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Prostata-Krebs: Was PSA-Werte (nicht) verraten

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Das Prostatakarzinom ist einerseits eine häufige Krebsart, andererseits stirbt nur eine Minderheit der Betroffenen daran (weniger als 20 Prozent). Denn die Erkrankung tritt in der Regel bei älteren Männern auf, für die andere Krankheiten eher zur Todesursache werden. Daher wird in der Medizin um den Nutzen von frühzeitiger Diagnostik gestritten. Fest steht: Man sollte sich von PSA-Werten nicht verrückt machen lassen.
Das „Prostata-spezifische Antigen“ (PSA) ist ein Eiweißstoff, der in den Schleimhautzellen der Prostata gebildet wird, und zwar unter bestimmten Bedingungen in vermehrtem Umfang. Er dient als „Tumormarker“ für Krebs, sein Anstieg kann aber auch auf andere Ursachen zurückgehen. Werte unter 4 (μg/l bzw. ng/ml) gelten als normal. Die medizinisch wichtigsten Ursachen für einen PSA-Anstieg über den Normalwert sind Prostatakarzinom, gutartige Prostatavergrößerung (Adenom) und Prostataentzündung.
Allerdings verrät der einzelne PSA-Wert wenig und kann Arzt und Patient in die Irre führen. Zu den Faktoren, die den PSA-Wert beeinflussen, gehören neben Alter/Prostatagröße und Tageszeit auch
► „Tagesform“ (der PSA-Wert kann von Tag zu Tag schwanken)
► Ejakulation (daher vor einem PSA-Test mindestens 48 Std. Karenz)
► Fahrradfahren
► Tastung (das Abtasten steigert in 10–15 Prozent der Fälle die PSA-Produktion)
► Testosteron (Testosteron-Zufuhr, etwa als Hormontherapie, um die Männlichkeit im Alter zu steigern, treibt auch den PSA in die Höhe)
► Urinretention (Harnverhalten)
Beim PSA-Wert ergeben sich vor allem aus dem Verlauf der Werte über einen gewissen Zeitraum mehr oder weniger starke Verdachtsmomente: Wenn z. B. der PSA-Wert bei einem Patienten innerhalb von fünf Jahren zuerst aus dem Normalbereich von 1 bis 2 heraus in den zweistelligen Bereich angestiegen ist, zuletzt sogar fast exponentielle Verläufe anzeigt und bei knapp 30 liegt, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Karzinom ausgehen. Anders wenn der Verlauf des PSA-Wertes zwar ebenfalls deutlich über der Norm liegt, letztendlich eher einer Zick-Zack-Linie oder Wellenbewegung gleicht – dies spricht gegen eine bösartige Erkrankung, zumindest gegen einen fulminant fortschreitenden Prozess.
Was könnte man nun tun? Auf jeden Fall sind engmaschige Kontrollen des PSA-Wertes im Viertel-Jahres-Takt angezeigt, um ein mögliches Ausbrechen des Wertes nach oben frühzeitig zu erkennen. Unter Fachleuten wird diese Strategie als „Watchful Waiting“ bezeichnet.
Quelle: Naturarzt - Ihr Gesundheitsratgeber, 4/2013.

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