Naturheilkundlicher Rat

Weißflecken-Krankheit – Vitiligo

Antwort von: Dr. med. Ella Neumann

Es fing mit einem weißen Fleck am Oberschenkel an, dann haben sich innerhalb der letzten vier Jahre auf meinem ganzen Körper weitere weiße, meist rundliche Flecken entwickelt. Kortison hat nichts bewirkt. Eine Internistin sprach von Autoimmunerkrankung, die die Pigmente zerstört. Können Sie mir weiterhelfen?

Die Ursache, warum es bei der Weißfleckenkrankheit zum Verlust der Pigmente kommt, ist immer noch unbekannt. Derzeit werden mehrere Hypothesen diskutiert: Nach der Autoimmunhypothese produziert der Körper Antikörper, welche die körpereigenen, Pigment produzierenden Zellen (Melanozyten) zerstören, so dass das Hauptpigment Melanin nicht mehr gebildet werden kann. Bei der Selbstzerstörungshypothese wird davon ausgegangen, dass sich die Melanozyten selbst zerstören.

Nach der Neuralhypothese werden die Melanozyten von einem Stoff zerstört, der von den Hautnerven gebildet wird. Nicht zuletzt wird die Katalase-Theorie diskutiert, die besagt, dass das Enzym Katalase in den weißen Hautflecken nur noch teilweise aktiv ist und es deshalb zur Anhäufung des Bleichmittels Wasserstoffperoxid (H202) kommt, das die Bildung von Melanin hemmt und zur Zerstörung der Melanozyten führen kann.

Vermutlich ist nicht eine Ursache allein an dem Auftreten der Vitiligo beteiligt, sondern mehrere Faktoren – eventuell auch noch unbekannte. Ganz offensichtlich spielen auch Sonnenbrände, Hautverletzungen sowie Stress und psychische Belastungen eine Rolle. Da die Weißfleckenkrankheit in einigen Familien gehäuft vorkommt, ist auch eine genetische Veranlagung zu vermuten.

Einige Patienten leiden gleichzeitig unter anderen Autoimmunerkrankungen wie etwa an einer chronischen Schilddrüsenentzündung (Autoimmunthyreoiditis: Hashimoto, M. Basedow), einem kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) oder Typ-1-Diabetes.

Heilbar ist die Vitiligo leider nicht. Auch lässt sich keine Voraussage darüber machen, wie sie sich mit oder ohne Therapie weiterentwickelt. Bei manchen Menschen verkleinern sich allerdings die weißen Flecken wieder. Bei anderen kommt die Erkrankung zum Stillstand. Es gibt aber auch Patienten, bei denen sich die Flecken immer weiter ausbreiten und die Verbreitung erst nach Jahren zum Stillstand kommt oder auch nie. Herde, die weiter voranschreiten sind am Rand etwas vorgewölbt (konvex), „stabile“ Flecken in der Rückbildung flachen sich am Rand ab (konkav).

Die Flecken jucken und schmerzen zwar nicht, doch wegen der optischen Beeinträchtigung können psychologische Behandlungen sinnvoll sein. Außerdem gibt es kosmetische Abdeckcremes (Camouflage-Make-up), die wasser- und abriebfest sind.

Da eine ursächliche Behandlung bisher noch nicht möglich ist, richtet sich die Therapie vornehmlich auf eine „Repigmentation“ der betroffenen Areale. Man geht davon aus, dass in den weißen Arealen noch Pigmentzellen vorhanden sind. Diese werden durch Lichteinwirkung zum Wachstum angeregt und wandern wieder in die Haut ein.

Jeder Patient reagiert anders auf die verschiedenen Therapien, nicht jede Behandlungsform wirkt bei jedem Betroffenen. Behandelt wird vor allem mit UV-Licht, allerdings in unterschiedlichen Methoden: Die meisten Ärzte empfehlen eine UVB-311-nm-Lichttherapie. Behandelt wird damit meist über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten. Bei der PUVA-/KUVA-/PAUVA-Lichttherapie cremt der Patient die weißen Haut-areale mit photosensiblen Salben ein und lässt sich anschließend mit UVA-Licht bestrahlen. Alternativ kann man vorab auch ein Bad mit diesen Substanzen nehmen.Eine weitere Lichttherapie ist mit dem 308-nm-Excimer-Laser möglich. Er erzeugt ein Licht mit der Wellenlänge von 308 nm und wird bevorzugt bei einzelnen Herden und kleinflächigeren Flecken eingesetzt, weil diese damit gezielt bestrahlt werden können.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit bietet die Pigmentzelltransplantation, jedoch nur bei stabiler, nicht voranschreitender Vitiligo. Dabei wird unter lokaler Betäubung aus einem gesunden Areal ein Stückchen Haut entnommen, um daraus Pigmentzellen zu isolieren und zu einer Pigmentzelllösung zu verarbeiten. Die zu behandelnde Stelle wird mit einem ablativen Laser aufgeraut, um dann die Lösung mit den Pigmentzellen auf diese Stellen zu „verpflanzen“. Anschließend erfolgt auch hier eine UV-Behandlung. Sinnvoll unterstützt werden kann eine Vitiligo-Behandlung grundsätzlich mit der Gabe von Ginkgo biloba, Folsäure, Vitamin C und Vitamin B12.

Kortisoncremes kommen am ehesten bei Kindern vorrübergehend zum Einsatz, da bei ihnen zurückhaltend mit UV-Licht gearbeitet wird. Die Wirkungen sind zum Teil gut, teilweise auch ganz ohne Erfolg.

Sonnenschutzmittel mit einem extrem hohen Lichtschutzfaktor sowohl für UVA- als auch UVB-Strahlung sollten täglich angewendet werden, vor allem bei Flecken im Gesicht. Sie schützen die pigmentlose Haut vor starken Sonnenbränden und die gesunde Haut bräunt nicht so stark, so dass der optische Kontrast von betroffener zu gesunder Haut etwas abgemildert wird. Zur Hauttönung gibt es auch Beta-Carotin-Tabletten, doch färben diese die weiße Haut gelb-orange.

In der Praxis werden von den erwähnten Behandlungsmöglichkeiten meist verschiedene Therapien kombiniert.


Was mir geholfen hat

Reiten löste das HWS-Syndrom

Reiterin am Waldrand

Maria Luise Wohner (Name geändert) führte drei Jahrzehnte lang ihre Schüler zum Abitur. Aufgrund unzähliger Stunden am Schreibtisch hatten sich die Muskeln von Schultern, Nacken und Rücken verspannt. Diszipliniert arbeitete sie regelmäßig unter Anleitung von Physiotherapeuten dagegen an – bis sie das Reiten für sich entdeckte. Seitdem hält ihr Pferd sie schmerzfrei.

Über drei Jahrzehnte gelang es mir, meine Schüler im Alter von 15 bis 18 Jahre in Englisch und Biologie erfolgreich zum Abitur zu führen. Neben einer fundierten Wissensvermittlung versuchte ich auf meine Schüler einzugehen und eine positive, vertrauensvolle Lernatmosphäre zu schaffen. Das verlangte Tag für Tag nicht nur hohe Konzentration im belebten Klassenzimmer, sondern auch bei zahllosen Stunden gewissenhaften Korrigierens. Für mich war es spannend, persönliche Entwicklung und Reifung meiner Schüler mitzuerleben. Weniger erfreulich gestaltete sich die Entwicklung meiner Gesundheit nach zahlreichen Jahren des Lehrens.

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Aus der ärztlichen Praxis

Immer mit der Ruhe bei Osgood Schlatter

Dr. med. Domenica Engelhardt
Junge wandert mit Rucksack

Wachstumsbeschwerden am Knie.

Der 14-jährige Luca saß auf der Untersuchungsliege und klagte über Knieschmerzen, besonders bei sportlicher Belastung. Der schlanke, dunkelhaarige Junge spielt schon seit dem fünften Lebensjahr begeistert Handball. In den letzten Wochen waren die Schmerzen so massiv geworden, dass er sogar Probleme hatte, Treppen zu steigen. Vor allem die Beugung des Knies, Sprints und Sprünge belasteten extrem. Ruhe linderte den Schmerz, er verschwand jedoch nie ganz. Bei der Untersuchung fand sich knapp unterhalb der Kniescheibe des rechten Beins eine leicht verdickte, druckschmerzhafte Stelle. Um eine Fraktur auszuschließen wurde das Knie geröntgt, wodurch sich die Diagnose Morbus Osgood Schlatter erhärtete.

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Naturheilkundlicher Rat

Rheumatoide Arthritis

Antwort von: Dr. med. Rainer Matejka

Nach wochenlanger Schwerarbeit beim Holzmachen litt mein 79-jähriger vitaler Ehemann vor einem halben Jahr unter Schwellungen der Handgelenke, Morgensteifigkeit und Schmerzen. Der Arzt diagnostizierte eine rheumatoide Arthritis und verordnete Kortison, sowie Lantarel® und Folsäure. Die Entzündungswerte haben sich während vier Monaten kontinuierlich gebessert und sind seit einer Woche im Normbereich. Um einen Rückfall zu vermeiden, besteht der Arzt darauf, dass mein Mann die Medikamente weiterhin in dieser Stärke einnimmt. Da auch ein Zahnherd Rheuma auslösen kann, wurde ein Zahn vor zwei Monaten gezogen. Wir vermuten, dass die normalisierten Entzündungswerte auch darauf zurückzuführen sind. Muss mein Mann denn weiterhin mit diesen schweren Mitteln therapiert werden?

Wie Sie schreiben, vermuten Sie einen Zusammenhang zwischen der Zahnbehandlung und dem Rückgang der Entzündungswerte. Einen ursächlichen Zusammenhang kann man zwar annehmen, aber nicht voraussetzen, weshalb ein sofortiges Absetzen der Medikamente im Hinblick auf einen Rückfall ein zu hohes Risiko darstellt. Wenn es stimmt, dass die Beschwerden ihres Mannes und die Entzündungswerte weitgehend rückläufig und gebessert sind, würde ich zunächst versuchen, das Kortison weiter abzusenken, beispielsweise auf 2,5 mg oder 2 mg.

Lantarel®, ein Basistherapeutikum bei Rheuma, würde ich in der Dosis zunächst noch beibehalten und schauen, ob die Kortisonminderung gut vertragen wird. Wenn ja, könnte man nach einigen Wochen die Medikamente schrittweise reduzieren, aber nicht vorschnell absetzen.

Aus naturheilkundlicher Sicht sind folgende Nahrungsergänzungen sinnvoll, da sie die Entzündungsbereitschaft senken: hochdosierte Omega-3-Fette (mindestens 2 g freie Fettsäuren/Tag), Selen (nach Vollblutergebnis), Vitamin C (am besten als Hochdosis-Infusion) und Vitamin D. Auch Weihrauch und Enzyme machen Sinn.

In der Ernährung sollten Sie entzündungsfördernde Nahrungsmittel meiden. Dazu gehört vor allem rotes Fleisch mit seiner entzündungstreibenden Arachidonsäure. Auch glutenhaltige Nahrungsmittel, also unsere Getreidesorten und die daraus hergestellten Produkte sowie diverse Fertignahrungsmittel, die Gluten als eine Art Bindemittel enthalten, sollten Sie weitgehend meiden, da auch sie Entzündungen ungünstig beeinflussen. Sehr günstig wirkt dagegen basische Kost mit Kartoffeln und Gemüse. Alles Weitere müsste man von der Entwicklung der Entzündungswerte und dem subjektiven Empfinden abhängig machen.


Naturheilkundlicher Rat

Was tun bei Veranlagung zur Venenschwäche?

Antwort von: PD Dr. med. Rainer Brenke

Meine gesamte Familie hat schwache Venen und musste sich z. T. Krampfadern ziehen lassen. Ich hatte die Hoffnung, dass es bei mir (56, männl.) nicht so schlimm kommt, da ich gesünder esse, mich mehr bewege, morgens gezielt Fußgymnastik mache und tagsüber – wann immer möglich – die Füße hochlege. Doch seit etwa gut zwei Jahren zeigen sich vom Fuß aufsteigend vermehrt Krampfadern, wo früher nur Besenreiser zu sehen waren. Was kann ich noch tun?

Venenleiden sind häufig mit einer anlagebedingten, allgemeinen Bindegewebsschwäche kombiniert und kommen daher wie bei Ihnen familiär gehäuft vor. Entscheidend ist also die Veranlagung. Früher oft angeschuldigte Ursachen wie Sonne, Wärme oder Sitzen mit übereinander geschlagenen Beinen, scheinen eine eher untergeordnete Rolle zu spielen. Der Schweregrad reicht von den wenig komplikationsträchtigen, eher kosmetisch störenden Besenreisern über deutlich sichtbare Krampfadern bis hin zum offenen Bein. Das Wort „Krampfadern“ lässt sich aus dem Althochdeutschen „krimpfan“ = „krümmen“ ableiten. Krampfadern verursachen Schwellungen und „schwere Beine“.

Für die schwereren Venenleiden sind oft nicht mehr funktionierende Venenklappen in den Verbindungsvenen zwischen oberflächlichen und tiefen Venen verantwortlich. Normalerweise sorgen die Klappen dafür, dass das Blut – aktiviert durch die Muskelpumpe beim Gehen – nur von den oberflächlichen in die tiefen Venen fließen kann. Funktionieren die Venenklappen nicht mehr, drückt man mit jedem Schritt Blut aus den tiefen Venen in die oberflächlichen – es entstehen die typischen Krampfaderknoten. Auch in den großen, längs verlaufenden Venen der Beine gibt es Venenklappen, die einen Rückfluss des Blutes verhindern, solange sie intakt sind.

Wenn die Venenwände geschädigt sind und das Blut durch Aussackungen im Sinne von Krampfadern langsamer fließt, kann sich auch eine Thrombose, das heißt, ein Blutgerinnsel entwickeln.

Die Frage ist naheliegend, ob und wie man bei den ersten Anzeichen eines Venenleidens das Fortschreiten verhindern bzw. zumindest eindämmen kann. Im Frühstadium können einfache Maßnahmen und naturheilkundliche Anwendungen helfen.
Sinnvoll ist ein Ernährungsprogramm, das Übergewicht vermeidet oder reduziert. Das ist besonders wichtig, wenn der Bauch betroffen ist, da hoher Druck im Bauchraum den Rückfluss des Blutes zum Herzen behindert, der Druck in den Venen ansteigt und dadurch die Bildung von Krampfadern begünstigt.

Im Tagesablauf sollte man die alte Regel beherzigen: „Liegen und Gehen sind besser als Sitzen und Stehen“. Liegen oder Hochlagern der Beine vermindert den Druck in den Venen. Durch das Gehen wird die Muskelpumpe angeregt. Überhaupt ist Bewegung eine sinnvolle Maßnahme zur Vorbeugung und Behandlung von Venenleiden. Bestehen aber wie bei Ihnen bereits deutlich sichtbare Krampfadern, so muss der Rat zur Bewegung präzisiert werden. Bei nicht funktionstüchtigen Klappen in den Verbindungsvenen vom oberflächlichen zum tiefen Venensystem presst man – wie gesagt – mit jedem Schritt Blut aus den tiefen Venen in die oberflächlichen und kann damit im ungünstigsten Fall das Venenleiden weiter verschlechtern. Der richtige Rat muss daher heißen: Reichlich bewegen, aber mit Kompressionsstrümpfen! Diese engen bei der Aktivierung der sogenannten „Muskelpumpe“ besonders im Wadenbereich die oberflächlichen Venen ein und verhindern einen Druckanstieg in den Venen beim Gehen oder auch bei einer „Fußgymnastik“.

Kompressionsstrümpfe gibt es in unterschiedlichen Stärken und Ausführungen. Außer beim Arzt kann man im Sanitätshaus zu diesem Thema gut beraten werden. Im Allgemeinen reichen „rund gestrickte“ Kompressionsstrümpfe der Kompressionsklasse 2 aus. Wird eine Schwellung über Nacht nicht mehr besser, so ist von einer Beteiligung der Lymphgefäße auszugehen. Dann sind neben einer Kompressionstherapie (zeitweise auch mittels Bandagen) weitere Maßnahmen wie die Lymphdrainage angezeigt.

Häufig unterschätzt wird die positive Wirkung des kalten Wassers. Kaltreize sind in ihrer Wirkung sehr gut untersucht. Sie stärken die Venenwände, indem sie die Spannkraft erhöhen. Praktisch können kalte Auflagen, besser kalte Güsse mit einem dicken Wasserstahl oder Wassertreten zum Einsatz kommen. Wählt man kalte Auflagen oder Wickel, so kann man die Wirkung weiter verstärken, etwa durch Zusätze wie Retterspitz® äußerlich. Bei entzündeten Venen hat sich auch eine Auflage mit kaltem Quark bewährt, wobei der Quark auf einer Mullkompresse ausgestrichen wird.

Andere, hilfreiche äußerliche Anwendungen sind etwa Zusätze mit Heparin, einem Stoff, der die Blutgerinnung hemmt und daher sinnvoll zur Vorbeugung einer Thrombose wäre. Es ist aber ungeklärt, inwieweit derartige Inhaltsstoffe in ausreichendem Maß über die Haut eindringen können. Auf jeden Fall wirken solche Präparate pflegend auf die Haut und gegebenenfalls auch kühlend.

Viele Patienten schwören auf pflanzliche Mittel. Besonders gut untersucht sind Rosskastanienpräparate. Medizinisch wirksam sind alkoholische Trockenextrakte aus den Samen der Rosskastanie. Sie sollen die Venen abdichten, wodurch die Schwellungsneigung abnimmt, auch ein eventuell vorhandener Juckreiz. Außerdem lindern sie Entzündungen. Rosskastanienpräparate sind auf den wirkungsvollen Inhaltsstoff, das Aescin, standardisiert. Anfänglich sollte die tägliche Dosis bei mindestens 100 mg Aescin liegen, später kann sie auf 60 bis 40 mg gesenkt werden. Nebenwirkungen sind selten, gelegentlich treten leichte Übelkeit oder Völlegefühl auf. Über geeignete Präparate kann man sich in der Apotheke beraten lassen.

Außer der Rosskastanie wird auch dem Trockenextrakt aus rotem Weinlaub eine positive Wirkung nachgesagt. Auch hier gibt es entsprechende Mittel. Auf jeden Fall sollte man bei allen Präparaten die Hinweise in der Packungsbeilage beachten – wie die empfohlene Dosis oder auch die Dauer der Einnahme.

Eine traditionelle naturheilkundliche Behandlung einer akuten oberflächlichen Venenentzündung – der so genannten Thrombophlebitis – stellen Blutegel dar. Sie sondern beim Biss einen gerinnungshemmenden Stoff ab und bringen die Entzündung schneller zum Abklingen. Durch die Entwicklung moderner Medikamente wird die zeitaufwendigere Blutegeltherapie zumindest bei Krampfadern seltener angewandt. Bei Krampfaderbeschwerden im Frühstadium sind sie nicht geeignet.

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, um auf einfache Weise der Verschlechterung eines Venenleidens entgegen zu wirken. Welche Anwendung man wählt, hängt vom Befund und auch von den Möglichkeiten zu Hause ab.


Was mir geholfen hat

Hohe PSA-Werte: Immunstärkung gab Lebensenergie

Bärlauch mit Blüten auf Teller

„Jede Krankheit enthält die Aufforderung, die Ursache zu erkennen und sie abzustellen“ ist die Devise von Hansjörg Klopper. 73-jährig wird er selbst von einer alarmierenden Erkrankung herausgefordert. In Eigen-initiative sucht er alternative Wege zur Erhaltung seiner Lebensenergie – in voller Verantwortung für sich.

Foto: panthermedia.net/ChiCasting


Aus der ärztlichen Praxis

Heilwasser linderte Fußsohlen-Schmerz

Dr. med. Sebastian Boekels, Jahrgang 1969, Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren. Lehrauftrag an der Universität Düsseldorf. Seit 1999 zusammen mit seiner Frau in der Nähe von Krefeld niedergelassen.
Mann trinkt Wasser

„Meine Güte, ich hab´ solche Schmerzen an den Fußsohlen! Ich kann kaum noch laufen. Die ersten Schritte tun mir so weh, dass ich mir vorkomme wie ein alter Mann“ klagte Stephan V. „Dabei bin ich doch erst 42!“

So wie er leiden viele Menschen unter chronischen Schmerzen der Füße. Häufig betroffene Stellen sind dabei das Fersenbein, die Fußsohle vor der Ferse und die Achillessehne. Die Beschwerden werden je nach Auftreten unterschiedlich bezeichnet: Befindet sich der Schmerz am Ansatz der Achillessehne, spricht man von Achillodynie, schmerzt die Sohle, nennt man das „Plantarfasziitis“. Wenn Muskeln, Knochenhaut und Sehnenansätze lange Zeit entzündet sind, können Verkalkungen entstehen, die als „Fersensporn“ bezeichnet werden.

Foto: Deutsche Heilbrunnen


Naturheilkundlicher Rat

Störende Ekzeme am Kopf

Antwort von: Anita Kraut, Heilpraktikerin

Ich bin 30 Jahre alt und leide an einem Ekzem am Kopf. Die Hauterscheinungen bilden sich auf Kopfhaut, Nase und Ohren. Nase und Wangen sind gerötet, die Haut schuppt sich und in den Ohren bilden sich große Mengen Ohrenschmalz. Fachärzte können neben der Diagnose „Seborrhoisches Ekzem“ nur Kortison anbieten. Ich möchte es aber nicht verwenden. Haben Sie eine Idee, was mir helfen könnte?

Aus der Feme lassen sich Hautveränderungen kaum fachmännisch beurteilen. Doch es gibt einige interessante Zusammenhänge, aus denen therapeutische Möglichkeiten abgeleitet werden können: Eine Hautkrankheit erscheint nicht wahllos irgendwo auf der Körperoberfläche. Es besteht immer eine Beziehung zu inneren Organen und zum seelischen Befinden. Der Bezug zu Organen ist relativ einfach: Entweder liegt die Hautveränderung direkt über dem Organ, oder sie verläuft entlang der Akupunktur-Meridiane der Organe oder auf bekannten Bezugspunkten. Die Hautkrankheit deutet schon alleine durch den Ort, der von ihr „gewählt“ wurde, darauf hin, welche Störung im Körper zuerst zu beheben ist. Die äußerliche Behandlung ist demnach nur zweitrangig. Sie soll die Heilung unterstützen und die Haut beruhigen.

Sie schreiben, dass die Hautveränderungen neben der Kopfhaut auch auf Nase, Wangen und Ohren zu finden sind. Wenn wir zuerst nach äußeren Einflüssen suchen, so fällt auf, dass die Bereiche von Nase, Wangen und Ohren bei Brillenträgern in Kontakt mit den Brillenmaterialien kommen. Sollten Sie eine Brille tragen, könnte es von einer Unverträglichkeit zum Beispiel von MetalIbügeln, Plastikbügeln und anderen Teilen der Brille herrühren. Ziehen Sie ihren Optiker zu Rate!

Über die Kopfhaut ziehen sich die Akupunktur-Meridiane von Blase und Galle sowie innere Äste von Leber und Niere. Sind diese Organsysteme überlastet, scheidet die Kopfhaut angefallene Stoffwechselschlacken und Giftstoffe über eine vermehrte Schuppen- und Talgproduktion aus. Daher ist es wichtig, reichlich zu trinken (am besten stilles Wasser) sowie Alkohol zu meiden. Unterstützend für Niere/Blase wären beispielsweise die Solidago-Tropfen Nestmann oder Relix spag. Peka Tropfen. Der Leber/Galle tun Legana® Extrakt-Kapseln sehr gut.

Es gibt noch einen weiteren Hinweis: Es ist dies der Bezug zum Darm – hier vor allem zum Dünndarm. Der obere Wangenbereich steht in Beziehung zum Dünndarm, ebenso der Gehörgang. Dies klingt eigenartig, liegt aber daran, dass der Vagusnerv über den äußeren Gehörgang, am Hals entlang, zum Darm verläuft, und hieraus auch „Rückkopplungen“ möglich sind. Das bedeutet beispielsweise, wenn Ihre Darmflora gestört ist oder Sie an Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten leiden, kann dies zu Jucken im Gehörgang führen, sowie zu vermehrter Ohrenschmalzbildung. Ich empfehle Ihnen daher eine fundierte Darmsanierung mit vorheriger Stuhluntersuchung bei einem ganzheitlichen Therapeuten.


Aus der ärztlichen Praxis

Mit Pflanzen und Vitaminen wieder fit

Dipl.-Biol. Peter Emmrich, Facharzt für Allgemeinmedizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie, Naturheilverfahren, Chirotherapie, Akupunktur und Sportmedizin
Kaktusfeige

Eines Tages kam der 36-jährige Büroleiter Harald M. (Name von der Redaktion geändert) in meine Praxis und klagte über „totale Überlastung“.

„Diese Flut an Mails und SMS-Nachrichten neben der herkömmlichen Briefpost, rund hundert Telefonate täglich und die vielen Fragen der Büromitarbeiter bringen mich fast an den Rand eines Nervenzusammenbruchs“, schilderte er die Situation. „Aber soweit möchte ich es nicht kommen lassen. Seit fast drei Monaten schlafe ich nachts maximal drei bis vier Stunden – und erwache jeden Morgen völlig erschöpft mit dem Gefühl, die ganze Nacht nicht geschlafen zu haben. Abends liege ich stundenlang im Bett, wälze mich herum und kann nicht einschlafen, weil mir tausend Dinge im Kopf herumgehen. So kann das nicht weitergehen.“

Foto: cameel/Fotolia


Was mir geholfen hat

Schlafapnoe – Zimmergenossin deckte sie auf

Frau setzt Atemmaske auf

Die allein lebende Astrid Kurz (Name geändert) schob ihre häufige Tagesmüdigkeit auf ihre eingeschränkte Nierenfunktion. Bei einem Trainingswochenende mit ihrem Chor teilte sie ein Zimmer mit einer Sängerin. Das brachte einen Stein ins Rollen. Ihr nächtliches Schnarchen wertete die Mitsängerin als Gesundheitsrisiko – der Impuls für eine ärztliche Abklärung und bessere Lebensqualität.

Foto: JPC-PROD/Shutterstock


Was mir geholfen hat

Entstörung der Narben: endlich beschwerdefrei

Rückenmassage

Bei einem Sturz knickte Marianne Rösner mit dem Knöchel um und zog sich einen Trümmerbruch des Sprunggelenkes zu. Metallplatten wurden eingesetzt. Komplikationen erforderten mehrfache Nachoperationen. Nach sechs Jahren erfolgte eine Gelenkversteifung, doch Belastungsschmerzen und Schwellungen blieben. Hilfe brachten eine Narbenentstörung und Akupunktmassage nach Penzel.

Es war die letzte Stufe der Außentreppe, von der ich vor sechs Jahren stürzte und mir einen komplizierten Bruch des Sprunggelenks zuzog. Die Knochen wurden mit Metallplatten, Schrauben und Drähten stabilisiert. Der Knöchel und das Bein blieben jedoch hartnäckig geschwollen, und der Fuß schmerzte. Die folgenden drei Jahre konnte ich mich teilweise nur mit Krücken fortbewegen.

Foto: Maran Garai/Shutterstock


Was mir geholfen hat

Augentraining und Brille lösten Schmerzproblem

Frau beim Optiker

Christina Bartsch litt bereits als Kind unter Kopfschmerzen, die sich später massiv steigerten. Hinzu kamen Schulter- und Hüftbeschwerden. Ein Osteopath empfahl Schuheinlagen für eine bessere Körperstatik sowie eine Zahn-Entlastungsschiene. Doch erst sein Tipp, die Augen untersuchen zu lassen, führte zur Schmerzursache

Kopfschmerzen begleiteten mich seit meiner Kindheit und quälten mich besonders beim Lernen. Später dehnten sich die Beschwerden auf Nacken und Schultern aus. Als das Abi-tur nahte, plagten mich wöchentlich oft vier Schmerztage.

Osteopath fand Schmerzursache

Auf Drängen meiner Mutter suchte ich einen Osteopathen auf. Er erfragte all meine Beschwerden, überprüfte Körperstatik, Beweglichkeit der Wirbelsäule, Stärke der Muskeln und suchte nach schmerzhaften Punkten im Gewebe. Schließlich empfahl er Einlagen für die Schuhe sowie eine Entlastungsschiene für meine Zähne. Außerdem überwies er mich an einen Augenarzt, da er eine leichte Fehlstellung meiner Augen vermutete.

Foto: massimofusaro/Fotolia


Aus der ärztlichen Praxis

Immunsystem im Darm gestärkt

Dr. med. Sebastian Boekels, Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren
Kernkraftwerk

Im Frühsommer 2008 kam der 25-jährige Andrej G. erstmals in die Praxis. Er war gerade drei Jahre alt gewesen, als sich 1986 die Nuklearkatastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl ereignete, welche weltweit für verheerende Auswirkungen gesorgt hatte. Seine Eltern und er lebten damals in einem kleinen Dorf unweit des Reaktors. Glücklicherweise zog die radioaktiv verseuchte Wolke in die andere Richtung. Monate später, nachdem auch in der ehemaligen Sowjetunion der Unfall publik geworden war, siedelte die Familie zu einem Onkel nach Deutschland über.

Von klein auf war Andrej ständig krank. Mal litt er unter starken Halsinfektionen, mal taten ihm die Ohren weh oder er lag für Wochen mit einer schweren Bronchitis im Bett. Unzählige Arztbesuche mit regelmäßigen Antibiotikagaben hatte er über sich ergehen lassen, stets in der Hoffnung, gesund zu werden. Die Lymphknoten im Kieferwinkel waren als Zeichen einer Immunreaktion fast das ganze Jahr über deutlich tastbar vergrößert.

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Naturheilkundlicher Rat

Ödembildung nach Prostataoperation

Antwort von: Dr. med. Rainer Matejka

Vor knapp einem Jahr bin ich an Prostatakrebs robo-terunterstützt operiert worden (DaVinci-Methode) – allerdings mit Komplikationen. Es sammelte sich Lymphe in einem dafür nicht vorgesehenen Raum im Unterleib an (Lymphozele), und nach der Reha entwickelte sich außerdem eine ödematöse Schwellung über dem Schambereich. Die Schwellungen erfassten auch die Beine, so dass ich jetzt Stützstrümpfe tragen muss und Lymphdrainage bekomme. Kann man gegen den Lymphstau etwas tun? Die Urologen sind ratlos.


Naturheilkundlicher Rat

Blutverdünnung mit Aderlass und Aspirin

Antwort von: Dr. med. Rainer Matejka

Seit knapp fünf Jahren erhalte ich zur Blutverdünnung wöchentlich eine Infusion mit einem halben Liter Kochsalzlösung 0,9 %. Dazu werde ich alle 5 bis 6 Wochen zur Ader gelassen, wobei 0,3 Liter Blut entnommen werden. Anlass dafür war ein Zentralvenenverschluß im linken Auge vor gut fünf Jahren. Zusätzlich versuchte ich, die Fließeigenschaft des Blutes auch durch vegetarische Kost zu verbessern. Ich verwende außerdem entzündungshemmende Omega-3-Öle und meide sämtliche Milchprodukte. Meine Knieprobleme sind dadurch bereits verschwunden. Den Vorschlag meiner Ärztin, die Behandlung mit Aspirin® weiterzuführen, habe ich wegen der im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen bisher abgelehnt. Inzwischen neige ich allerdings zu dieser Therapie, da die Infusionen mit Salzwasser auf Dauer möglicherweise auch unerwünschte Nebenwirkungen haben. Der Hämatokritwert liegt derzeit bei 43,7 Prozent, der Fibrinogenwert bei 2,5 Gramm pro Liter Blutplasma. Bitte helfen Sie mir bei der Entscheidung.


Was mir geholfen hat

Fastenwandern beruhigte heiße Arthritis-Hände

Katrin Gabriel
Wandergruppe genießt Aussicht

Erste kleine Deformierungen zeigten sich an Katrin Gabriels Händen vor 15 Jahren. „Da kann man nichts machen“ so ihr Hausarzt. Sie ergriff selbst die Initiative und konnte eine Versteifung der Gelenke hinauszögern. In einer intensiven Schaffensphase als Malerin bekam sie „heiße Hände“ und konnte den Schub ohne Medikamente – mit Fastenwandern – stoppen.

Erste Anzeichen der Arthritis meldeten sich vor 15 Jahren mit kleinen Ausbeulungen an den Zeigefingern, zunächst als rein kosmetisches Problem. Doch ich kannte die späteren Handverformungen und Gelenkversteifungen von beiden Großmüttern, auch von meiner Mutter. „Da kann man nichts machen“, so mein Hausarzt. Rheumafaktoren waren im Blut nicht nachzuweisen. Später konnte ich nur noch unter Schmerzen die Ölfarbe auf die Leinwand bringen. Der Arthritis-Schub zwang mich zum Pausieren – mitten in einer intensiven Schaffensphase. Nun übernahm ich selbst die Initiative und wurde im Laufe der Jahre zur Expertin für naturheilkundliche Maßnahmen.

Naturheilkunde verzögert Krankheit

Meine rheumatoide Arthritis ist eine chronische, in Schüben verlaufende Gelenkentzündung. Eigene Antikörper greifen die Gelenkstrukturen an und können sie letztlich zerstören. Heiße Hände sig-nalisieren eine akute Entzündung. Ich versuchte möglichst entzündungshemmend zu leben. Lebensmittel mit der entzündungsfördernden Arachidonsäure – ein Bestandteil tierischer Fette – meide ich seit 15 Jahren, esse weder Wurstwaren, kaum Fleisch, vor allem kein Schweinefleisch, ebenso wenig Milch und Eier. Stattdessen kommen Fisch, frisches Gemüse, Salate, Obst, Vollkornprodukte und Walnüsse auf den Teller. Wegen der entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren nehme ich täglich einen Esslöffel Leinöl. Diese Kost schmeckt, stärkt Darmmilieu und Immunkraft.

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Naturheilkundlicher Rat

Selbsttest für Lebensmittel-Unverträglichkeiten?

Antwort von: Doris Paas, Ernährungs- und Gesundheitspädagogin

Da ich häufig unter Verdauungsbeschwerden leide, vermute ich bei mir eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit. Im Internet habe ich entdeckt, dass es Selbsttests für zu Hause gibt. Die genaue Anleitung dazu steht auf der Webseite und das Ergebnis soll nach wenigen Tagen zugeschickt werden. Sind solche Tests empfehlenswert?

Medizinische Selbsttests wie etwa Blutdruckmessung, Urinteststreifen oder digitale Blutzuckermessung unterstützen die Zusammenarbeit mit dem Arzt und fördern die Verantwortung für die eigene Gesundheit. Nun haben Pharmaindustrie und Labore auf die zunehmenden Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten reagiert und Selbsttests entwickelt, die vor allem im Internet angeboten werden. Es gibt Atemtests zur Feststellung einer Milchzucker- (Laktose), Fruchtzucker- (Fruktose) und Sorbit-Unverträglichkeit oder auch einer Dünndarmfehlbesiedlung. Zusammensetzung und Qualität der Darmflora können mit Stuhltests in einem qualifizierten Labor ermittelt werden.

Recht neu im Angebot sind Gluten-Tests zur Feststellung einer möglichen Unverträglichkeit des Klebereiweißes Gluten (Zöliakie). Im Dünndarm führt Gluten zu Entzündungen. Diese (lebenslange) Unverträglichkeit kann über bestimmte Antikörper im Kapillarblut sowie im Stuhl nachgewiesen werden. Bei diesen Tests gelingt jedoch die Abgrenzung zwischen der Zöliakie, einer schwerwiegenden Stoffwechselerkrankung, und der Gluten-Sensitivität nicht. So sehe ich den neuen „Gluten-Test“ besonders kritisch als Selbsttest. Er gehört unbedingt in die Hand einer Fachkraft, da zur Diagnosestellung weitere Tests erforderlich sind.


Was mir geholfen hat

Diabetes: runter vom Gewicht und neuer Lebensstil

Maria Leitner (Name geändert)
Radfahrerin, Herbst

Als Maria Leitner (Name geändert) Übelkeit und Krämpfe plagten, vermutete sie Nebenwirkungen kortisonhaltiger Tabletten. Doch der Arzt diagnostizierte einen „Zuckerschock“ mit über 470 mg/dl Glucose im Blut. Insulinspritzen wurden unumgänglich. Der Schock „plötzlich zuckerkrank!“ setzte aber auch heilsame Energien für einen gesunden Lebensstil frei und befreite sie von der Krankheit.

Viele Jahre ließ ich es mir gut gehen. Ich fühlte mich wohl, kurierte mit bewährten Hausmitteln und mied die Arztpraxis – bis ich mit 64 Jahren einen Bandscheibenvorfall erlitt. Der Orthopäde gab mir fast täglich eine „Dreifach-Spritze“ gegen Schmerzen und Entzündungen, sowie mit B-Vitaminen zur Stärkung der Nerven. Trotzdem konnte ich vor Schmerzen nur sitzend schlafen.

Nach vier Wochen wurde ich mit kortisonhaltigen Tabletten weiterbehandelt. Daraufhin bekam ich einen unstillbaren Durst. Dabei lief mir der Schweiß nur so herunter, begleitet von Krämpfen und Zittern. Ich dachte zuerst an meine psychische Belastung durch drei aktuelle Todesfälle und versuchte mir mit Magnesium und kalten Duschen zu helfen. Ohne Erfolg. Ich ging zum Arzt. Er spritzte ein Mittel zum Entkrampfen und nahm Blut ab. Am anderen Morgen rief er aufgeregt an: „Bitte kommen Sie so schnell wie möglich zur Notaufnahme ins Krankenhaus. Sie haben einen Zuckerschock mit extrem hohem Blutzucker von 470 mg/dl.“ Der Arzt spritzte Insulin. Täglich wurde nun mehrmals der Blutzucker gemessen und protokolliert, um die Insulinmenge anzupassen. Ich stand unter Schock, so plötzlich mit Diabetes konfrontiert zu sein, an dessen Folgen meine Nachbarin kurz zuvor verstorben war.

Foto: Halfpoint/Fotolia


Aus der ärztlichen Praxis

Zyklusstörung mit Pflanzen behoben

Heide Fischer, Ärztin und Mitbegründerin der Frauengesundheitszentren Heidelberg und Freiburg
Tanzendes Paar

Die 22-jährige Studentin kam zunächst nicht besonders motiviert in die Praxis. Mürrisch berichtete sie, dass ihre Mutter ihr zu dem Arztbesuch geraten (und ihn auch bezahlt) hatte. Eigentlich sei es ihr nicht unlieb, dass die Menstruation nur alle paar Monate käme, und die begleitenden Schmerzen hätte sie mit Schmerzmitteln ganz gut im Griff. Der Gynäkologe, den sie aufgesucht hatte, riet zu einer „Pille“, aber bevor sie das tue, wollte die Mutter sie doch einmal von mir beraten sehen.

Was sie sich denn selbst erhoffe, war meine Frage, und da kamen schon die Tränen. Sie stünde unter ihren Studienkolleginnen total unter Druck, weil sie keinen Freund habe und auch noch nie einen gehabt hätte. Sie habe solche Angst, was da auf sie zukäme, dass sie wohl alle Kandidaten in die Flucht schlage. Es folgte ein längeres Gespräch über Se-xualität und wovor genau sie sich denn fürchte. Nein, Übergriffe habe sie nie erlebt, sie sei einfach so schüchtern und verberge dies unter einem Mantel von „Borstigkeit“. Der Bann war gebrochen und die kluge junge Frau formulierte selbst die These, dass ihre Beschwerden mit ihrer Unsicherheit in Bezug auf ihre Weiblichkeit zu tun haben könnten.

Foto: Forgiss/Fotolia


Was mir geholfen hat

MCS: Reizstoffe meiden ist die einzige Therapie

Gabriele Hoss-Reinhard
Wanderrast im Gebirge

Der Kardiologe fand für die Herzrhythmusstörungen bei Gabriele Hoss-Reinhard keine Ursache und empfahl sie an einen Umweltmediziner. Dessen Diagnose lautete multiple chemische Sensibilität (MCS). Ihr Blut zeigte hohe Belastungen mit verschiedenen Chemikalien. Mit dem Wissen um die zahlreichen „Reizstoffe“ konnte sie sich endlich einen erträglichen Lebensraum schaffen.

Ich wusste nicht, wie mir geschah, als mir 1999 auf der Insel Föhr in unserer Ferienwohnung mit viel Plüsch und Teppichen ganz „schummrig“ wurde – Kreislaufversagen, Durchfälle, Schnupfen und Bronchitis. Der Urlaub endete für mich in der Inselklinik, wo ich 12 Tage verbrachte. Kochsalzinfusionen und Essen, auf das ich Lust hatte, sollten meinen aufgewühlten Organismus beruhigen. Bis ich fähig war, zu Mann und Kindern nach Hause zu reisen, benötigte ich weitere zehn Wochen. Dazu mietete ich mich in einer Allergiker-Wohnung ein. Ein Arzt begleitete meine langsame Erholung an viel frischer Luft. Allerdings provozierte seine anfängliche Kortisonbehandlung einen Rückfall und ließ mich auf 49 kg abmagern – bei einer Größe von 172 cm.

Daheim meldeten sich die zahlreichen Beschwerden erneut, oft kam Atemnot dazu. In einer Akutklinik zur Behandlung von Allergien wurden im Blut neben einer Allergie auf Sorbinsäure hohe Schadstoffbelastungen mit Chrom, Quecksilber, Titan, Nickel und anderen Stoffen gefunden. Bei dem Versuch, die Schwermetalle mit DMPS (einem chemischen Chelatbildner) auszuleiten, ging es mir hundeelend. Wir brachen die Behandlung ab. Um weitere Belastungen zu umgehen, habe ich beispielsweise alle Töpfe aus Cromargan durch Porzellan- und Emaille-Kochgeschirr ersetzt.

Foto: Thinkstock/PetarPaunchev