Aus der ärztlichen Praxis

Zahnpasta und Birkenrinde gegen Dellwarzen erfolgreich

Dr. med. Ella Neumann
Birkengruppe

Vor vielen Jahren kam Elke M. (Name von der Redaktion geändert) mit ihrem Sohn Lukas in die Ambulanz. Damals arbeitete ich noch an der Universitätsklinik und behandelte viele schwere, therapieresistente Fälle. Aber einen so ausgeprägten Befund in Bezug auf Warzen wie bei diesem Jungen, habe ich seitdem nie wieder gesehen.

An beiden Oberschenkeln hatte er hunderte von Dellwarzen. Von einem niedergelassenen Kollegen bekam ich das Ergebnis einer Gewebsuntersuchung mit der entsprechenden Diagnose. Eine Behandlung hatte bis jetzt nicht stattgefunden, weil die befallene Fläche für eine schulmedizinische Behandlung einfach zu groß war.

Der „Virenkiller“ Menthol ist mit Vorsicht zu genießen

Ich leitete eine lokale Therapie mit zwei unterschiedlichen Wirkstoffen ein: Menthol und Birkenrindenextrakt. Menthol wirkt antiviral, Birkenkorkextrakt antientzündlich und beruhigend. Für die mentholhaltige Einreibung eignet sich eine starke Zahnpasta. Sie wird einmal täglich am besten tagsüber dünn aufgetragen. Bei Lukas mussten wir großflächig vorgehen, sonst genügt es, punktuell zu behandeln. Menthol kann die Haut stark reizen, was einerseits zur Stimulation des Immunsystems erwünscht ist, andererseits aber einen sehr vorsichtigen Umgang damit voraussetzt. Falls es zu Rötungen kommt, pausiert man einen Tag oder benutzt die Paste grundsätzlich nur jeden zweiten Tag. Abends wäscht man sie mit warmem Wasser wieder vorsichtig ab.

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Naturheilkundlicher Rat

Medikamente: weniger ist mehr

Antwort von: Dr. med. Rainer Matejka

Seit 20 Jahren nimmt mein heute 73-jähriger Mann täglich Unmengen von Medikamenten ein, weshalb wir uns um mögliche Nebenwirkungen sorgen und am liebsten reduzieren oder mit alternativer Medizin austauschen möchten. Wir bitten Sie um Prüfung der Medikamentengabe und um eine Zweitmeinung. Mein Mann leidet unter einem hohen Blutdruck, teilweise liegt er bei 195 zu 100 mm Hg. Zur Blutdrucksenkung nimmt er täglich eine Tablette Lisinopril 20 mg, Bisoprolol plus 10/25, und Amlodipin 5 mg. Außerdem braucht er Schilddrüsen-Medikamente, seit ihm vor 18 Jahren wegen Überfunktion ein Teil der Schilddrüse entfernt wurde. Er nimmt täglich eine Tablette Euthyrox® 175 Mikrogramm, dazu L-Thyroxin Henning 50 plus – nun wegen Schilddrüsenunterfunktion. Zur Senkung seines erhöhten Cholesterinwertes nimmt er außerdem täglich ½ Tablette Simvastatin 20 mg.

Soweit ich aus Ihren beigelegten Arztbefunden ersehe, erscheint mir das Betablocker-Medikament Bisoprolol plus ziemlich hoch dosiert zu sein. Das Problem ist, dass bei 10 mg Bisoprolol plus häufig ein müde machender Betablocker-Effekt zum Tragen kommt. Das „plus“ bedeutet, dass das Kombinationspräparat 25 mg des Entwässerungsmittels Hydrochlorothiazid (HCT) enthält, das langfristig zur Ausschwemmung von Mineralstoffen führt und als Nebenwirkung oft den Harnsäure-, Fett- und Zuckerstoffwechsel verschlechtert. Insofern wäre zu überlegen, ob Ihr Mann es einmal mit anderen Medikamenten versuchen sollte. Sie müssten dies allerdings mit dem Hausarzt absprechen.

Denkbar erscheint mir, die Amlodipin-Dosis zu verdoppeln, auf 10 mg pro Tag. Das Bisoprolol sollte auf die Hälfte reduziert, der Entwässerungsanteil herausgenommen und gesondert zunächst jeden zweiten Tag 25 mg HCT eingenommen werden.

Naturheilkundlich gibt es kaum noch brauchbare Blutdrucksenker. Am ehesten bietet sich Homviotensin® an, ein Kombinationsmittel, welches unter anderem Rauwolfia enthält (Vorsicht bei Depressionen und Nasennebenhöhlenproblemen). Hinzukommen sollten Allgemeinmaßnahmen wie gesunde Kost, Bewegung und Entspannungsübungen. Neuere Untersuchungen zeigen, dass dunkle Schokolade (ein Riegel/Tag) und Rote-Bete-Saft (ca. 100 ml/Tag) ebenfalls leicht blutdrucksenkend wirken.


Naturheilkundlicher Rat

Taubheitsgefühle nach Spinnenbiss

Antwort von: Dr. med. Markus Pfisterer

Vor zwei Jahren wurde ich in Kalifornien von einer winzigen roten Spinne in den linken Fußknöchel gebissen. Es bildeten sich Blasen und eine starke Schwellung, die ich während des Rückfluges mit Pflaster und Lymphstrumpf unterdrückte. Eine langsame Besserung brachten Antibiotika, doch eine leichte Schwellung und vor allem ein Taubheitsgefühl im linken Fuß blieben zurück. Nach Abklingen der akuten Beschwerden brachten Wärme und Lymphdrainage Linderung. Meine Physiotherapeutin verglich dabei meine Lymphe mit einem dicken Sirup, da sie normalerweise dünnflüssiger sei. Homöopathisch ergänzte ich die Behandlung mit Ledum C30, das bei Insektenstichen und Zeckenbissfolgen eingesetzt wird, doch ohne nennenswerte Wirkung. Bei einer umfassenden Blutuntersuchung wurde nun ein leicht erhöhter Borreliose-Wert entdeckt. Mit einer dafür vorgesehenen langwierigen Antibiotikabehandlung kann ich mich allerdings nicht anfreunden. Was kann ich aus Ihrer Sicht tun?

Ihre Unterlagen zur neurologischen Untersuchung zeigen eindeutig, dass bei Ihnen eine Polyneuropathie vorliegt, also eine Schädigung von peripheren Nerven, die die Muskeln versorgen und für die Sensibilität der Haut verantwortlich sind. Die Ursache dafür wurde in Ihrem Fall leider nicht gefunden. Für die Entstehung einer Polyneuropathie sind häufig Infektionen, etwa mit Borrelien, Chlamydien, Ehrlichien oder bestimmten Viren verantwortlich. Außerdem kann sie bei Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder erblich bedingter defekter Synthese des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin (Porphyrien) entstehen, ebenso bei Autoimmunerkrankungen, Tumorleiden sowie bei chronischen Toxinbelastungen mit nervengängigen Giften.

Des Weiteren können anatomische Störungen eines guten Nervenzusammenspiels aufgrund von Kompressionssyndromen, Knochenbrüchen und anderen Verletzungen zu einer Polyneuropathie führen.


Was mir geholfen hat

Zusammenbruch: Selbsthilfegruppe gab Stabilität

Bernhard Schwarz (Name geändert)
Mehrere Leute im Gespräch

Massives Mobbing im Betrieb führte bei Bernhard Schwarz (Name geändert) zum Gefühl der Wertlosigkeit, schließlich zum Zusammenbruch. „Allen geht es besser, wenn es mich nicht mehr gibt,“ setzte sich in seinem Kopf fest. Mit professioneller Hilfe gelang es ihm, ein neues Leben aufzubauen. An seiner emotionalen Stabilität arbeitet er in einer Selbsthilfegruppe.

Bereits im Alter von 21 Jahren lebte ich mit Frau und Sohn in einer schönen Wohnung, hatte eine Arbeit und ein Auto. Alles lief jahrelang erfolgreich – zumindest von außen gesehen. Dabei fühlte ich mich an meinem Arbeitsplatz zunehmend unwohler. Meine Kollegen mobbten mich, besuchten etwa meine Kunden und sagten, ich sei krank. Ich fühlte mich immer wertloser und kleiner, trotz meiner 1,90 m
Körpergröße. Der Gedanke „Allen geht es besser, wenn es mich nicht mehr gibt“, meldete sich immer öfter. Schließlich brach ich völlig zusammen. Dabei weinte ich bei einem guten Vertragsabschluss, ohne es selbst zu merken. Ich war damals 33 Jahre alt.

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Naturheilkundlicher Rat

Erhöhter Blutdruck in den Wechseljahren

Antwort von: Dr. med. Rainer Matejka

Seit drei Jahren habe ich eine Tendenz zu erhöhtem Blutdruck, obwohl ich mit meinen 47 Jahren sehr schlank und auch sportlich aktiv bin. Auch die Pulsfrequenz liegt mit 75 bis 85 Schläge pro Minute immer leicht erhöht. Ich habe den Eindruck, dass alles mit dem „Start“ in die Wechseljahre begann. Zwischenzeitlich nahm ich niedrig dosiert einen Betablocker. Da ich zeitweise an Depressionen leide und dann Antidepressiva nehme, riet mir mein Arzt von Betablockern ab, da sie diese Neigung verstärken würden. Am liebsten käme ich ganz ohne blutdrucksenkende Medikamente aus. Doch trotz gesunder Ernährung und viel Bewegung liegt der untere Blutdruckwert meist bei über 90 mm Hg, der obere Wert bewegt sich im Normbereich. Ich bin allerdings ein sehr unruhiger, nervöser Typ. Organisch wurde auf den ersten Blick nichts gefunden. Welche Empfehlungen können Sie mir geben?

Bei Ihrer Neigung zu erhöhtem Blutdruck und erhöhter Pulsfrequenz wäre ein Betablocker im Prinzip richtig. Allerdings stimmt es auch, dass dadurch eine depressive Tendenz verstärkt wird. Deswegen würde ich es in der Tat ohne Betablocker versuchen. Alternativ könnten sie ein „Sartan“ einnehmen. Mit diesem Schlagwort wird eine Gruppe von Blutdrucksenkern abgekürzt, deren Wirkstoff mit der Endung „sartan“ bezeichnet wird. Speziell der Wirkstoff Candesartan wird meist recht gut vertragen.


Aus der ärztlichen Praxis

Nierensteinleiden mit Säften bekämpft

Dipl.-Biol. Peter Emmrich, Facharzt für Allgemeinmedizin
Petersilie

Heinz B., 68 Jahre alt, hatte seit Jahren eine gutartige Vergrößerung der Prostata (Vorsteherdrüse des Mannes) und musste deswegen routinemäßig zum Urologen. Eines Tages fand dieser einen bislang stummen Nierenstein in der rechten Niere und erklärte Herrn B., dass sich diese Sorte Stein nicht von alleine auflösen würde.

Es bestehe jedoch die Gefahr, dass er sich löse und den Harnleiter verschließe, was mit heftigen kolikartigen Beschwerden einhergehen könne. Davor hatte Heinz B. Angst. Der Kollege informierte ihn darüber, dass man mit einem entsprechenden Gerät den Stein zertrümmern könne. Das wollte Herr B. nicht und fragte mich nach Alternativen.

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Naturheilkundlicher Rat

Nächtliches Schwitzen

Antwort von: Anita Kraut, Heilpraktikerin

Ich (männlich) bin 77 Jahre alt und leide seit einigen Jahren unter starkem nächtlichen Schwitzen, so dass ich oft dreimal den Schlafanzug wechseln muss. Seit einigen Wochen beobachte ich, dass meine Haut, vor allem auf dem Kopf, an der Stirn sowie an den Handinnenflächen sehr fettig ist. Täglich muss ich die Haare waschen und ständig habe ich das Gefühl, die Hände waschen zu müssen. Sie sind so fett, dass ich nichts anfassen kann. Waschen löst das Problem allerdings nicht. Weder ein Schulmediziner noch zwei anthroposophische Ärzte konnten mir helfen. So wäre ich für eine Anregung von Ihnen dankbar.

Ihre Symptome lassen sich aus ganzheitlicher Sicht durchaus erklären: Die Haut als ein wesentliches Entgiftungsorgan – auch dritte Niere genannt – schreitet dann ein, wenn die ihr übergeordneten Entgiftungsorgane, wie Leber und Niere, in ihrer Leis-tung eingeschränkt sind. In diesem Fall werden die wasserlöslichen Giftstoffe über die Schweißdrüsen ausgeschieden und die fettlöslichen über die Talgdrüsen.


Was mir geholfen hat

Osteoporose – Knochenfestigkeit durch Vitamin D

Edith A. Leppla

Rückenschmerzen führten bei Edith A. Leppla erst nach einem monatelangen Leidensweg zur Entdeckung eines Wirbelbruchs und dann zur Diagnose einer Osteoporose. Nachdem eine naturheilkundlich orientierte Ärztin einen Mangel an Vitamin D feststellte, konnte sie mit einer erfolgreichen Behandlung die Knochenstabilität deutlich erhöhen.

Die dauerhaften Rückenprobleme begannen gegen Ende des langen Winters 2013. Ein heftiger Schmerz schoss in meine Lendenwirbel, als ich mich beim Zähneputzen etwas eilig unter den Wasserhahn beugte. Derlei kam schon früher vor. Meist halfen dann Yoga-Dehnübungen, manchmal auch Ruhe auf einem Heizkissen. Dieses Mal konnte ich mir nicht helfen. Ein Orthopäde diagnostizierte einen Beckenschiefstand und behob ihn gleich mit chiropraktischen Griffen. Die Schmerzen behandelte er mit Lasertherapie. Das energiereiche Licht soll die Durchblutung anregen und dadurch einen Heil- und Regulationsreiz setzen. Ich verspürte keine Wirkung und beließ es bei einer Sitzung.


Naturheilkundlicher Rat

Erhöhter Leberwert nach Herz-Op

Antwort von: Dr. med. Volker Schmiedel

Seit einer großen Herzoperation vor acht Jahren ist der Gamma-GT-Wert der Leber zu hoch. Direkt nach dem Eingriff stieg der Wert auf 102 U/l und blieb sechs Jahre lang auf diesem Niveau. In dieser Zeit wurde ich erstmals wegen intermittierendem Vorhofflimmern mit zwischenzeitlichem Sinusrhythmus mit dem Antiarrhythmikum Flecainid und dem Blutverdünner ASS behandelt. Nach einer schweren Erkrankung vor eineinhalb Jahren wurde die Medikation umgestellt auf das Blutverdünnungsmittel Marcumar sowie den Betablocker Metoprolol. Als Nebenwirkung entwickelten sich Unterschenkel-Ödeme, weshalb ein Diuretikum dazugenommen wurde. Seit dieser Medikamentenumstellung liegt der γ-GT-Wert dauerhaft bei 202 U/l. Die anderen Leberwerte sind im Normbereich. Wie muss ich den seit der Herzoperation ständig erhöhten Leberwert einordnen?

Das Enzym Gamma-Glutamyl-Transferase (γ-GT) ist der empfindlichste Leberwert, der am schnellsten reagiert, wenn einem eine „Laus über die Leber läuft“. Dass die γ-GT nach einer Operation vorübergehend ansteigt, kommt sehr häufig vor, da die Narkosemittel die Leber erheblich belasten, genauso wie zusätzliche Medikamente. Sie nehmen gleich drei Mittel ein, die „auf die Leber gehen können“. Das Marcurmar ist hier noch das harmloseste und lässt die Leberenzyme nur manchmal ansteigen. Sowohl bei Flecainid als auch bei Metoprolol kommt dies schon öfter vor. Wenn bei Ihnen jetzt ein Sinusrhythmus vorliegt, bräuchten Sie kein Marcumar mehr. Ist der Sinusrhythmus über mehrere Monate stabil, könnte auch einmal in Absprache mit dem Kardiologen ein Auslassversuch von Flecainid unternommen werden. Liegt jedoch ein dauerhaftes Vorhofflimmern vor, so brauchen Sie zwar Marcumar zur Gerinnungshemmung und Metoprolol zur Frequenzkontrolle, aber Flecainid könnte abgesetzt werden, da das Ziel des stabilen Sinusrhythmus dann ja trotz der Einnahme nicht erreicht wurde. Egal wie, mindestens ein Medikament könnte überflüssig sein. Besprechen Sie das bitte mit Ihrem Kardio-logen, welche Medikamente Sie wirklich unbedingt benötigen – alle drei zusammen scheinen jedenfalls keinen Sinn zu machen.


Was mir geholfen hat

Neuraltherapie und Zahnziehen lösten Sehproblem

Eva Schröder (Name geändert)
Akupunktur im Gesicht

Eva Schröder (Name geändert) sah ihre Umgebung zunehmend dunkler und farbloser. Sie wandte sich an ihre Ärztin, eine Neurochirurgin mit Akupunktur-
Erfahrung in der Augenheilkunde. Diese entdeckte zu Beginn der Behandlungsserie zwei tote Zähne, die als Störfelder wirkten. Die mußten raus – und siehe da: Die Sicht wurde wieder klarer und bunter.

Da ich auf meinem rechten Auge immer unklarer sah und meine Umgebung wie durch Schleier schleichend dunkler und farbloser wurde, ging ich zum Augenarzt. Eine Vene sei verstopft, das verbrauchte Blut könne nicht mehr richtig abfließen, die Zufuhr von frischem Blut sei blockiert. Da könne er nichts machen.

Augenakupunktur spürte Störfeld auf

Sofort dachte ich an meine Ärztin, eine Neurochirurgin, die sich auch auf Akupunktur in der Augenheilkunde spezialisiert hat. Sie sieht Augenerkrankungen aus ganzheitlicher Sicht. Das heißt, dass solche Erkrankungen durch Störungen oder Fehlfunktionen anderer Organe mitverursacht werden können, denn alle Organe stehen miteinander in Beziehung. Mit ihrer speziellen Augenakupunktur soll sich nicht nur die Durchblutung und Nährstoffversorgung des Auges verbessern lassen, sondern auch der Energiefluss ausgeglichener werden, was sich heilend auf den vegetativen Bereich auswirkt. Ich las, dass ihre Methode auf den Erfahrungen der beiden dänischen Mediziner Prof. Dr. John Boel und Dr. Freddy Dahlgren beruht, dazu traditionelle chinesische und koreanische Punkte sowie auch die Schädel-Akupunktur nach Yamamoto und andere mehr miteinbezieht. Das alles ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln, doch ich wollte einen Behandlungsversuch wagen und bekam auch sofort einen Termin.

Foto: Shutterstock/Andrey Popov


Aus der ärztlichen Praxis

Massage entspannte Karpaltunnel

Dr. med. Ernst Schrott
Hände mit Punkten

Die 47-jährige Marion R. (Name von der Redaktion geändert) litt seit Monaten unter schlimmen Schlafstörungen. Der Grund waren Schmerzen an beiden Händen, die mitunter in den ganzen Arm bis zur Schulter ausstrahlten, begleitet von unangenehmen Missempfindungen in den Händen: Ameisenlaufen, Nadelstiche oder Brennen in den Fingerspitzen. Die ersten drei Finger beider Hände waren taub, so dass ihr oft Gegenstände aus der Hand fielen. Am schlimmsten waren die Beschwerden aber nachts. Die Patientin musste die Hände dann ausschütteln, um sich Linderung zu verschaffen, was nur kurze Zeit half und ihr letztlich einen erholsamen Schlaf verwehrte.

Die Untersuchung ergab ein Karpaltunnelsyndrom: eine verringerte Empfindungsfähigkeit der ersten drei Finger und der Hälfte des vierten Fingers. Noch war es zu keinem Schwund des Daumenballenmuskels gekommen. Das wäre Zeichen einer länger bestehenden Schädigung des Media-nusnervs gewesen. Dieser Nerv verläuft durch einen Kanal, der von der Handwurzel und einem Band (Ligamentum carpi transversum) gebildet wird. Beim Karpaltunnelsyndrom ist der Nerv an dieser Stelle eingeengt, gereizt oder geschädigt.

Grafik: Schrott


Was mir geholfen hat

Feldenkrais bei Nachsorge von Hirntumor-OP

Lieselotte Euler
Frau mit Rollator redet mit Arzt

Ein leichtes „Nachschleppen“ des rechten Beines machten der bewegungsfreudigen Lieselotte Euler Angst. Schließlich offenbarte eine Kernspinaufnahme die Ursache: ein Hirntumor (Meningeom) drückte auf das Bewegungszentrum. Nach der OP war das Bein gelähmt. Doch mit Feldenkrais-Lektionen kam die Beweglichkeit wieder voll zurück.

Foto: Fotolia/WavebreakMediaMicro


Aus der ärztlichen Praxis

Energiegewinn mit Blattgrün

Peter Emmrich, Facharzt für Allgemeinmedizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie, Naturheilverfahren, Chirotherapie, Akupunktur und Sportmedizin.

Heiko P. (Name von der Redaktion geändert), ein 17-jähriger Oberstufenschüler, klagte darüber, sich seit geraumer Zeit unerklärlich schlapp zu fühlen. Morgens kam er nicht richtig in die Gänge, und alle bisher durchgeführten Untersuchungen erbrachten keinen richtungsweisenden Befund. Bei genauer Nachfrage stellte sich jedoch heraus, dass er vor etwa sechs Monaten unter einer viralen Infektion mit Kopf- und Gliederschmerzen gelitten hatte. Nach ungefähr einer Woche und ein paar Tabletten Paracetamol war aber scheinbar alles wieder im „grünen“ Bereich.

Nach seinen Essgewohnheiten befragt, meinte er, Gemüse und Salat seien „uncool“ – er wolle doch als Mann den Tieren das Futter nicht wegfressen. Heiko hatte Heißhunger auf Fleisch. Nebenbei merkte er an, täglich zwei bis drei Liter zu trinken. Davon bestand jedoch mindestens die Hälfte aus Cola- und Energy-Drinks. Nach dem Sport gab es Mineralwasser und ab und zu mit Kumpels ein Bierchen. Heiko war mit 188 cm und 67 Kilo gerade so an der Grenze zum Untergewicht.


Naturheilkundlicher Rat

Knochenmarksschädigung bei Vitamin-B12-Mangel

Antwort von: Dr. med. Rainer Matejka

Vor einem Jahr wurde bei meinem Mann (55 Jahre) eine Knochenmarkschädigung (myelodysplastisches Syndrom = MDS) mit Knochenmarksfibrose festgestellt. Ich vermute, dass die Krankheitsursache mit einem lange andauernden Vitamin-B12-Mangel zusammenhängt. Kann es sein, dass dieser langjährige Mangel das Knochenmark geschädigt hat? Mit einem lebensbedrohlich niedrigen Hämoglobinwert (Hb) wurde mein Mann kürzlich in die Klinik ein-geliefert. Zudem bestand ein erheblicher Vitamin-B12-Mangel. Seit drei Monaten bekommt er Vitamin-B12-Spritzen. Da der Hb-Wert kaum gestiegen ist, erhält er wöchentlich ein bis zwei Bluttransfusionen, die ihn sehr belasten und den Eisenwert (Ferritin) in die Höhe treiben. Die Ärzte möchten ihn mit Chelaten senken, wir befürchten die möglichen Nebenwirkungen (Nierenschock). Lässt sich ein Knochenmark auch auf naturheilkundliche Weise regenerieren? Können die Vitamin-B12- Gaben überdosiert werden?


Naturheilkundlicher Rat

Tipps gegen Divertikulitis und Verstopfung

Antwort von: Dr. med. Volker Schmiedel

Seit meinem siebzigsten Lebensjahr leide ich (weibl., 73 Jahre) an einem Darmvorfall. Vergeblich wurde in den vergangenen drei Jahren versucht, ihn operativ zu beheben, da ich keine Narkose vertrage. Außerdem wurden zahlreiche Ausstülpungen in der Darmwand, sogenannte Divertikel, entdeckt. Mein Darm lässt sich nur „bröckchenweise“ entleeren, weshalb ich täglich zwei bis drei Stunden auf der Toilette verbringe. Diese lange geknickte Haltung führt oft zur Verkrampfung im Unterleib. Ich bin für jeden Rat dankbar, der die Zeit für den Stuhlgang abkürzt.

Bevor Sie einen Rat für besseren Stuhlgang bekommen, zunächst zum Thema Divertikel: Diese Ausstülpungen in der Darmwand – meist am Ende des S-förmigen Dickdarmabschnittes – bereiten in der Regel keine Beschwerden und werden wie bei Ihnen häufig zufällig bei einer Darmspiegelung oder Computertomographie entdeckt. Sie sind in unserer Industriegesellschaft weit verbreitet. So sind etwa ein Drittel aller 60-jährigen und zwei Drittel der über 85-jährigen Menschen davon betroffen. Ursächlich werden genetische Faktoren und eine ballaststoffarme Ernährung vermutet. Nachgewiesen ist, dass Vegetarier seltener eine Divertikulose aufweisen als Fleischesser.


Was mir geholfen hat

Blutegel heilten Tennisarm nachhaltig aus

Jacqueline Bäuerle
Hand am Ellbogen

Nach monatelangem Ziehen, Stechen sowie „elektrisierenden Schmerzen“ im rechten Arm und erfolglosen Behandlungen mit schmerzstillenden Salben und Massagen stimmte Jacqueline Bäuerle einem Behandlungsversuch mit Blutegeln zu. Drei Tiere bissen sich fest und saugten am Ellbogen, was sie dauerhaft von den Schmerzen befreite.

Zunächst ging ein leichtes Ziehen vom rechten Ellbogen aus, bevor es zum Stechen und Dauerschmerz wurde. Ich entwickelte einen Tennisarm, wobei die gereizten Sehnenansätze der Unterarmmuskulatur die Schmerzen auslösten. Zur Entlastung des Armes reduzierte ich mein intensives Fitness-Training. Trotzdem blieben die Schmerzen, die oft als „elektrische Schläge“ aus dem Ellenbogen kamen.

Cremes, Massagen Schiene … erfolglos

Mit schmerz- und entzündungslindernden Cremes rieb ich meinen Arm ein, was die Schmerzen nur vorübergehend milderte. Dazu schwand zunehmend die Muskelkraft im Arm, die ich bei meiner beruflichen Außendiensttätigkeit dringend benötigte. Krankengymnastik und Massagen sowie eine Muskelentlastung mit einer Ellenbogenspange besserten die Situation nicht wirklich.

Foto: Shutterstock/Melodia plus Photos


Aus der ärztlichen Praxis

Autovaccine stoppte Furunkelbildung

Dr. med. Bernharda Schinke, Praktische Ärztin
Globuli und Fläschchen

Der 32-jährige Michael M. war in den letzten zwei Jahren mindestens sechsmal wegen ausgedehnter Furunkelbildungen operiert worden. Auch hatte er mehrfach Antibiotika einnehmen müssen, weil sie sich entzündeten und an großen Lymphabflüssen lagen, so dass eine Blutvergiftung drohte. Er fühlte sich zunehmend schlechter und klagte über Blähungen und Durchfälle als Folge der Antibiotika. Nun war er sehr verzweifelt, weil sich schon kurz danach erneut äußerst schmerzhafte Furunkel gebildet hatten. Die Situation bedrückte ihn umso mehr, da er und seine Freundin bald heiraten wollten. Auch sein Arbeitsplatz bereitete ihm Sorge, denn er musste wegen Stellenabbaus um seine Existenz bangen. Wegen der Operationen war er häufig krankgeschrieben. Dies setzte ihn ungeheuer unter Druck.

Furunkel verlagern Gifte nach außen

Da Herr M. rauchte, erklärte ich ihm, dass ich ihm nur helfen könne, wenn er damit aufhört. Auch empfahl ich ihm, Schweinefleisch auf ein Minimum zu reduzieren. Der Körper möchte über Furunkel Gifte loswerden, so dass eine weitere Belastung absolut kontraproduktiv wäre. Er erklärte sich sofort bereit, keine Zigarette mehr anzurühren, denn das habe ihm bisher niemand so deutlich gesagt.

Foto: Fotolia/Wolfilser


Naturheilkundlicher Rat

Ernährung bei Speiseröhrenkrebs

Antwort von: Dr. med. Karl-Heinz Friese

Seit mehreren Jahren leide ich an Schwindel beim Aufstehen, beim Gehen, auch beim schnellen Bücken und Wiederaufrichten, nicht aber im Sitzen und Liegen. Schon dreimal musste ich deswegen den Notarzt bemühen. Es wurde die Diagnose „orthostatischer Schwindel“ gestellt, jedoch ohne Hinweis auf eine zielgerichtete Behandlung. Erst jetzt fand ich durch Zufall im Naturarzt darüber einen umfassenden Artikel. Mit meinen 88 Jahren treibe ich noch regelmäßig Wassergymnastik und Gerätesport. Vielleicht können Sie mir weitere Hinweise geben, wie ich diese hinderliche Begleiterscheinung in meinem noch aktiven höheren Lebensalter los bekommen kann.

Sie beschreiben einen typischen orthostatischen Schwindel. Die-se Diagnose wurde ja auch von mehreren Ärzten gestellt und ist vermutlich richtig. Ihren mitgeschickten Unterlagen entnehme ich, dass der Schwindel weder vom Ohr noch von der Halswirbelsäule kommt. Die Ursache liegt vielmehr in der Regelung des Blutdrucks, der mal erhöht und mal erniedrigt ist. Dies kommt im höheren Alter recht häufig vor.


Aus der ärztlichen Praxis

Homöopathie half dem Herzmuskel

Benjamin F. (Name von der Redaktion geändert)
Weißdornblüten

Benjamin F. (Name von der Redaktion geändert), ein 24-jähriger Leistungssportler, hatte sich im vergangenen Winter eine starke Virusgrippe zugezogen. Er lag ganze acht Tage mit hohem Fieber flach. An zwei Tagen litt er morgens unter einem sehr starken Schwindel, und sein Herz raste. Er fühlte einen Puls über 120/min. Normal ist eine Herzfrequenz in Ruhe von 60–80/min, aufgrund seines guten Trainingszustands hatte Benjamin F. normalerweise sogar einen Ruhepuls von 56/min.

Oft spürt man nur einen Leistungsknick

Herr F. ist ein erfolgreicher Leistungssportler. Fünf- bis sechsmal pro Woche trainiert er drei bis vier Stunden täglich. Sein großes Ziel ist es, in den Kader der Olympia-Mannschaft aufgenommen zu werden. Die Zeichen stehen gut. Aber im letzten Vierteljahr brachte er nicht mehr die gewohnte Leis-tung, obwohl er sich ansonsten wohlzufühlen schien. Seine Trainer standen vor einem Rätsel. Die beim Hausarzt routinemäßig durchgeführten Laboruntersuchungen zeigten keine signifikanten Veränderungen. Ein EKG wurde noch nicht veranlasst.

Foto: Klosterfrau Gesundheitsservice


Was mir geholfen hat

Schmerzfrei nach Laserbestrahlung des Blutes

Lieselotte Euler
Läuferin hält Hände an Knie

Starke rheumaartige Wanderschmerzen führten vor zwei Jahren bei Lieselotte Euler zum Verdacht einer Fibromyalgie – bis im Blut erhöhte Borreliose-Werte festgestellt wurden. Ohne Antibiotika, aber mit Nährstofftherapie und „Biologischer Lasertherapie“ stabilisierte sich das Immunsystem und die Schmerzen verschwanden.

Bis vor zwei Jahren war ich überwiegend gesund, befolgte als medizinisch ausgebildete Gesundheitsberaterin die Empfehlungen, die ich anderen Menschen gab. Dann kamen Schmerzen auf, die ich nicht einordnen konnte. Ich bin ein Bewegungsmensch, schlank, gelenkig, und war so vermessen zu glauben, dass dieser Zustand für immer anhält.

Der lange Weg zur richtigen Diagnose

Die Schmerzen waren ohne Schmerzmittel nicht auszuhalten, geschweige denn einzuordnen: sie wanderten! Mal schmerzte die Schulter, dann ein Arm, dann eine Wade, dann ein großer Zeh. Die Rheumawerte waren nicht erhöht. Es begann ein langer Weg zur richtigen Diagnose, zumal die Bemerkungen der mir nahestehenden Menschen nicht besonders hilfreich waren: „bei Deiner Ernährung, Deiner Beweglichkeit, Deiner geistigen Haltung!“ (Ich meditiere täglich und erlernte in einer 8-wöchigen Ausbildung die auf „Achtsamkeit basierende Schmerzreduktion“). In der Tat, ich war verzweifelt! Lungenentzündungen kamen hinzu mit antibiotischen Behandlungen, auch Verstopfungen – die Immunkraft lag darnieder.
Immer auf der Suche nach der Ursache, begann eine Ärzte-Odyssee. Teure Blutbilder, die keine Kasse bezahlt, brachten keine neuen Erkenntnisse. Nach vielen Leidensmonaten hörte ich von einem Ganzheitsmediziner in meiner Nähe. Ein neues Blutbild brachte Licht ins Dunkel: Zwei Borreliosewerte waren stark erhöht. Dabei konnte ich mich nicht erinnern, von einer Zecke gebissen worden zu sein, geschweige denn den typischen Hof mit Wanderröte um einen Zeckenstich gesehen zu haben. Außerdem waren wichtige Blutbestandteile zu niedrig, wie Vitamine der B-Gruppe, Q10, Vitamin D, Selen, Pantothensäure sowie die Energiebausteine Taurin, Gluthation-Na, L-Carnitin. Diese abweichenden Laborwerte wurden nach und nach mit insgesamt zehn „Power-Infusionen“ wieder auf Normalwerte gehoben.

Foto: Shutterstock/Kamil Macniak