Naturheilkundlicher Rat

Herzinfarkt-Nachsorge

Dr. med. Sebastian Boekels

„Vor zehn Monaten erlitt mein Lebensgefährte mit 68 Jahren einen Herzinfarkt. Da er sofort Hilfe bekam, überlebte er. Bereits nach einer Woche Krankenhaus wurde er in die Reha entlassen. Die beiden ersten implantierten Stents zum Offenhalten der verengten Gefäße waren nach ein paar Monaten bereits wieder zu und mussten erneuert werden. Seit dem Infarkt nimmt er Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung sowie einen Betablocker und einen ACE-Hemmer zur Entlastung von Herz- und Kreislauf sowie einen Fettsenker.

Mein Partner hat weder Übergewicht noch leben wir ungesund. Wir waren vor dem Infarkt sportlich aktiv mit anspruchsvollen Wanderungen und Radtouren. Es heißt, er sei erblich vorbelastet. Was können wir aus naturheilkundlicher Sicht tun, um seinen Gesundheitszustand stabil zu halten oder zu verbessern? Was halten Sie von dem tibetischen Kräuterpräparat Padma 28?“

Die typischen Risikofaktoren für einen Herzinfarkt liegen bei Ihrem Partner offensichtlich nicht vor. Er hat weder Übergewicht noch erhöhte Blutfettwerte. Das Cholesterin scheint mit dem Fettsenker gut behandelt zu sein. Nicht ersichtlich sind aus dem Laborbefund die Werte für das sogenannte „gute Choles­terin“ HDL und das „schlechte“ LDL. Doch aufgrund der insgesamt niedrigen Choles­terinwerte spielten sie aus meiner Sicht bei der Entstehung des Herzinfarktes auch keine Rolle. Rauchen, Bluthochdruck, ­Diabetes und Stress scheinen als Risikofaktoren ebenfalls nicht in Frage zu kommen.

Die Erfahrung zeigt, dass es eine ganze Reihe von Herz­infarktpatienten gibt, die weder diese klassischen Risiko­faktoren aufweisen noch schwere Veränderungen in den Koronararterien haben. Hier besteht noch ein erheblicher Forschungsbedarf. Offenbar spielt die erbliche Belastung eine viel größere Rolle als bisher angenommen.

Den Artikel zu dieser redaktionellen Einleitung finden Sie in der Naturarzt-Druckausgabe 6/2010