Naturheilkundlicher Rat

L-Carnitin gegen Makuladegeneration?

Annetta Dimitrow, Fachärztin für Augenheilkunde

Auf Empfehlung unseres Arztes nehmen meine Frau (74 J.) und ich (78 J.) L-Carnitin ein. Meine Frau gegen altersbedingte Makuladegeneration (AMD) und leichte Vergesslichkeit und ich zur Stärkung der Herzleistung. Wir ernähren uns biologisch vegetarisch – ohne Fleisch und Fisch. Nun haben wir gelesen, dass L-Carnitin den Gefäßen schaden soll, was uns verunsichert. Sollen wir es absetzen? Könnte meine Frau für ihre Augen auch Lutein und Zeaxanthin einnehmen?

L-Carnitin ist für den Energiestoffwechsel in den „Kraftwerken“ der Zellen – den Mitochondrien – verantwortlich. Es bildet zusammen mit Coenzym A ein Rezeptormolekül, das Fettsäuren durch die Mitochondrien-Membran zum Verbrennen ins Innere dieser Kraftwerke transportiert.

L-Carnitin wird größtenteils über die Nahrung, hauptsächlich über rotes Fleisch (Rind, Lamm), aufgenommen. Geflügelfleisch enthält nur wenig Carnitin. Es kann auch vom Körper selbst aus den Aminosäuren Lysin und Methionin hergestellt werden, sofern die notwendigen Kofaktoren wie Vitamin C, Vitamin B6, Niacin und Eisen ausreichend vorhanden sind. Der menschliche Körper enthält insgesamt etwa 20 bis 25 mg L-Carnitin, wovon 98 Prozent in der Herz- und Skelettmuskulatur gespeichert sind.

Den Artikel zu dieser redaktionellen Einleitung finden Sie in der Naturarzt-Druckausgabe 10/2017

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