Aus der ärztlichen Praxis

Verborgene Lymphozele verursachte Schmerzen

Priv.-Doz. Dr. med. Rainer Brenke
Wanderschuhe vor Bergen

Als Ödem bezeichnet man eine Schwellung im Gewebe, die auf Flüssigkeitsansammlungen in den Zellen oder im Zwischenzellgewebe zurückzuführen ist. Je nach Lokalisation können die Schwellungen sicht- und/oder tastbar sein. Die Gründe für das Auftreten sind vielfältig. Als eine der Ursachen kommt ein gestörter Lymphabfluss in Frage – dann handelt es sich um ein eiweißreiches Lymphödem, das zu einer vermehrten Bildung von Bindegewebe führen kann. Der Gedanke liegt nahe, dass derart verfestigte Ödeme auf Nerven drücken und damit Schmerzen oder gar Lähmungen verursachen könnten. In der Regel ist das aber nicht der Fall. Das liegt schon daran, dass sich Lymphödeme vorwiegend im Bereich von Haut und Unterhaut abspielen, die Nerven aber in der Regel tiefer verlaufen. Außerdem kann sich das Gewebe durch die weiche Haut relativ gut nach außen ausdehnen. In diesem Zusammenhang denkt man bei Schmerzen oder Lähmungen – zumindest nach Krebsoperationen – eher an ein erneutes Auftreten des Tumors oder die Folgen einer Strahlentherapie. Doch manchmal liegt die Ursache an ganz anderer Stelle, was zeigt, dass man stets genauer nachforschen sollte.

Im Frühjahr des Jahres wandte sich die 61-jährige Grieta S. (Name von der Redaktion geändert) aus Norddeutschland mit der Bitte um Rat an uns. Im Jahr zuvor war sie wegen eines Unterleibskarzinoms operiert worden. Dabei wurden auch zwölf Lymphknoten im Bauchraum entfernt.

Einige Monate danach entwickelte sich ein Lymphödem am rechten Bein, das zur Entstauung regelmäßig mit einer Lymphdrainage behandelt wurde. Aus naturheilkundlicher Sicht kann das Zellmilieu auch durch homöopathische Komplexmittel wie Lymphdiaral® oder Lymphomyosot® zusätzlich verbessert werden. Gegen eine Verfestigung des Ödems durch Freisetzung freier Radikaler im betroffenen Bereich kann auch ein Selenpräparat eingesetzt werden. Entwässernde Maßnahmen, wie z. B. Brennnesseltee, waren im Fall von Frau S. wegen der Förderung einer Verfestigung längerfristig nicht angezeigt. Schulmedizinisch erfolgten eine Bestrahlung und Chemotherapie.

Foto: Jenny Sturm/Fotolia

Den Artikel zu dieser redaktionellen Einleitung finden Sie in der Naturarzt-Druckausgabe 2/2017

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