufenschüler, klagte darüber, sich seit geraumer Zeit unerklärlich schlapp zu fühlen. Morgens kam er nicht richtig in die Gänge, und alle bisher durchgeführten Untersuchungen erbrachten keinen richtungsweisenden Befund. Bei genauer Nachfrage stellte sich jedoch heraus, dass er vor etwa sechs Monaten unter einer viralen Infektion mit Kopf- und Gliederschmerzen gelitten hatte. Nach ungefähr einer Woche und ein paar Tabletten Paracetamol war aber scheinbar alles wieder im „grünen“ Bereich.

Nach seinen Essgewohnheiten befragt, meinte er, Gemüse und Salat seien „uncool“ – er wolle doch als Mann den Tieren das Futter nicht wegfressen. Heiko hatte Heißhunger auf Fleisch. Nebenbei merkte er an, täglich zwei bis drei Liter zu trinken. Davon bestand jedoch mindestens die Hälfte aus Cola- und Energy-Drinks. Nach dem Sport gab es Mineralwasser und ab und zu mit Kumpels ein Bierchen. Heiko war mit 188 cm und 67 Kilo gerade so an der Grenze zum Untergewicht.


Naturheilkundlicher Rat

Knochenmarksschädigung bei Vitamin-B12-Mangel

Antwort von: Dr. med. Rainer Matejka

Vor einem Jahr wurde bei meinem Mann (55 Jahre) eine Knochenmarkschädigung (myelodysplastisches Syndrom = MDS) mit Knochenmarksfibrose festgestellt. Ich vermute, dass die Krankheitsursache mit einem lange andauernden Vitamin-B12-Mangel zusammenhängt. Kann es sein, dass dieser langjährige Mangel das Knochenmark geschädigt hat? Mit einem lebensbedrohlich niedrigen Hämoglobinwert (Hb) wurde mein Mann kürzlich in die Klinik ein-geliefert. Zudem bestand ein erheblicher Vitamin-B12-Mangel. Seit drei Monaten bekommt er Vitamin-B12-Spritzen. Da der Hb-Wert kaum gestiegen ist, erhält er wöchentlich ein bis zwei Bluttransfusionen, die ihn sehr belasten und den Eisenwert (Ferritin) in die Höhe treiben. Die Ärzte möchten ihn mit Chelaten senken, wir befürchten die möglichen Nebenwirkungen (Nierenschock). Lässt sich ein Knochenmark auch auf naturheilkundliche Weise regenerieren? Können die Vitamin-B12- Gaben überdosiert werden?