Naturheilkundlicher Rat

Arthrose durch angeborene Hüftfehlstellung

Dr. med. Andreas Weiß

Mein 25-jähriger Sohn leidet seit vier Jahren immer wieder unter Hüftschmerzen auf der rechten Seite. Schwimmen bringt ihm kurzzeitig Erleichterung. Die Magnetresonanztomographie (MRT) offenbarte nun eine fortgeschrittene Degeneration beider Hüftgelenke und ergab „einen CCD-Winkel beidseits von 143 Grad (sogenannte Coxa valga) mit deutlicher Verschmälerung des Gelenkspaltes im Sinne einer Arthrose“. Die Ärzte haben eine Operation zur Korrektur des CCD-Winkels empfohlen. Was bedeutet die-se Diagnose und gibt es Alternativen zur Operation?

Offensichtlich handelt es sich bei Ihrem Sohn um eine ererbte Störung bezüglich Form und Stellung des Oberschenkelknochens. Normalerweise bildet dieser ja mit dem kugelartigen Knochenende, dem Kopf, und der muldenförmigen Knochenregion am Darmbein, der Gelenkpfanne, das Hüftgelenk. Beide Knochenoberflächen sind mit einem 1 bis 2 mm dicken, glatten und harten Knorpel beschichtet, der die Gelenkflächen bildet. Im Zusammenwirken mit der Gelenkschmiere, die sich ölfilmartig über den Knorpel zieht, ermöglicht dies ein fast reibungsloses Aneinandergleiten.


Naturheilkundlicher Rat

Kalziumtabletten gegen den Knochenabbau?

Dr. med. Rainer Matejka

Seit vielen Jahren leide ich an rheumatoider Arthritis und nehme deshalb täglich Kortison ein. Da dies auf Dauer eine Osteoporose fördern kann, steuere ich seit längerer Zeit mit einer regelmäßigen Einnahme von Kalziumtabletten und Vitamin D dagegen. Außerdem ernähre ich mich vegetarisch vollwertig mit viel frischem Obst und Gemüse, Vollkornerzeugnissen, Samen und Nüssen. Nun habe ich gelesen, dass sich durch eine zu hohe Kalziumeinnahme das Infarkt- und Schlaganfallrisiko durch die Ablagerung des Kalziums in den Gefäßen erhöhen würde. Wie ist Ihre Meinung?

Persönlich habe ich immer Zweifel an der Einnahme hoch dosierter Kalziumpräparate gehabt. Gleichwohl scheint mir das erwähnte Risiko einer Herzinfarkt- und Schlaganfallgefährdung allerdings übertrieben zu sein. Auch das früher behauptete Risiko einer Nierensteinbildung halte ich nicht eindeutig für belegt, da sich Nierensteine eher aus einer zu hohen Zufuhr von Oxalsäure – wie sie sich beispielsweise in Rhabarber befindet – entwickeln.

Hoch dosierte Kalziumtabletten sind oft nicht besonders gut bekömmlich und führen bei empfindlichem Verdauungstrakt zu Beschwerden bis hin zu Übelkeit. Ferner wirken sie „kompetitiv“ verdrängend auf andere Mineralstoffe. So wird vermutet, dass die Magnesiumaufnahme beeinträchtigt werden kann.


Was mir geholfen hat

Mit Homöopathie Fersensporn-Leiden endlich beendet

Füße im Gehen

Durch einen schmerzhaften Fersensporn war die sportbegeisterte Christel Helminski zwei Jahrzehnte lang geplagt und in ihrem Bewegungsdrang eingeschränkt. Orthopäden konnten ihr mit speziellen Schuheinlagen nur bedingt helfen. Völlig schmerzfrei wurde sie durch eine ganzheitliche Behandlung mit der klassischen Homöopathie.


Naturheilkundlicher Rat

Prostata-Karzinom

Dr. med. Rainer Matejka

Mein Urologe drängt mich zu einer Totaloperation der Prostata aufgrund eines Krebsbefundes. Ich habe keine Beschwerden. Mein PSA-Wert liegt derzeit bei 4,7. Wir ernähren uns gesund und sind mit unseren 60 Jahren sportlich noch sehr aktiv. Eine Operation möchte ich unbedingt vermeiden.

Auch wenn der PSA-Wert noch nicht extrem hoch und der Anstieg um jährlich 0,5 nicht gewaltig ist – das Karzinom ist bei Ihnen nun einmal nachgewiesen. Trotzdem könnte man zunächst durch Kontrollen des PSA-Wertes alle drei Monate die weitere Entwicklung beobachten. Sollte der Wert nicht mehr nennenswert steigen, kann mit einer eingreifenden Therapie noch gewartet werden. In Deutschland neigt man heutzutage zur Radikaloperation. In den USA dagegen setzt man wenige Millimeter große, radioaktiv geladene Metallstifte („Seeds“) ein, um dort das entartete Gewebe zu zerstören. Von den Langzeitergebnissen her dürfte zwischen beiden Verfahren kein großer Unterschied bestehen, die Seeds haben wahrscheinlich weniger Nebenwirkungen.


Aus der ärztlichen Praxis

Suppenfasten senkte Bluthochdruck nachhaltig

Peter Emmrich

Oft wird nach naturheilkundlichen Möglichkeiten gefragt, effektiv den Blutdruck zu senken. Ich nenne dann meist das Suppenfasten nach Moll. Fasten ist schon vielfach wissenschaftlich untersucht worden. Die Zahlen sprechen für sich. Ich kann das Ergebnis anhand meiner Patienten bestätigen. Vorausgesetzt, es wird konsequent umgesetzt. Suppenfasten ist vor allem für Patienten geeignet, die empfindlich reagieren und leicht frieren, während andere eher von Früchte- oder Saftfasten profitieren (siehe hierzu auch den Naturarzt-Artikel „Typgerecht fasten“ in Ausgabe 3/2008).

Stellvertretend will ich den Fall des 44-jährigen Bauingenieurs Hubert G. schildern. Drei verschiedene Blutdruckmittel schluckte er täglich, ohne große Wirkung. Die Werte lagen in der Regel bei 160/95 mm Hg. Normal sind 120/80 mm Hg.


Naturheilkundlicher Rat

Unerfüllter Kinderwunsch

Antwort von: Verena Rosar, Heilpraktikerin

Mein Mann und ich wünschen uns möglichst bald ein Kind, da ich schon Mitte Dreißig bin. Mein Arzt hat eine Gelbkörperschwäche festgestellt. Die Abstände zwischen den Blutungen sind unregelmäßig, und auch Zwischenblutungen treten immer wieder auf. Wie kommt es zu einer Gelbkörperschwäche und wie kann ich die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen? Ich bin an alternativen Therapien interessiert, eine Behandlung mit chemischen Hormonpräparaten lehne ich ab.

Es ist gut möglich, dass Ihre Zyklusunregelmäßigkeiten durch ein hormonelles Ungleichgewicht hervorgerufen werden, das der Erfüllung des Kinderwunsches bisher im Wege stand. Der Gelbkörper entsteht nach dem Eisprung aus dem Eibläschen, das vorher die Eizelle umhüllt hatte und nach dem Eisprung im Eierstock verbleibt. Dieser Gelbkörper produziert das Progesteron, das für eine Schwangerschaft unverzichtbar ist. Wenn die Funktion des Gelbkörpers jedoch geschwächt ist, wird von diesem Hormon zu wenig ausgeschüttet.


Was mir geholfen hat

Langzeit-Kur mit Mutterkraut stoppte Migräneanfälle

Petra Krafsig (Name geändert)
Mutterkraut

Für Petra Krafsig war Kopfweh in jungen Jahren kein Thema. Doch mit etwa 30 bekam sie erste Migräneanfälle, die zunächst mit Stress und ihrer Periode, später auch mit Wetterwechsel zusammenhingen. Um Schmerzmittel zu meiden, suchte die vierfache Mutter Hilfe in der Naturheilkunde. Sie stieß dabei auf die erfreuliche Erfahrung einer Engländerin mit Mutterkraut, die sie nunmehr bestätigen kann.

Im Alter von 30 Jahren erlitt ich meine ersten Migräneanfälle. Es erwischte mich immer dann besonders heftig, wenn ich ein hohes Arbeitspensum zu bewältigen hatte. Dann musste ich mich mit einer Wärmflasche in ein ruhiges Zimmer zurückziehen. Erst allmählich ahnte ich einen Zusammenhang mit starkem Stress sowie auch der anstehenden Periode, da die Migräne mich meist an den Tagen vor den Tagen heimsuchte.


Aus der ärztlichen Praxis

Mittelohrentzündung trotz Komplikationen homöopathisch geheilt

Dr. med. Karl-Heinz Friese
Mittelohrentzündung

An einem Freitag wurde das Mädchen Elisa, 9 Jahre alt, erstmals von den Eltern vorgestellt. Das linke Ohr lief seit drei Wochen. Sie hatte bereits drei verschiedene Antibiotika deswegen bekommen, ohne dass eine Besserung aufgetreten ist. Dem Mädchen ging es subjektiv relativ gut, doch im linken Ohr fand sich reichlich Eiter und im Abstrich Streptokokken.

Das Tonschwellenaudiogramm zeigte rechts ein normales Hörvermögen, links dagegen einen Schallleitungsblock von 60 dB. Das heißt, die Schallübertragung durch die Gehörknöchelchenkette links funktionierte überhaupt nicht. Ich sah den Fall nicht als besonders dramatisch an und begann eine Behandlung mit Silicea D6 und Levisticum Ohrentropfen (Olivenöl mit verdünntem Auszug aus Liebstöckelwurzel).

Am darauf folgenden Wochenende bekam das Mädchen massiv Fieber, ihr Allgemeinzustand war plötzlich sehr schlecht. Hinter dem linken Ohr bestand eine starke, rote Schwellung. Diese Struktur, ein Ausläufer des Schläfenbeins, wird als Warzenfortsatz (Processus Mastoideus) bezeichnet. Das Ohr lief weiterhin. Die Blutsenkung war auf 98/109 erhöht, CRP mit 137 mg/l massiv erhöht – dies deutet meist auf eine bakterielle Infektion hin. Aufgrund der massiven Warzenfortsatzentzündung, die unter Umständen lebensgefährlich ist, da sie zu einem Hirnabszess führen kann, verordnete ich Antibiotika. Dies lehnte die Mutter ab, da schon drei Antibiotika vorher gegeben wurden. In der Tat ist von einer massiven Resistenzentwicklung gegen Antibiotika auszugehen, so dass diese Medikamente möglicherweise überhaupt nicht mehr helfen. Darauf riet ich den Eltern, mit dem Mädchen zwecks „Mastoid-
ektomie“ in einer Klinik vorstellig zu werden. Dabei handelt es sich um eine operative Ausräumung der Zellen hinter dem Ohr. Auch dies lehnten die Eltern ab.


Naturheilkundlicher Rat

Fischölkapseln als Cholesterinsenker?

Antwort von: Dr. med. Volker Schmiedel

Vor fünf Jahren wurde bei mir eine koronare Herzkrankheit festgestellt. Wegen Verengung zweier Herzkranzgefäße wurden die Gefäße aufgedehnt und Stents eingesetzt. Nun bekomme ich ASS, Statin und Beta-Blocker. Hin und wieder habe ich Herzrhythmusstörungen. Der Kardiologe hält sie für ungefährlich und möchte mir kein Anti-Arrhythmikum geben. Von Bekannten wurde mir geraten, ich solle zusätzlich Fischölkapseln einnehmen. Ich habe aber gelesen, dass dies schädlich sein soll. Nun bin ich verunsichert. Kann ich durch das Fischöl das Cholesterin soweit senken, dass ich vielleicht sogar das Statin weglassen kann? Gibt es auch pflanzliche Alternativen?

Sie sind mit Ihren konventio-nellen Medikamenten leitlinienkonform, d. h. gemäß medizinischer Handlungsempfehlungen, eingestellt. Der Kardiologe hat auch gut daran getan, Ihnen kein Anti-Arrhythmikum zu geben. Seit einigen Jahren wissen wir aus Studien, dass die Anti-Arrhythmika zwar ventrikuläre Extrasystolen (Extraschläge aus der Herzkammer) vermindern, gleichzeitig aber auch gefährliche Herzrhythmusstörungen provozieren können. Die Sterblichkeit lag in der Gruppe mit Anti-Arrhythmika höher als in der Gruppe mit Placebo. Die meisten Kardiologen sind daher in der Verordnung dieser Medikamente sehr zurückhaltend geworden und empfehlen sie nur noch bei ganz bestimmten Situationen, etwa Vorhofflimmern.


Aus der ärztlichen Praxis

Migräne: klarer Kopf dank Lymphdrainage

Priv.-Doz. Dr. med. Rainer Brenke
Kühler Kopf

Beim Erstgespräch in unserer Klinik berichtete die 41-jährige Ruth M. (Name von der Redaktion geändert) über eine seit 26 Jahren bestehende Migräne. Die Anfälle traten etwa alle zwei Wochen auf und hielten für zwei bis vier Tage an. Dabei bestand wechselnd rechts oder links ein pulsierender, halbseitiger Kopfschmerz, besonders hinter den Augen. Bei Anfällen klagte Frau M. über Lichtscheu, Lärmempfindlichkeit und Übelkeit, als lindernd wurde Kühlung empfunden. Als Auslöser gab sie Stress an. Einen Zusammenhang mit bestimmten Nahrungsmitteln hatte sie nicht feststellen können.

Massagen gegen Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich und Akupunktur linderten ebenfalls die Beschwerden. Schulmedizinische Schmerzmittel erwiesen sich als problematisch, weil sie zu Magen- und Nierenproblemen führten. Aktuell war eine Lumboischialgie (stechende Schmerzen in Kreuz und Gesäß, die ins Bein ausstrahlen) hinzugekommen. Die übrige Vorgeschichte war bis auf Ein- und Durchschlafstörungen unauffällig.


Was mir geholfen hat

Colitis ulcerosa: bekömmliche Kost beruhigte den Darm

Rebecca Baur (Name geändert)
Kamille

Als Leistungssportlerin im Rollschuhlaufen erlitt Rebecca Baur (Name geändert) mit 14 Jahren einen massiven Einbruch. Ihr enormer Gewichtsverlust und ihre Müdigkeit beruhten nicht auf einer zunächst vermuteten Magersucht, sondern einer Dickdarmentzündung. Es folgten schlimme Jahre, bis sie eine akzeptable Lebensform fand.

Drei- bis viermal in der Woche trainierte ich hart, um beim Rollschuhsport vorne dabei zu sein. Doch im Alter von 14 Jahren wurde ich auf einmal dauermüde, hatte ständig blutige Durchfälle und Magenkrämpfe und verlor stark an Gewicht. Meinen Eltern erzählte ich aus Scham nichts davon. Schließlich wandte sich meine Trainerin an meine Eltern. Die Kinderärztin vermutete zunächst Magersucht oder Bulimie. Als ich beim Sport umkippte, konsultierten meine Eltern einen Internisten. Die hohen Entzündungswerte im Blut sowie der niedrige Eisen- und Hämoglobinwert waren alarmierend: Ich musste ins Krankenhaus.


Was mir geholfen hat

Singen im Uni-Chor löste kindliches Schul-Trauma

Darius Groß (Name geändert)
chorfiguren

Musikunterricht bedeutete für den sensiblen Darius Groß (Name geändert) in der Schule immer Blamage bei der Aufforderung zum Vorsingen. Der Unterricht wurde zum Horror, auch sämtliches Vortragen vor der Gruppe. An der Universität gelang es ihm, dieses Trauma zu überwinden: ebenfalls durch Singen und Vorsingen im Chor.

Denke ich an den Musikunterricht in meiner Grundschulzeit zurück, so sehe ich mich immer noch als blamierter Junge dastehen, dem beim Befehl der Lehrerin zum Vorsingen die Stimme versagte. So musste ich mich als ehrgeiziger Schüler damit abfinden, dass ich auch beim Vortragen des Liedes in Gedichtform maximal die Note „ausreichend“ bekommen konnte. Musikunterricht trieb mir oft den Angstschweiß auf die Stirn.

Ich fühlte mich zunehmend als Außenseiter in der Klasse – und auch in unserem sehr katholisch geprägten Dorf. Als Vegetarier und Nichtgetaufter gehörte ich nie richtig dazu.


Naturheilkundlicher Rat

Chronische Nierenschwäche

Antwort von: Dr. med. Rainer Matejka

Bei mir wurden im Urin Blut und Eiweiß gefunden. Mein Hausarzt meinte, dass dies mit einer früheren Infektion und der dadurch erfolgten Glomerulonephritis (Entzündung der Nierenkörperchen) zu tun haben könnte. Nun bin ich sehr besorgt, dass meine Nierenfunktion nachlässt. Ich lebe seit vielen Jahren sehr gesund, esse viel Obst und Gemüse und treibe nach wie vor sehr viel Sport. Doch frage ich mich, ob mein erhöhter Blutdruck sowie die Betablocker, die ich dagegen einnehme, Einfluss auf meine Urinwerte nehmen? Wie kann ich aus naturheilkundlicher Sicht einer chronischen Nierenschwäche entgegenwirken beziehungsweise vorbeugen?

Der Nachweis von Eiweiß im Urin ist schon ein gewisses Alarmzeichen und deutet darauf hin, dass die Nierenfilter durchlässig geworden sind. Die Beimengung von Blut deutet in eine ähnliche Richtung. In der Tat ist häufig eine zurückliegende Infektion hieran schuld, aus der sich in einzelnen Fällen eine chronische Entzündung entwickeln kann, meist in Form der von Ihnen erwähnten Entzündung der Nierenkörperchen, der Glomerulonephritis. Jede Niere besteht aus etwa einer Million solcher Nierenkörperchen, die aus dem Blut die Abfallstoffe des Stoffwechsels filtern und über den Urin entsorgen. Zeigen Ihre Blutwerte Auffälligkeiten? Hier ist besonders der Kreatininwert wichtig, da Kreatinin – das Endprodukt des Muskelstoffwechsels – vollständig über die Niere ausgeschieden wird. Er sagt viel über die Filterfunktion der Niere aus. Ferner läßt sich am Harnstoff, der aus dem Eiweißstoffwechsel entsteht, ersehen, wie gut Nieren und Leber arbeiten. Auch ein erhöhter Kaliumwert könnte auf eine Erkrankung der Nieren hinweisen. Entscheidend ist nun, welche Befunde man über Ihre Nieren hat. Gibt es im Ultraschall Hinweise auf strukturelle Veränderungen der Nieren?


Aus der ärztlichen Praxis

Nährstoffe ersetzten Antidepressivum

Dr. med. Volker Schmiedel
Depression

Im Dezember 2009 meldete sich die 45-jährige Frau G. erstmals in der naturheilkundlichen Ambulanz. Seit Jahren war ein Bluthochdruck bekannt, der mit einem Beta-Blocker behandelt wurde. Im Sommer war eine Depression hinzugekommen, gegen die sie ein synthetisches Antidepressivum erhielt. Trotzdem wurden die Beschwerden im Winter schlimmer, was einen Vitamin-D-Mangel vermuten ließ, außerdem berichtete sie über zunehmenden Süßhunger.

Nun ist ein Beta-Blocker nicht das Mittel der Wahl gegen Bluthochdruck bei gleichzeitiger Depression, da er letztere verstärkt. Ich empfahl daher zunächst die Halbierung des Medikaments und ließ im Labor die Nährstoffe untersuchen, deren optimale Versorgung mir bei Depression und Bluthochdruck wichtig ist.


Naturheilkundlicher Rat

Neurodermitis nach den ersten Impfungen

Antwort von: Michaela Girsch, Heilpraktikerin

Unsere acht Monate alte Tochter leidet an Neurodermitis. Seit ihrer Geburt neigt sie zu trockener Haut, doch kurz nach der Sechsfach-Impfung und der Einzelimpfung gegen Pneumokokken verschlechterte sich das Hautbild dramatisch: nässende und krustenbildende Stellen im Gesicht, später an den Beinen und am Bauch, dazu schlimmer Juckreiz. Wir versuchten es mit einer Bioresonanztherapie. Dabei wurden Unverträglichkeiten auf verschiedene Lebensmittel festgestellt. Da ich noch voll stille, verzichte ich auf diese. Außerdem bekam unsere Tochter ein Präparat mit Milchsäurebakterien verordnet. Das Hautbild verbesserte sich, doch der Juckreiz wurde stärker. Dieser wurde mit antiallergischen Tropfen (Fenistil®), Laserakupunktur sowie einem Lymph-mittel behandelt – ohne Erfolg. Seit dem sechsten Monat füttern wir Kartoffel-, Reis-, Gemüse- und Fleischbrei, auch Möhrensaft und Ziegenmilch zu. Dabei hat sie häufig dünnen, schleimigen und grünlichen Stuhlgang. Für die Hautpflege verwenden wir Eucerin® Omega und Neuroderm®. Wie können die Wunden abheilen? Von Kortison und Fenistil wollen wir möglichst weg. Leider sind Allergien in unserer Familie sehr verbreitet. Nur unsere älteste Tochter ist gesund.


Was mir geholfen hat

Neue Wohnform nach dem Tod des geliebten Partners

Roswitha Troll
Wohnformplanung

Der plötzliche Tod ihres Ehemannes zog Roswitha Troll den Boden unter den Füßen weg. Ihr Hausarzt reagierte blitzschnell und wies sie in eine Klinik ein, wo Psychotherapeuten mit ihr einen Weg in den neuen Lebensabschnitt erarbeiteten. Es gelang ihr, ein stabiles Leben aufzubauen, auch durch eine geglückte Wohnform mit Freunden.

Es zog mir den Boden unter den Füßen weg, als mein Mann mit nur 52 Jahren plötzlich starb. Ich war wütend und traurig, dass er mich ganz allein zurückließ. Unser langjähriger Hausarzt erfasste meine katastrophale Situation und bestand auf einer sofortigen Einweisung in die Klinik, damit mich Psychotherapeuten und Mediziner im ersten Schock begleiten konnten. Auch mein verständnisvoller Arbeitgeber gestand mir so viel Zeit zu, wie ich brauchte.


Aus der ärztlichen Praxis

Homöopathie heilte Schwindelattacken

Peter Emmrich, Dipl.-Biologe und Chemiker, Facharzt für Allgemeinmedizin
Schwindel während der Autofahrt

Heiner O. (Name von der Redaktion geändert), ein 83-jähriger Rentner, berichtete erstmals im Mai 2012 über einen sehr starken Schwindel beim Autofahren. „Wenn ich aus dem Auto aussteige, muss ich mich minutenlang am Türrahmen festhalten, weil ich das Gefühl habe, die ganze Welt dreht sich um mich“, erzählte er. Herr O. berät noch hier und da sein eigenes Architekturbüro, das mittlerweile sein Sohn führt, in kniffligen Fällen auf dem Bau. Aus diesem Grund ist er häufiger unterwegs.

Innenohrstörung nicht allein ursächlich

„Der Schwindel tritt auch beim Hinlegen und Aufrichten auf“, berichtete er weiter. Ein Besuch beim HNO-Arzt hatte den Befund eines „benignen paroxysmalen“ Lagerungsschwindels ergeben. Das ist ein gutartiger, zeitweise auftretender Bewegungsschwindel.


Aus der ärztlichen Praxis

Homöopathie linderte Migräneanfälle

Sigrid Molineus, Heilpraktikerin

Frau T., eine liebenswerte Frau von 52 Jahren, litt seit langer Zeit unter Migräne, die seit etwa fünf Jahren immer schlimmer geworden war. In unregelmäßigen, etwa wöchentlichen Abständen wachte sie morgens mit einem Druck am rechten unteren inneren Schulterblattwinkel auf. Dann wusste sie, wie der Tag verlaufen würde: Eine Spannung am rechten Rippenbogen würde hinzukommen und der Schmerz den Rücken aufwärts zum Nacken und über den Kopf bis zur rechten Schläfe ziehen. Sie berichtete: „Mir ist dann übel und ich erbreche, bis nur noch Galle kommt. Der Kopf schmerzt stark und drückend, und ich habe vermehrt Stuhlgang. Am nächsten Tag klingen die Beschwerden dann langsam wieder ab.“ Durch diese wiederkehrenden Belastungen war es schwer für sie, Verabredungen zu treffen, da ihr die Migräne immer wieder einen Strich durch die Rechnung machte.

Vorgeschichte legte Dysbalance nahe

Frau T. hat keine Gallenblase mehr. Sie war ihr vor sieben Jahren entfernt worden. Außerdem hatte ein schwerer Autounfall vor 20 Jahren zu einer Verschiebung der Halswirbelsäule geführt, die immer wieder Blockierungen auslöste. Wenn sich die Halswirbel verrenkten, verschlimmerte sich auch der vorhandene Tinnitus. Ihr Magen reagierte empfindlich, besonders auf Bitteres und Scharfes. Zwiebelgewächse vertrug sie nicht. Ihre Zunge zitterte. Sie war rosa und trocken, die Ränder etwas geschwollen und wiesen Zahneindrücke auf.

Kopfschmerzen haben ihre Ursache in funktionellen Ungleichgewichten im Körper. Die Leber ist dabei eigentlich immer mit betroffen. Im Fall von Frau T. war der Zusammenhang anhand des Schmerzverlaufs besonders deutlich. Interessant war, dass sie trotz fehlender Gallenblase typische Missempfindungen in der entsprechenden Gegend hatte. Das lag höchstwahrscheinlich an Verkrampfungen der Gallengänge, die innerhalb der Leber zur Gallenblase sowie in den Gallenausführgang zum Zwölffingerdarm führen.


Naturheilkundlicher Rat

Lässt sich der Magenkeim naturheilkundlich behandeln?

Antwort von: Dr. med. Rainer Matejka

Seit zwei Monaten habe ich (78 Jahre, weibl.) Schmerzen im Oberbauch, auch nachts. Ich ernähre mich von Bio-Vollwertkost, meide Alkohol, Weißmehl und Zucker. Vor zehn Tagen wurde eine Magenspiegelung durchgeführt und eine Infektion mit Helicobacter-pylori-Bakterien festgestellt. Sie soll mit ZacPac® behandelt werden. Ich habe Bedenken, dass dieses Antibiotikumpräparat meine Darmflora kaputt macht. Gibt es eine Möglichkeit, die Helicobacter-Bakterien auch naturheilkundlich zu behandeln?

Falls kein Zeitdruck besteht, können Sie es für einige Wochen mit einer homöopathischen Dreierkombination mit Nux vomica® Homaccord, Lymphomyosot® und Gastricumeel® versuchen. Möglicherweise haben Ihre Oberbauchschmerzen auch gar nichts mit Helicobacter pylori zu tun.


Was mir geholfen hat

Notfall durch Flüssigkeitsmangel war uns eine Lehre

Uli Stein (Name geändert)

Gemeinsam mit seinem Bruder schaut Uli Stein (Name geändert) nach dem 90-jährigen Vater, der seit dem Tod seiner Frau vor zehn Jahren den Haushalt allein weiterführt. Eines Tages traf er seinen Vater völlig verwirrt an. In der Klinik diagnostizierte man einen Wassermangel. Wegen Wassereinlagerungen in den Beinen hatte er das Trinken eingestellt.

Mein 90-jähriger, immer noch sehr selbstbestimmter Vater hat der ganzen Familie vor drei Jahren auf dramatische Weise deutlich gemacht: Wasser ist Leben! Seit dem Tod unserer Mutter vor zehn Jahren führt er seinen Haushalt immer noch selbstständig, doch schauen mein Bruder oder ich mindestens einmal täglich bei ihm vorbei. Damals vor drei Jahren ist es uns entgangen, dass er das Trinken weitgehend eingestellt hatte.

Aufgrund seiner Herzmuskelschwäche entwickelten sich Ödeme in den Beinen, weshalb ihm der Arzt Entwässerungstabletten verschrieb. Dadurch musste er ständig zur Toilette, was er als äußerst lästig empfand – vor allem dann, wenn er unterwegs war. Nach seiner persönlichen Logik trieb er diesen Kreislauf durch das Trinken noch weiter an. So beschloss er kurzerhand, vorübergehend nichts mehr zu trinken.