Aus der ärztlichen Praxis

Nährstoffe ersetzten Antidepressivum

Dr. med. Volker Schmiedel
Depression

Im Dezember 2009 meldete sich die 45-jährige Frau G. erstmals in der naturheilkundlichen Ambulanz. Seit Jahren war ein Bluthochdruck bekannt, der mit einem Beta-Blocker behandelt wurde. Im Sommer war eine Depression hinzugekommen, gegen die sie ein synthetisches Antidepressivum erhielt. Trotzdem wurden die Beschwerden im Winter schlimmer, was einen Vitamin-D-Mangel vermuten ließ, außerdem berichtete sie über zunehmenden Süßhunger.

Nun ist ein Beta-Blocker nicht das Mittel der Wahl gegen Bluthochdruck bei gleichzeitiger Depression, da er letztere verstärkt. Ich empfahl daher zunächst die Halbierung des Medikaments und ließ im Labor die Nährstoffe untersuchen, deren optimale Versorgung mir bei Depression und Bluthochdruck wichtig ist.


Naturheilkundlicher Rat

Neurodermitis nach den ersten Impfungen

Antwort von: Michaela Girsch, Heilpraktikerin

Unsere acht Monate alte Tochter leidet an Neurodermitis. Seit ihrer Geburt neigt sie zu trockener Haut, doch kurz nach der Sechsfach-Impfung und der Einzelimpfung gegen Pneumokokken verschlechterte sich das Hautbild dramatisch: nässende und krustenbildende Stellen im Gesicht, später an den Beinen und am Bauch, dazu schlimmer Juckreiz. Wir versuchten es mit einer Bioresonanztherapie. Dabei wurden Unverträglichkeiten auf verschiedene Lebensmittel festgestellt. Da ich noch voll stille, verzichte ich auf diese. Außerdem bekam unsere Tochter ein Präparat mit Milchsäurebakterien verordnet. Das Hautbild verbesserte sich, doch der Juckreiz wurde stärker. Dieser wurde mit antiallergischen Tropfen (Fenistil®), Laserakupunktur sowie einem Lymph-mittel behandelt – ohne Erfolg. Seit dem sechsten Monat füttern wir Kartoffel-, Reis-, Gemüse- und Fleischbrei, auch Möhrensaft und Ziegenmilch zu. Dabei hat sie häufig dünnen, schleimigen und grünlichen Stuhlgang. Für die Hautpflege verwenden wir Eucerin® Omega und Neuroderm®. Wie können die Wunden abheilen? Von Kortison und Fenistil wollen wir möglichst weg. Leider sind Allergien in unserer Familie sehr verbreitet. Nur unsere älteste Tochter ist gesund.


Was mir geholfen hat

Neue Wohnform nach dem Tod des geliebten Partners

Roswitha Troll
Wohnformplanung

Der plötzliche Tod ihres Ehemannes zog Roswitha Troll den Boden unter den Füßen weg. Ihr Hausarzt reagierte blitzschnell und wies sie in eine Klinik ein, wo Psychotherapeuten mit ihr einen Weg in den neuen Lebensabschnitt erarbeiteten. Es gelang ihr, ein stabiles Leben aufzubauen, auch durch eine geglückte Wohnform mit Freunden.

Es zog mir den Boden unter den Füßen weg, als mein Mann mit nur 52 Jahren plötzlich starb. Ich war wütend und traurig, dass er mich ganz allein zurückließ. Unser langjähriger Hausarzt erfasste meine katastrophale Situation und bestand auf einer sofortigen Einweisung in die Klinik, damit mich Psychotherapeuten und Mediziner im ersten Schock begleiten konnten. Auch mein verständnisvoller Arbeitgeber gestand mir so viel Zeit zu, wie ich brauchte.


Aus der ärztlichen Praxis

Homöopathie heilte Schwindelattacken

Peter Emmrich, Dipl.-Biologe und Chemiker, Facharzt für Allgemeinmedizin
Schwindel während der Autofahrt

Heiner O. (Name von der Redaktion geändert), ein 83-jähriger Rentner, berichtete erstmals im Mai 2012 über einen sehr starken Schwindel beim Autofahren. „Wenn ich aus dem Auto aussteige, muss ich mich minutenlang am Türrahmen festhalten, weil ich das Gefühl habe, die ganze Welt dreht sich um mich“, erzählte er. Herr O. berät noch hier und da sein eigenes Architekturbüro, das mittlerweile sein Sohn führt, in kniffligen Fällen auf dem Bau. Aus diesem Grund ist er häufiger unterwegs.

Innenohrstörung nicht allein ursächlich

„Der Schwindel tritt auch beim Hinlegen und Aufrichten auf“, berichtete er weiter. Ein Besuch beim HNO-Arzt hatte den Befund eines „benignen paroxysmalen“ Lagerungsschwindels ergeben. Das ist ein gutartiger, zeitweise auftretender Bewegungsschwindel.


Aus der ärztlichen Praxis

Homöopathie linderte Migräneanfälle

Sigrid Molineus, Heilpraktikerin

Frau T., eine liebenswerte Frau von 52 Jahren, litt seit langer Zeit unter Migräne, die seit etwa fünf Jahren immer schlimmer geworden war. In unregelmäßigen, etwa wöchentlichen Abständen wachte sie morgens mit einem Druck am rechten unteren inneren Schulterblattwinkel auf. Dann wusste sie, wie der Tag verlaufen würde: Eine Spannung am rechten Rippenbogen würde hinzukommen und der Schmerz den Rücken aufwärts zum Nacken und über den Kopf bis zur rechten Schläfe ziehen. Sie berichtete: „Mir ist dann übel und ich erbreche, bis nur noch Galle kommt. Der Kopf schmerzt stark und drückend, und ich habe vermehrt Stuhlgang. Am nächsten Tag klingen die Beschwerden dann langsam wieder ab.“ Durch diese wiederkehrenden Belastungen war es schwer für sie, Verabredungen zu treffen, da ihr die Migräne immer wieder einen Strich durch die Rechnung machte.

Vorgeschichte legte Dysbalance nahe

Frau T. hat keine Gallenblase mehr. Sie war ihr vor sieben Jahren entfernt worden. Außerdem hatte ein schwerer Autounfall vor 20 Jahren zu einer Verschiebung der Halswirbelsäule geführt, die immer wieder Blockierungen auslöste. Wenn sich die Halswirbel verrenkten, verschlimmerte sich auch der vorhandene Tinnitus. Ihr Magen reagierte empfindlich, besonders auf Bitteres und Scharfes. Zwiebelgewächse vertrug sie nicht. Ihre Zunge zitterte. Sie war rosa und trocken, die Ränder etwas geschwollen und wiesen Zahneindrücke auf.

Kopfschmerzen haben ihre Ursache in funktionellen Ungleichgewichten im Körper. Die Leber ist dabei eigentlich immer mit betroffen. Im Fall von Frau T. war der Zusammenhang anhand des Schmerzverlaufs besonders deutlich. Interessant war, dass sie trotz fehlender Gallenblase typische Missempfindungen in der entsprechenden Gegend hatte. Das lag höchstwahrscheinlich an Verkrampfungen der Gallengänge, die innerhalb der Leber zur Gallenblase sowie in den Gallenausführgang zum Zwölffingerdarm führen.


Naturheilkundlicher Rat

Lässt sich der Magenkeim naturheilkundlich behandeln?

Antwort von: Dr. med. Rainer Matejka

Seit zwei Monaten habe ich (78 Jahre, weibl.) Schmerzen im Oberbauch, auch nachts. Ich ernähre mich von Bio-Vollwertkost, meide Alkohol, Weißmehl und Zucker. Vor zehn Tagen wurde eine Magenspiegelung durchgeführt und eine Infektion mit Helicobacter-pylori-Bakterien festgestellt. Sie soll mit ZacPac® behandelt werden. Ich habe Bedenken, dass dieses Antibiotikumpräparat meine Darmflora kaputt macht. Gibt es eine Möglichkeit, die Helicobacter-Bakterien auch naturheilkundlich zu behandeln?

Falls kein Zeitdruck besteht, können Sie es für einige Wochen mit einer homöopathischen Dreierkombination mit Nux vomica® Homaccord, Lymphomyosot® und Gastricumeel® versuchen. Möglicherweise haben Ihre Oberbauchschmerzen auch gar nichts mit Helicobacter pylori zu tun.


Was mir geholfen hat

Notfall durch Flüssigkeitsmangel war uns eine Lehre

Uli Stein (Name geändert)

Gemeinsam mit seinem Bruder schaut Uli Stein (Name geändert) nach dem 90-jährigen Vater, der seit dem Tod seiner Frau vor zehn Jahren den Haushalt allein weiterführt. Eines Tages traf er seinen Vater völlig verwirrt an. In der Klinik diagnostizierte man einen Wassermangel. Wegen Wassereinlagerungen in den Beinen hatte er das Trinken eingestellt.

Mein 90-jähriger, immer noch sehr selbstbestimmter Vater hat der ganzen Familie vor drei Jahren auf dramatische Weise deutlich gemacht: Wasser ist Leben! Seit dem Tod unserer Mutter vor zehn Jahren führt er seinen Haushalt immer noch selbstständig, doch schauen mein Bruder oder ich mindestens einmal täglich bei ihm vorbei. Damals vor drei Jahren ist es uns entgangen, dass er das Trinken weitgehend eingestellt hatte.

Aufgrund seiner Herzmuskelschwäche entwickelten sich Ödeme in den Beinen, weshalb ihm der Arzt Entwässerungstabletten verschrieb. Dadurch musste er ständig zur Toilette, was er als äußerst lästig empfand – vor allem dann, wenn er unterwegs war. Nach seiner persönlichen Logik trieb er diesen Kreislauf durch das Trinken noch weiter an. So beschloss er kurzerhand, vorübergehend nichts mehr zu trinken.


Naturheilkundlicher Rat

Belastende Drang- und Stressinkontinenz

Antwort von: Heide Fischer, Ärztin

Seit Jahren leide ich unter Drang- und Stressinkontinenz. Ich habe schon alles Mögliche versucht – ohne Erfolg. Oft muss ich halbstündlich oder stündlich zur Toilette und kann sie oft kaum erreichen, da der Drang innerhalb von Sekunden auftritt. Auch nachts muss ich meist viermal direkt aus dem Schlaf heraus zur Toilette. Das belastet mich sehr. Nun wurde mir die Einspritzung von Botox oder das Einsetzen eines Nervenstimulators im Becken empfohlen. Ich würde eine naturheilkundliche Behandlung vorziehen und bitte Sie um einen Rat.

Da ich wenige Angaben zu Ihrer Person habe, will ich versuchen, generell zum Thema Drang- und Stressinkontinenz etwas aus frauen-naturheilkundlicher Perspektive zu sagen.

Im Zusammenhang mit dem Älterwerden verliert erstens das Binde- und Stützgewebe generell an Spannung, die Gebärmutter kann sich senken und auf die Blase drücken, so dass diese schneller das Signal für „ich bin voll“ gibt. Zweitens wird die Blasen- und Vaginalschleimhaut oft trocken, dünn und empfindlich (auch für Keime). Dies kann dazu beitragen, dass beim Signal „bitte entleeren“ fast keine Zeit bleibt, eine Toilette zu erreichen, wie das auch bei Ihnen manchmal vorkommt. Man spricht von einem „Urge-Syndrom“ (von englisch urgent = dringend). Dazu kommen die heute fast schon üblichen Stressfaktoren, die auch die Gewebespannung der Blase erhöhen und damit ihr Fassungsvermögen verringern – und schon hat frau ein Problem.


Was mir geholfen hat

Mit 44 „austherapiert“: Entgiftung holte mich aus der Talsohle

Annegret Stübner

Bronchitis begleitete Annegret Stübner von der Wiege an. Mehrfach im Jahr bekam sie ein Antibiotikum – und als Folge massive Verdauungsprobleme. 20-jährig erlebte sie ihren ersten Asthma-Anfall. Heuschnupfen und Depressionen kamen hinzu. Von der Schulmedizin aufgegeben, fand sie gut 20 Jahre später durch Entgiftung zu neuer Gesundheit.


Was mir geholfen hat

Entsäuerung und Kostumstellung bei Neurodermitis

Pia B. (Name der Redaktion bekannt)

Die vermutete Allergie gegen Erdbeeren war für die neunjährige Pia B. der Beginn eines Neurodermitisleidens. Zwei Kuren am Toten Meer brachten nur kurzfristig Erfolge. Auf der Suche nach anderen Therapien besserten eine Entsäuerung und Kostumstellung ihr Hautbild und den Juckreiz. Bei einem Rückfall halfen Baseninfusionen.

Zur Erdbeerzeit im Mai bekam unsere neunjährige Tochter Pia erstmals einen Hautausschlag. „Ach das ist nicht so schlimm. Du hast sicherlich eine Allergie auf Erdbeeren“, versuchten wir sie zu beruhigen. Dem war leider nicht so. Der Ausschlag wurde nach einiger Zeit als endogenes Ekzem und wieder später als Neurodermitis bezeichnet. Während der Schulzeit folgten zwei Aufenthalte am Toten Meer. Pia kam immer mit reiner Haut zurück, doch der Erfolg war nicht von Dauer. Wir suchten einen Homöopathen auf. Die verschiedensten Mittel – individuell auf sie abgestimmt – brachten Erleichterung, aber ganz verschwanden die Hauterscheinungen nicht, die sich auf Gesicht, Hals, Kniebeugen und Ellbogen verteilten. Wir hielten weiter Ausschau.


Naturheilkundlicher Rat

Verschleiß im Kniegelenk

Antwort von: Dr. med. Andreas Weiß

Da mein rechtes Knie schmerzte, angeschwollen und in seiner Beweglichkeit sehr eingeschränkt war, wurde es geröntgt und dabei ein verkalkter Meniskus diagnostiziert. Eine ergänzende Computertomographie zeigte außerdem einen kaputten Knorpel. Der Arzt meinte: „Solange die Beschwerden nicht schlimmer werden, gibt es keinen Grund zur Behandlung.“ Das kann ich (62 J.) nicht glauben. Irgendwas muss man doch dagegen tun können.

Die schmerzhafte Kniegelenkschwellung mit Bewegungseinschränkung ohne vorausgegangenen Unfall lässt an einen Gelenkverschleiß (Arthrose) denken. Lange Zeit verläuft eine Arthrose „stumm“ und ohne Beschwerden. Werden aber immer wieder kleine Knorpelpartikel oder sogar kleine Knochensporne vom Gelenk abgelöst, kann es zu einer akuten Reizung mit einer lokalen Entzündung kommen. Man spricht dann von einer aktivierten Arthrose.


Aus der ärztlichen Praxis

Nascherei mit Nebenwirkungen

Priv.-Doz. Dr. med. Rainer Brenke

„Lasst unsere Nahrung unsere Medizin sein“ – dieses Hippokrates zugesprochene Zitat gewinnt weltweit und nicht mehr nur in der westlichen Gesellschaft an Bedeutung. So ist den meisten bewusst, dass die kleinen „Leckereien“ zwar oft gut für die Seele sind, bei häufigem Genuss aber negative Auswirkungen auf Gewicht, Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel drohen. Doch die folgende Geschichte zeigt, dass eine Überdosis auch einmal ganz unerwartete Nebenwirkungen zeigen kann.

Blasenentzündung nicht ausgeheilt?

Im November kam die 64-jährige Marianne F. (Name geändert) in die Klinik. Sie klagte über die Folgen eines Harnwegsinfektes: wiederholte Fieberschübe, Schlafstörungen, Kribbeln am ganzen Körper, psychische Veränderungen, bei denen sie sich „verloren vorkam, als ob alles übermächtig sei“. Außerdem waren bereits Wochen zuvor Kraftlosigkeit, Schwindel und Missempfindungen in der Herzregion aufgetreten. Zusätzlich klagte sie über ein Zittern der Hände und Nachtschweiß. Eine Vorbehandlung des Harnwegs-infektes durch ein Breitband-Antibiotikum war erfolgt.

Die körperliche Untersuchung war in mancher Hinsicht auffällig, erlaubte aber keine klare Diagnose. So bestand ein schneller Puls von 112/Min. Frau F. war zum Aufnahmezeitpunkt aufgrund der allgemeinen Schwäche nicht einmal in der Lage, selbstständig zu gehen. Bei leichtester Anstrengung kam es zu Schweißausbrüchen und Herzproblemen.


Was mir geholfen hat

Morbus Bechterew: tierfettfreie Kost vertrieb Schmerzen

Dr. Walter Ebner

Dr. Walter Ebner ist Mediziner, trotzdem wurden seine langjährig unspezifischen, später typisch rheumatischen Beschwerden erst im Alter von 65 Jahren als Morbus Bechterew erkannt. Da er Schmerzmittel nicht verträgt, kann er sich mit einer Diät ohne tierische Fette, mit täglichen Gaben von Leinöl, Vitamin E und C sowie Gymnastik helfen.

Mit morgendlichen Schmerzen der kleinen Zehengelenke ging es los, als ich 45 Jahre alt war. Wenig später schmerzten auch die Fingergelenke, dann die Rückenwirbel. Ein Rheumatologe empfahl eine medikamentöse Rheuma-Basisbehandlung. Ich setzte lieber auf eine geeignete Ernährung, denn seit Jahren beobachtete ich, wie mein Wohlgefühl davon abhängt, was ich esse. Dem abendlichen Dinieren in Restaurants folgten regelmäßig unruhige Nächte und dünner Stuhlgang. Zunächst verdächtigte ich die Weine. Schließlich war aber die Aufnahme von tierischen Fetten als Ursache meiner Beschwerden ganz eindeutig. Der dritte konsultierte Rheumatologe bestätigte dann meine Verdachtsdiagnose eines „Morbus Bechterew“ – eine chronisch entzündliche rheumatische Autoimmunerkrankung mit fortschreitender Wirbelsäulenversteifung.


Naturheilkundlicher Rat

Tränende Augen und tropfende Nase

Antwort von: Dr. med. Karl-Heinz Friese

Seit vielen Jahren laufen meine Augen und meine Nase – hauptsächlich draußen. Beim Radfahren ist dieser flüssige Schleim kaum auszuhalten. Ich (weibl., 68 J.) konsultierte dazu mehrere HNO-Ärzte. Der erste wollte meine Nasenscheidewand begradigen, der zweite meinte, das seien Altersbeschwerden und dagegen sei nichts zu machen. Der dritte sagte, dass mein Nasenbein gerade sei. Er empfahl eine kortisonhaltige Suspension. Mein Augenarzt verschrieb mir Augentropfen und eine Heilsalbe. Nichts half. Auch nach Allergien wurde erfolglos gefahndet. Letzte Woche hatte ich an drei Tagen starkes Nasenbluten. Haben Sie noch eine Idee, was helfen könnte?

Ihr Krankheitsbild ist ursächlich leider nicht so einfach zu behandeln. Eine schnelle und wirksame Besserung erreichen Sie tatsächlich, wenn Sie Kortison in die Nase sprühen, zum Beispiel das Ihnen empfohlene Nasonex®. Langfristig halte ich eine solche Behandlung allerdings für ungünstig, denn Kortison kann auf Dauer Schleimhautschäden verursachen. Außerdem geht davon immer etwas in den Körper.


Aus der ärztlichen Praxis

Nosode verhinderte Herpes-Rückfall

Peter Emmrich, Facharzt für Allgemeinmedizin

Simone G. (Name geändert), eine 34-jährige Fremdsprachenkorrespondentin, leidet seit zehn Jahren unter einer Virusinfektion mit der lateinischen Bezeichnung Herpes labialis, die schubweise immer wieder in Erscheinung tritt. Das Besondere bei diesen Viren der Gruppe Herpes simplex ist, dass sie im akuten Geschehen als mit Lymphflüssigkeit gefüllte Bläschen an den Lippen auftreten. Klingt das ab, ziehen sich die Erreger in den nächstgelegenen Nervenknoten (Ganglion) im Rückenmark zurück und warten, bis bestimmte Umstände wie Stress, Zugluft oder falsche Ernährung, die das Immunsystem schwächen, wieder den Boden für einen erneuten Ausbruch bereiten.


Aus der ärztlichen Praxis

Leberentlastung heilte eiternde Zehe

Dr. med. Bernharda Schinke

Brigitte W., 55 Jahre alt, zeigt mir ganz verzweifelt ihren rechten Fuß. Seit Monaten sei die Großzehe um den Nagel entzündet. Manchmal entleere sich Eiter. Sie versuchte, das Problem mit Kernseifefußbädern und Jodsalbe in den Griff zu bekommen und suchte eine medizinische Fußpflegerin auf, die den Nagel fachmännisch bearbeitete. Nach deren Meinung war der Nagel aber nicht eingewachsen, wie es häufig bei Nagelwallentzündungen der Fall ist.

Frau W. hatte starke Schmerzen und konnte nur noch in offenen Schuhen laufen. Da sich die Beschwerden auch nach mehreren Behandlungen nicht besserten, riet die Fußpflegerin, einen Chirurgen aufzusuchen. Dieser empfahl eine Operation, bei der ein Teil des vermeintlich eingewachsenen Nagels entfernt werden sollte. Frau W. verstand diesen Vorschlag nicht, da das der Aussage der Fußpflegerin widersprach.


Was mir geholfen hat

Mit Taping gegen Kopf- und Rückenschmerzen

Henning Hansen (Name geändert)

Über einen Zeitungsbericht wurde Henning Hansen (Name geändert) auf die Technik des Tapens aufmerksam, die ein deutscher Arzt in Japan erlernt hatte und dann hier in seiner Praxis anbot. Mit Kopf- und Rückenschmerzen schleppte Hansen sich zu einem ersten Termin. Mit Klebebändern an Hals und Rücken, aber schmerzfrei, verließ er die Arztpraxis.

Rückenbeschwerden begleiten mich seit meiner frühen Jugend. Teilweise waren sie so stark, dass ich als Student auf dem blanken Fußboden schlief, was meine Lendenwirbelsäule etwas entlastete. In den vergangenen vier Jahrzehnten konsultierte ich regelmäßig Ärzte. Mit Krankengymnastik versuchte ich, gegen die Rückenschmerzen anzukommen und meine Beweglichkeit zu erhalten. In Phasen mit intensivem Schwimmen benötigte ich weniger ärztliche Hilfe.


Naturheilkundlicher Rat

Sauna gegen Schmerzen?

Antwort von: Priv.-Doz. Dr. med. habil. Rainer Brenke

Seit mehreren Jahren leide ich (weiblich) an Fibromyalgie, Polyneuropathie an beiden Füßen sowie an Knieschmerzen. Kürzlich wollte ich mir mit einem Saunabesuch etwas Gutes tun. Doch in der Wärme entwickelten sich starke Schmerzen im linken Knie und zunehmend auch in der Lendenwirbelsäule. Die Sauna hat für mich nun einen negativen Beigeschmack bekommen. Dabei habe ich schon eine Hyperthermie-Behandlung in Erwägung gezogen. Was raten Sie mir?

Die Fibromyalgie mit ihren chronischen Muskel- und Gelenkschmerzen reagiert in fast allen Fällen positiv auf Wärme, insbesondere auf Ganzkörpererwärmung. Dabei kann es sich um eine Infrarot-Hyperthermie oder auch die Sauna handeln. Beide Behandlungen wurden in ihrer positiven Wirkung wissenschaftlich bestätigt. Die Ursachen dieser Schmerzen sind noch nicht geklärt, hängen aber wohl mit einer längerfristigen körperlichen und psychischen Belastung und einer Chronifizierung durch das Schmerzgedächtnis zusammen. Es handelt sich nicht um eine entzündliche Erkrankung.


Naturheilkundlicher Rat

Faltenbildung hinauszögern

Antwort von: Marianne Porsche-Rohrer, Apothekerin und Heilpraktikerin

Nach den Wechseljahren habe ich vermehrt Falten bekommen, viel mehr als andere 60-jährige Frauen. Das macht mich etwas unglücklich, denn ich fühle mich jünger, als ich aussehe. Kann ich hier mit pflanzlichen Hormonen unterstützend eingreifen oder haben Sie einen anderen naturheilkundlichen Tipp?

Unsere Falten entstehen durch altersbedingte Muskelerschlaffung und die Rückbildung des Unterhautfettgewebes. Eine vorzeitige Faltenbildung wird durch eine schlechte Durchblutung des Gewebes begünstigt. Deutliche Spuren hinterlässt längerfristig das Rauchen. Aber es gibt auch die mimischen Falten, die durch häufiges Runzeln der Stirn, durch Naserümpfen, aber auch durch Lachen entstehen und zum Ausdruck der Persönlichkeit gehören.


Was mir geholfen hat

Histamin-Intoleranzsorgte für Herzrasen und Hautausschlag

Eva Sailer (Name geändert)

Die Vermutung, dass das Herzrasen von Eva Sailer (Name geändert) sowie ihre Hautrötungen und Angstattacken durch eine Histaminüberproduktion ausgelöst werden, eröffneten den wirkungsvollen Behandlungweg. Stress erhöht die Histaminproduktion im Körper. Entspannung, histaminarme Kost und Homöopathie konnten beruhigen.