Was mir geholfen hat

Schlafapnoe – Zimmergenossin deckte sie auf

Frau setzt Atemmaske auf

Die allein lebende Astrid Kurz (Name geändert) schob ihre häufige Tagesmüdigkeit auf ihre eingeschränkte Nierenfunktion. Bei einem Trainingswochenende mit ihrem Chor teilte sie ein Zimmer mit einer Sängerin. Das brachte einen Stein ins Rollen. Ihr nächtliches Schnarchen wertete die Mitsängerin als Gesundheitsrisiko – der Impuls für eine ärztliche Abklärung und bessere Lebensqualität.

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Was mir geholfen hat

Entstörung der Narben: endlich beschwerdefrei

Rückenmassage

Bei einem Sturz knickte Marianne Rösner mit dem Knöchel um und zog sich einen Trümmerbruch des Sprunggelenkes zu. Metallplatten wurden eingesetzt. Komplikationen erforderten mehrfache Nachoperationen. Nach sechs Jahren erfolgte eine Gelenkversteifung, doch Belastungsschmerzen und Schwellungen blieben. Hilfe brachten eine Narbenentstörung und Akupunktmassage nach Penzel.

Es war die letzte Stufe der Außentreppe, von der ich vor sechs Jahren stürzte und mir einen komplizierten Bruch des Sprunggelenks zuzog. Die Knochen wurden mit Metallplatten, Schrauben und Drähten stabilisiert. Der Knöchel und das Bein blieben jedoch hartnäckig geschwollen, und der Fuß schmerzte. Die folgenden drei Jahre konnte ich mich teilweise nur mit Krücken fortbewegen.

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Was mir geholfen hat

Augentraining und Brille lösten Schmerzproblem

Frau beim Optiker

Christina Bartsch litt bereits als Kind unter Kopfschmerzen, die sich später massiv steigerten. Hinzu kamen Schulter- und Hüftbeschwerden. Ein Osteopath empfahl Schuheinlagen für eine bessere Körperstatik sowie eine Zahn-Entlastungsschiene. Doch erst sein Tipp, die Augen untersuchen zu lassen, führte zur Schmerzursache

Kopfschmerzen begleiteten mich seit meiner Kindheit und quälten mich besonders beim Lernen. Später dehnten sich die Beschwerden auf Nacken und Schultern aus. Als das Abi-tur nahte, plagten mich wöchentlich oft vier Schmerztage.

Osteopath fand Schmerzursache

Auf Drängen meiner Mutter suchte ich einen Osteopathen auf. Er erfragte all meine Beschwerden, überprüfte Körperstatik, Beweglichkeit der Wirbelsäule, Stärke der Muskeln und suchte nach schmerzhaften Punkten im Gewebe. Schließlich empfahl er Einlagen für die Schuhe sowie eine Entlastungsschiene für meine Zähne. Außerdem überwies er mich an einen Augenarzt, da er eine leichte Fehlstellung meiner Augen vermutete.

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Aus der ärztlichen Praxis

Immunsystem im Darm gestärkt

Dr. med. Sebastian Boekels, Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren
Kernkraftwerk

Im Frühsommer 2008 kam der 25-jährige Andrej G. erstmals in die Praxis. Er war gerade drei Jahre alt gewesen, als sich 1986 die Nuklearkatastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl ereignete, welche weltweit für verheerende Auswirkungen gesorgt hatte. Seine Eltern und er lebten damals in einem kleinen Dorf unweit des Reaktors. Glücklicherweise zog die radioaktiv verseuchte Wolke in die andere Richtung. Monate später, nachdem auch in der ehemaligen Sowjetunion der Unfall publik geworden war, siedelte die Familie zu einem Onkel nach Deutschland über.

Von klein auf war Andrej ständig krank. Mal litt er unter starken Halsinfektionen, mal taten ihm die Ohren weh oder er lag für Wochen mit einer schweren Bronchitis im Bett. Unzählige Arztbesuche mit regelmäßigen Antibiotikagaben hatte er über sich ergehen lassen, stets in der Hoffnung, gesund zu werden. Die Lymphknoten im Kieferwinkel waren als Zeichen einer Immunreaktion fast das ganze Jahr über deutlich tastbar vergrößert.

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Naturheilkundlicher Rat

Ödembildung nach Prostataoperation

Antwort von: Dr. med. Rainer Matejka

Vor knapp einem Jahr bin ich an Prostatakrebs robo-terunterstützt operiert worden (DaVinci-Methode) – allerdings mit Komplikationen. Es sammelte sich Lymphe in einem dafür nicht vorgesehenen Raum im Unterleib an (Lymphozele), und nach der Reha entwickelte sich außerdem eine ödematöse Schwellung über dem Schambereich. Die Schwellungen erfassten auch die Beine, so dass ich jetzt Stützstrümpfe tragen muss und Lymphdrainage bekomme. Kann man gegen den Lymphstau etwas tun? Die Urologen sind ratlos.


Naturheilkundlicher Rat

Blutverdünnung mit Aderlass und Aspirin

Antwort von: Dr. med. Rainer Matejka

Seit knapp fünf Jahren erhalte ich zur Blutverdünnung wöchentlich eine Infusion mit einem halben Liter Kochsalzlösung 0,9 %. Dazu werde ich alle 5 bis 6 Wochen zur Ader gelassen, wobei 0,3 Liter Blut entnommen werden. Anlass dafür war ein Zentralvenenverschluß im linken Auge vor gut fünf Jahren. Zusätzlich versuchte ich, die Fließeigenschaft des Blutes auch durch vegetarische Kost zu verbessern. Ich verwende außerdem entzündungshemmende Omega-3-Öle und meide sämtliche Milchprodukte. Meine Knieprobleme sind dadurch bereits verschwunden. Den Vorschlag meiner Ärztin, die Behandlung mit Aspirin® weiterzuführen, habe ich wegen der im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen bisher abgelehnt. Inzwischen neige ich allerdings zu dieser Therapie, da die Infusionen mit Salzwasser auf Dauer möglicherweise auch unerwünschte Nebenwirkungen haben. Der Hämatokritwert liegt derzeit bei 43,7 Prozent, der Fibrinogenwert bei 2,5 Gramm pro Liter Blutplasma. Bitte helfen Sie mir bei der Entscheidung.


Was mir geholfen hat

Fastenwandern beruhigte heiße Arthritis-Hände

Katrin Gabriel
Wandergruppe genießt Aussicht

Erste kleine Deformierungen zeigten sich an Katrin Gabriels Händen vor 15 Jahren. „Da kann man nichts machen“ so ihr Hausarzt. Sie ergriff selbst die Initiative und konnte eine Versteifung der Gelenke hinauszögern. In einer intensiven Schaffensphase als Malerin bekam sie „heiße Hände“ und konnte den Schub ohne Medikamente – mit Fastenwandern – stoppen.

Erste Anzeichen der Arthritis meldeten sich vor 15 Jahren mit kleinen Ausbeulungen an den Zeigefingern, zunächst als rein kosmetisches Problem. Doch ich kannte die späteren Handverformungen und Gelenkversteifungen von beiden Großmüttern, auch von meiner Mutter. „Da kann man nichts machen“, so mein Hausarzt. Rheumafaktoren waren im Blut nicht nachzuweisen. Später konnte ich nur noch unter Schmerzen die Ölfarbe auf die Leinwand bringen. Der Arthritis-Schub zwang mich zum Pausieren – mitten in einer intensiven Schaffensphase. Nun übernahm ich selbst die Initiative und wurde im Laufe der Jahre zur Expertin für naturheilkundliche Maßnahmen.

Naturheilkunde verzögert Krankheit

Meine rheumatoide Arthritis ist eine chronische, in Schüben verlaufende Gelenkentzündung. Eigene Antikörper greifen die Gelenkstrukturen an und können sie letztlich zerstören. Heiße Hände sig-nalisieren eine akute Entzündung. Ich versuchte möglichst entzündungshemmend zu leben. Lebensmittel mit der entzündungsfördernden Arachidonsäure – ein Bestandteil tierischer Fette – meide ich seit 15 Jahren, esse weder Wurstwaren, kaum Fleisch, vor allem kein Schweinefleisch, ebenso wenig Milch und Eier. Stattdessen kommen Fisch, frisches Gemüse, Salate, Obst, Vollkornprodukte und Walnüsse auf den Teller. Wegen der entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren nehme ich täglich einen Esslöffel Leinöl. Diese Kost schmeckt, stärkt Darmmilieu und Immunkraft.

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Naturheilkundlicher Rat

Selbsttest für Lebensmittel-Unverträglichkeiten?

Antwort von: Doris Paas, Ernährungs- und Gesundheitspädagogin

Da ich häufig unter Verdauungsbeschwerden leide, vermute ich bei mir eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit. Im Internet habe ich entdeckt, dass es Selbsttests für zu Hause gibt. Die genaue Anleitung dazu steht auf der Webseite und das Ergebnis soll nach wenigen Tagen zugeschickt werden. Sind solche Tests empfehlenswert?

Medizinische Selbsttests wie etwa Blutdruckmessung, Urinteststreifen oder digitale Blutzuckermessung unterstützen die Zusammenarbeit mit dem Arzt und fördern die Verantwortung für die eigene Gesundheit. Nun haben Pharmaindustrie und Labore auf die zunehmenden Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten reagiert und Selbsttests entwickelt, die vor allem im Internet angeboten werden. Es gibt Atemtests zur Feststellung einer Milchzucker- (Laktose), Fruchtzucker- (Fruktose) und Sorbit-Unverträglichkeit oder auch einer Dünndarmfehlbesiedlung. Zusammensetzung und Qualität der Darmflora können mit Stuhltests in einem qualifizierten Labor ermittelt werden.

Recht neu im Angebot sind Gluten-Tests zur Feststellung einer möglichen Unverträglichkeit des Klebereiweißes Gluten (Zöliakie). Im Dünndarm führt Gluten zu Entzündungen. Diese (lebenslange) Unverträglichkeit kann über bestimmte Antikörper im Kapillarblut sowie im Stuhl nachgewiesen werden. Bei diesen Tests gelingt jedoch die Abgrenzung zwischen der Zöliakie, einer schwerwiegenden Stoffwechselerkrankung, und der Gluten-Sensitivität nicht. So sehe ich den neuen „Gluten-Test“ besonders kritisch als Selbsttest. Er gehört unbedingt in die Hand einer Fachkraft, da zur Diagnosestellung weitere Tests erforderlich sind.


Was mir geholfen hat

Diabetes: runter vom Gewicht und neuer Lebensstil

Maria Leitner (Name geändert)
Radfahrerin, Herbst

Als Maria Leitner (Name geändert) Übelkeit und Krämpfe plagten, vermutete sie Nebenwirkungen kortisonhaltiger Tabletten. Doch der Arzt diagnostizierte einen „Zuckerschock“ mit über 470 mg/dl Glucose im Blut. Insulinspritzen wurden unumgänglich. Der Schock „plötzlich zuckerkrank!“ setzte aber auch heilsame Energien für einen gesunden Lebensstil frei und befreite sie von der Krankheit.

Viele Jahre ließ ich es mir gut gehen. Ich fühlte mich wohl, kurierte mit bewährten Hausmitteln und mied die Arztpraxis – bis ich mit 64 Jahren einen Bandscheibenvorfall erlitt. Der Orthopäde gab mir fast täglich eine „Dreifach-Spritze“ gegen Schmerzen und Entzündungen, sowie mit B-Vitaminen zur Stärkung der Nerven. Trotzdem konnte ich vor Schmerzen nur sitzend schlafen.

Nach vier Wochen wurde ich mit kortisonhaltigen Tabletten weiterbehandelt. Daraufhin bekam ich einen unstillbaren Durst. Dabei lief mir der Schweiß nur so herunter, begleitet von Krämpfen und Zittern. Ich dachte zuerst an meine psychische Belastung durch drei aktuelle Todesfälle und versuchte mir mit Magnesium und kalten Duschen zu helfen. Ohne Erfolg. Ich ging zum Arzt. Er spritzte ein Mittel zum Entkrampfen und nahm Blut ab. Am anderen Morgen rief er aufgeregt an: „Bitte kommen Sie so schnell wie möglich zur Notaufnahme ins Krankenhaus. Sie haben einen Zuckerschock mit extrem hohem Blutzucker von 470 mg/dl.“ Der Arzt spritzte Insulin. Täglich wurde nun mehrmals der Blutzucker gemessen und protokolliert, um die Insulinmenge anzupassen. Ich stand unter Schock, so plötzlich mit Diabetes konfrontiert zu sein, an dessen Folgen meine Nachbarin kurz zuvor verstorben war.

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Aus der ärztlichen Praxis

Zyklusstörung mit Pflanzen behoben

Heide Fischer, Ärztin und Mitbegründerin der Frauengesundheitszentren Heidelberg und Freiburg
Tanzendes Paar

Die 22-jährige Studentin kam zunächst nicht besonders motiviert in die Praxis. Mürrisch berichtete sie, dass ihre Mutter ihr zu dem Arztbesuch geraten (und ihn auch bezahlt) hatte. Eigentlich sei es ihr nicht unlieb, dass die Menstruation nur alle paar Monate käme, und die begleitenden Schmerzen hätte sie mit Schmerzmitteln ganz gut im Griff. Der Gynäkologe, den sie aufgesucht hatte, riet zu einer „Pille“, aber bevor sie das tue, wollte die Mutter sie doch einmal von mir beraten sehen.

Was sie sich denn selbst erhoffe, war meine Frage, und da kamen schon die Tränen. Sie stünde unter ihren Studienkolleginnen total unter Druck, weil sie keinen Freund habe und auch noch nie einen gehabt hätte. Sie habe solche Angst, was da auf sie zukäme, dass sie wohl alle Kandidaten in die Flucht schlage. Es folgte ein längeres Gespräch über Se-xualität und wovor genau sie sich denn fürchte. Nein, Übergriffe habe sie nie erlebt, sie sei einfach so schüchtern und verberge dies unter einem Mantel von „Borstigkeit“. Der Bann war gebrochen und die kluge junge Frau formulierte selbst die These, dass ihre Beschwerden mit ihrer Unsicherheit in Bezug auf ihre Weiblichkeit zu tun haben könnten.

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Was mir geholfen hat

MCS: Reizstoffe meiden ist die einzige Therapie

Gabriele Hoss-Reinhard
Wanderrast im Gebirge

Der Kardiologe fand für die Herzrhythmusstörungen bei Gabriele Hoss-Reinhard keine Ursache und empfahl sie an einen Umweltmediziner. Dessen Diagnose lautete multiple chemische Sensibilität (MCS). Ihr Blut zeigte hohe Belastungen mit verschiedenen Chemikalien. Mit dem Wissen um die zahlreichen „Reizstoffe“ konnte sie sich endlich einen erträglichen Lebensraum schaffen.

Ich wusste nicht, wie mir geschah, als mir 1999 auf der Insel Föhr in unserer Ferienwohnung mit viel Plüsch und Teppichen ganz „schummrig“ wurde – Kreislaufversagen, Durchfälle, Schnupfen und Bronchitis. Der Urlaub endete für mich in der Inselklinik, wo ich 12 Tage verbrachte. Kochsalzinfusionen und Essen, auf das ich Lust hatte, sollten meinen aufgewühlten Organismus beruhigen. Bis ich fähig war, zu Mann und Kindern nach Hause zu reisen, benötigte ich weitere zehn Wochen. Dazu mietete ich mich in einer Allergiker-Wohnung ein. Ein Arzt begleitete meine langsame Erholung an viel frischer Luft. Allerdings provozierte seine anfängliche Kortisonbehandlung einen Rückfall und ließ mich auf 49 kg abmagern – bei einer Größe von 172 cm.

Daheim meldeten sich die zahlreichen Beschwerden erneut, oft kam Atemnot dazu. In einer Akutklinik zur Behandlung von Allergien wurden im Blut neben einer Allergie auf Sorbinsäure hohe Schadstoffbelastungen mit Chrom, Quecksilber, Titan, Nickel und anderen Stoffen gefunden. Bei dem Versuch, die Schwermetalle mit DMPS (einem chemischen Chelatbildner) auszuleiten, ging es mir hundeelend. Wir brachen die Behandlung ab. Um weitere Belastungen zu umgehen, habe ich beispielsweise alle Töpfe aus Cromargan durch Porzellan- und Emaille-Kochgeschirr ersetzt.

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Aus der ärztlichen Praxis

Blaseninfekte ohne Antibiotika im Griff

Peter Emmrich, Facharzt für Allgemeinmedizin
Frau hält Wärmflasche auf Bauch

Mareike ist eine 42-jährige Fremdsprachenkorrespondentin eines großen Verlagshauses. Oft ist sie mehrere Tage mit Ihrem Chef auf Geschäftsreise unterwegs und meist passiert es auf der Rückreise: eine heftige Blasenentzündung macht ihr das Leben zur Hölle. Starke Schmerzen peinigen sie Tag und Nacht. Seit ihrem 18. Lebensjahr tritt diese Blasenentzündung immer wieder auf, mal monatlich und dann wieder erst nach zwei oder drei Monaten Pause. Meist helfen Antibiotika, aber oft muss sie starke Schmerzmittel nehmen, weil sie es einfach nicht mehr aushält. Nicht nur, dass ein ständiger Harndrang (Pollakisurie) besteht, auch die quälenden, stechenden Schmerzen zehren stark an ihrem mittlerweile schon sehr schwachen Nervenkostüm. Sie hat inzwischen bestimmt mehr als acht Urologen konsultiert und die Praxen meist lediglich mit einem Rezept über ein Antibiotikum wieder verlassen.

Blaseninfekt – ein Schleimhautproblem

Die Hintergründe dieser chronischen Schleimhautentzündung liegen allerdings woanders: 80 Prozent des Abwehrsystems sind im Darm etabliert. Via Blutbahn kommen die Abwehrzellen von dort zu allen Schleimhäuten des ganzen Körpers, auch zu den Augen, Ohren, Nase, Lunge, den Schleimhäuten der Urogenitalorgane sowie den Gelenkinnenhäuten. Ein hochkomplexes System also, das wir positiv stärken müssen, damit die Blasenschleimhaut genug Widerstandkraft erhält.

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Naturheilkundlicher Rat

Hauterkrankung Granuloma anulare

Antwort von: Anita Kraut, Heilpraktikerin

Schon seit mehreren Jahren leide ich an der Hauterkrankung Granuloma anulare. Bisher waren alle Therapieversuche erfolglos. Können Sie mir einen Rat geben?

Granuloma anulare ist eine harmlose, nicht ansteckende, gutartige Hautveränderung. Meist findet man sie auf Fuß- und Handrücken als ringförmig angeordnete, sich ausbreitende, harte, blass-rot gefärbte Papeln oder Knötchen. Der Vorteil: Granuloma anulare zeigt keinen Juckreiz und heilt auch meist von alleine wieder narbenlos ab. Das Hauptproblem ist die Sichtbarkeit der Erkrankung, die zur seelischen Belastung des Betroffenen führt und auch Außenstehende verunsichern kann. Die Ursachen von Granuloma anulare sind unbekannt. Daher begrenzt sich die Schulmedizin bei der Therapie dieser Hautkrankheit auch meist auf Kortisongaben und Bestrahlungen mit UV-Licht – mit mehr oder weniger gutem Ergebnis.

In der Naturheilkunde berücksichtigen wir mögliche Grunderkrankungen, Lebensweise, Charakter des Patienten, Umfeld usw. Oft finden sich dann erstaunliche Gründe für das Auftauchen oder Verschwinden von Granuloma anulare. Einige Beispiele: Bei einem 7-jährigen Jungen tauchte Granuloma anulare am Po auf, nachdem er sich versehentlich in einen Ameisenhaufen gesetzt hatte. Als die durch das Ameisengift geröteten Hautstellen abgeheilt waren, entwickelte sich Granuloma anulare und heilte nach einem Jahr von selbst ab. Was jedoch nicht bedeutet, dass Ameisen oder andere Insekten grundsätzlich die Auslöser sind. Eine junge Frau war begeistert, dass mit Beginn ihrer Schwangerschaft ihr Granuloma anulare ganz verschwand, was für sie vorher jahrelang ein ästhetisches Problem war. Ein Mann mittleren Alters stellte seine Ernährung auf vegetarische Kost um. Seine Haut wurde gesund und das Granuloma anulare verschwand. Eine Dame mittleren Alters entdeckte erste Anzeichen für Granuloma anulare, als sie mitten in der Trennungsphase stand.


Naturheilkundlicher Rat

Artischockenpräparate zur Gewichtsreduktion?

Antwort von: Dr. med. Volker Schmiedel

Immer wieder gibt es neue „Wundermittel“ zur Gewichtsreduktion. Jetzt habe ich von einem Artischockenpräparat gehört. Die Artischocke wird dabei als natürlicher „Fatburner“ beschrieben. Das leuchtet mir ein. Können Sie mir sagen, ob das stimmt und welche Präparate geeignet sind?

Die Artischocke ist ein nährstoffreiches, gleichzeitig aber kalorienarmes Gemüse und als Bestandteil einer Diät sehr gut zur Gewichtsreduktion geeignet. 100 Gramm enthalten nur 20 kcal, dabei mehr als 10 Gramm Ballaststoffe. Es handelt sich also um ein sowohl energiearmes als auch ballaststoffreiches Gemüse, welches daher gut zur Sättigung beitragen kann. Die Artischocke ist damit aber nicht besser und nicht schlechter als die meisten anderen Gemüse. Wem Artischocken schmecken, der darf sie – genau wie alle anderen Gemüsearten – oft in seinen Menüplan einbauen. Das meinen Sie aber vermutlich nicht.

Sie sprechen vielmehr von Artischockenkapseln, die hoch konzentrierten Artischockenextrakt enthalten und damit ein pflanzenheilkundliches Medikament darstellen – auch wenn einige Hersteller ihr Präparat arzneimittelrechtlich als Nahrungsergänzung oder als diätetisches Lebensmittel haben registrieren lassen. Solche Artischockenmittel setze ich sehr gern bei Fettverdauungsstörungen ein, wenn diese von der Galle kommen.


Was mir geholfen hat

Anthroposophische Langzeit-Therapie heilte „Bechterew“

Brigitte Jauch
Frau, Hände am Rücken

Zuerst fühlte die 18-jährige Brigitte Jauch leichte Hüftschmerzen und eine Steifigkeit. Es folgten zehn Jahre mit schlaflosen Nächten und drei starken Schmerzschüben bis zur Diagnose „Morbus Bechterew“. Diese entzündliche Rheumaerkrankung der Wirbelsäule gilt als unheilbar. Doch anthroposophische Medizin konnte helfen.

Erstmals im Alter von 18 Jahren bemerkte ich im Liegen Schmerzen in der Hüfte. Nach dem Aufstehen fühlten sich die ersten Schritte steif an. Das war 1983. Sonst war ich sportlich, rank und schlank. Im Laufe der Zeit steigerten sich die Beschwerden. Nachts konnte ich nicht mehr durchschlafen. Schließlich lebte ich mit einem Dauerschmerz, auch tagsüber. Schmerzmedikamente lehnte ich ab, da mir die Ärzte nicht sagen konnten, an welcher Krankheit ich litt. Mit 22 Jahren erlebte ich einen starken Schmerzschub, zwei Jahre später folgte der nächste noch stärkere. Ich war bewegungsunfähig und wochenlang krankgeschrieben. Die Röntgenaufnahmen zeigten angegriffene Hüftgelenke. Im Alter von 25 Jahren rieten mir Klinik-Ärzte zu einem künstlichen Hüftgelenk. Ich lehnte ab.

Diagnosestellung erst nach elf Jahren

Inzwischen konnte ich nur noch Gesundheitsschuhe tragen – auch wenn dies im Service der gehobenen Gastronomie nicht gern gesehen ist! Doch Pumps verursachten prompt starke Hüft- und Rückenschmerzen. Wenn ich mal schräg auftrat, strahlten sie bis in den Kopf hoch. Es folgte 1994 ein extrem schmerzhafter Schub. Diesmal war die Wirbelsäule mitbeteiligt, weshalb sie erstmals auch geröntgt wurde. Dies führte zur Diagnose Morbus Bechterew, einer entzündlichen, rheumatischen Erkrankung, die bevorzugt die Wirbelsäule befällt und als unheilbar gilt. Ein Bluttest bestätigte, dass ich HLA-B27-Trägerin (HLA = Human Leukozyten Antigene) bin. Diese Eiweißstrukturen auf den Zellen signalisieren eine erhöhte Bereitschaft für die Krankheit.

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Aus der ärztlichen Praxis

Homöopathie stoppte heftige Durchfälle

Peter Emmrich, Facharzt für Allgemeinmedizin
Klohäuschen auf Berg

Die 53-jährige Lehrerin Sabine M. (Name von der Redaktion geändert) klagte darüber, seit fünf Jahren unter einem morgendlichen, wässrigen, reichlichen und spritzenden Durchfall zu leiden, welcher oft sehr übelriechend sei. Sie habe schon drei Darmspiegelungen (Koloskopien) über sich ergehen lassen, jedoch ohne Befund. Auch wurden keine krankhaften Erreger gefunden. Zwei Universitätskliniken hatten sie komplett auf den Kopf gestellt. Diagnose: Reizdarm.

Nicht immer ist ein Keim der Auslöser

Immer wieder begegne ich im Praxisalltag solchen scheinbar „unheilbaren“ Fällen. Oftmals, wenn nichts Organisches vorliegt oder die bekannten Erreger (Viren, Bakterien, Parasiten) negativ getestet wurden, bekommt der Patient letztendlich die Diagnose Reizdarm (lesen Sie hierzu auch den Naturarzt-Artikel „Strategien gegen Reizdarm-Symptome“ aus Ausgabe 7/2015). Die Dame kontaktierte zwar auch schon zwei Heilpraktiker, welche eine Symbioselenkung bei ihr durchführten, jedoch mit wenig bis keinem Effekt. Hierbei bekommt der Patient Keime verabreicht, welche zur natürlichen (physiologischen) Darmflora gehören und vermindert sind. Oftmals kommen solche, von Misserfolgen völlig frus-trierten Patienten nach langer Odyssee zum Homöopathen.

Die beschriebene Darmentleerungsstörung gleicht einer schmerzlosen Cholerainfektion, ohne dass ein Erreger nachweisbar wäre. Diese gussartig und teilweise übelriechende Darmentleerung bestand bei Frau M. nun schon seit Jahren. Es fand sich ein aufgetriebener Bauch, und beim sanften Druck im Bereich des rechten Oberbauches, also in der Region Leber/Gallenblase/rechte Dickdarmbiegung, ließ sich ein diskreter Schmerz auslösen.

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Was mir geholfen hat

Schlaganfall: trotz später Diagnose beruflich wieder fit

Renate Dibbern
Frau am PC

Erst der Augenarzt erkannte hinter dem Gesichtsfeld-ausfall der 45-jährigen Renate Dibbern einen Schlaganfall. Vier Tage waren verstrichen! Wertvolle Zeit für eine effektive Erstbehandlung! Es folgten 15 Monate Krankschreibung, in denen sie sich durch Eigeninitative und Willensstärke zu ihrer beruflichen Fitness als Programmiererin zurücktrainierte.

Als ich am 4. Juni 1996 frühmorgens unsere Kätzchen füttern wollte, schwankte plötzlich der Boden, ich konnte nicht mehr richtig sehen und mich orientieren. „Mit mir stimmt etwas nicht“, rief ich meinem Mann zu. Unser herbeigeeilter Hausarzt wies mich sofort in das nächste Krankenhaus ein.

Verspätete Diagnose – verspielte Heilchance

Die zahlreichen Untersuchungen brachten – bis auf einen erstmals erhöhten Blutzucker – keinen Befund, der die Ärzte zu einer Diagnose geführt hätte. Mit meinen Sehproblemen schickten sie mich Tage später zu einem Augenarzt, denn das Bild, das ich sah, war von den Seiten zusammengeschoben und im rechten oberen Drittel: Dunkelheit. Ich konnte nichts lesen, obwohl meine Augen in Ordnung waren. Sofort vermutete der Augenarzt einen Schlaganfall. Vier Tage waren seit dem Vorfall verstrichen – wertvolle Zeit für eine effektive Thrombenauflösung!

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Aus der ärztlichen Praxis

Zahnpasta und Birkenrinde gegen Dellwarzen erfolgreich

Dr. med. Ella Neumann
Birkengruppe

Vor vielen Jahren kam Elke M. (Name von der Redaktion geändert) mit ihrem Sohn Lukas in die Ambulanz. Damals arbeitete ich noch an der Universitätsklinik und behandelte viele schwere, therapieresistente Fälle. Aber einen so ausgeprägten Befund in Bezug auf Warzen wie bei diesem Jungen, habe ich seitdem nie wieder gesehen.

An beiden Oberschenkeln hatte er hunderte von Dellwarzen. Von einem niedergelassenen Kollegen bekam ich das Ergebnis einer Gewebsuntersuchung mit der entsprechenden Diagnose. Eine Behandlung hatte bis jetzt nicht stattgefunden, weil die befallene Fläche für eine schulmedizinische Behandlung einfach zu groß war.

Der „Virenkiller“ Menthol ist mit Vorsicht zu genießen

Ich leitete eine lokale Therapie mit zwei unterschiedlichen Wirkstoffen ein: Menthol und Birkenrindenextrakt. Menthol wirkt antiviral, Birkenkorkextrakt antientzündlich und beruhigend. Für die mentholhaltige Einreibung eignet sich eine starke Zahnpasta. Sie wird einmal täglich am besten tagsüber dünn aufgetragen. Bei Lukas mussten wir großflächig vorgehen, sonst genügt es, punktuell zu behandeln. Menthol kann die Haut stark reizen, was einerseits zur Stimulation des Immunsystems erwünscht ist, andererseits aber einen sehr vorsichtigen Umgang damit voraussetzt. Falls es zu Rötungen kommt, pausiert man einen Tag oder benutzt die Paste grundsätzlich nur jeden zweiten Tag. Abends wäscht man sie mit warmem Wasser wieder vorsichtig ab.

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Naturheilkundlicher Rat

Medikamente: weniger ist mehr

Antwort von: Dr. med. Rainer Matejka

Seit 20 Jahren nimmt mein heute 73-jähriger Mann täglich Unmengen von Medikamenten ein, weshalb wir uns um mögliche Nebenwirkungen sorgen und am liebsten reduzieren oder mit alternativer Medizin austauschen möchten. Wir bitten Sie um Prüfung der Medikamentengabe und um eine Zweitmeinung. Mein Mann leidet unter einem hohen Blutdruck, teilweise liegt er bei 195 zu 100 mm Hg. Zur Blutdrucksenkung nimmt er täglich eine Tablette Lisinopril 20 mg, Bisoprolol plus 10/25, und Amlodipin 5 mg. Außerdem braucht er Schilddrüsen-Medikamente, seit ihm vor 18 Jahren wegen Überfunktion ein Teil der Schilddrüse entfernt wurde. Er nimmt täglich eine Tablette Euthyrox® 175 Mikrogramm, dazu L-Thyroxin Henning 50 plus – nun wegen Schilddrüsenunterfunktion. Zur Senkung seines erhöhten Cholesterinwertes nimmt er außerdem täglich ½ Tablette Simvastatin 20 mg.

Soweit ich aus Ihren beigelegten Arztbefunden ersehe, erscheint mir das Betablocker-Medikament Bisoprolol plus ziemlich hoch dosiert zu sein. Das Problem ist, dass bei 10 mg Bisoprolol plus häufig ein müde machender Betablocker-Effekt zum Tragen kommt. Das „plus“ bedeutet, dass das Kombinationspräparat 25 mg des Entwässerungsmittels Hydrochlorothiazid (HCT) enthält, das langfristig zur Ausschwemmung von Mineralstoffen führt und als Nebenwirkung oft den Harnsäure-, Fett- und Zuckerstoffwechsel verschlechtert. Insofern wäre zu überlegen, ob Ihr Mann es einmal mit anderen Medikamenten versuchen sollte. Sie müssten dies allerdings mit dem Hausarzt absprechen.

Denkbar erscheint mir, die Amlodipin-Dosis zu verdoppeln, auf 10 mg pro Tag. Das Bisoprolol sollte auf die Hälfte reduziert, der Entwässerungsanteil herausgenommen und gesondert zunächst jeden zweiten Tag 25 mg HCT eingenommen werden.

Naturheilkundlich gibt es kaum noch brauchbare Blutdrucksenker. Am ehesten bietet sich Homviotensin® an, ein Kombinationsmittel, welches unter anderem Rauwolfia enthält (Vorsicht bei Depressionen und Nasennebenhöhlenproblemen). Hinzukommen sollten Allgemeinmaßnahmen wie gesunde Kost, Bewegung und Entspannungsübungen. Neuere Untersuchungen zeigen, dass dunkle Schokolade (ein Riegel/Tag) und Rote-Bete-Saft (ca. 100 ml/Tag) ebenfalls leicht blutdrucksenkend wirken.


Naturheilkundlicher Rat

Taubheitsgefühle nach Spinnenbiss

Antwort von: Dr. med. Markus Pfisterer

Vor zwei Jahren wurde ich in Kalifornien von einer winzigen roten Spinne in den linken Fußknöchel gebissen. Es bildeten sich Blasen und eine starke Schwellung, die ich während des Rückfluges mit Pflaster und Lymphstrumpf unterdrückte. Eine langsame Besserung brachten Antibiotika, doch eine leichte Schwellung und vor allem ein Taubheitsgefühl im linken Fuß blieben zurück. Nach Abklingen der akuten Beschwerden brachten Wärme und Lymphdrainage Linderung. Meine Physiotherapeutin verglich dabei meine Lymphe mit einem dicken Sirup, da sie normalerweise dünnflüssiger sei. Homöopathisch ergänzte ich die Behandlung mit Ledum C30, das bei Insektenstichen und Zeckenbissfolgen eingesetzt wird, doch ohne nennenswerte Wirkung. Bei einer umfassenden Blutuntersuchung wurde nun ein leicht erhöhter Borreliose-Wert entdeckt. Mit einer dafür vorgesehenen langwierigen Antibiotikabehandlung kann ich mich allerdings nicht anfreunden. Was kann ich aus Ihrer Sicht tun?

Ihre Unterlagen zur neurologischen Untersuchung zeigen eindeutig, dass bei Ihnen eine Polyneuropathie vorliegt, also eine Schädigung von peripheren Nerven, die die Muskeln versorgen und für die Sensibilität der Haut verantwortlich sind. Die Ursache dafür wurde in Ihrem Fall leider nicht gefunden. Für die Entstehung einer Polyneuropathie sind häufig Infektionen, etwa mit Borrelien, Chlamydien, Ehrlichien oder bestimmten Viren verantwortlich. Außerdem kann sie bei Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder erblich bedingter defekter Synthese des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin (Porphyrien) entstehen, ebenso bei Autoimmunerkrankungen, Tumorleiden sowie bei chronischen Toxinbelastungen mit nervengängigen Giften.

Des Weiteren können anatomische Störungen eines guten Nervenzusammenspiels aufgrund von Kompressionssyndromen, Knochenbrüchen und anderen Verletzungen zu einer Polyneuropathie führen.