Norsan
Käserinde

Nur Verpackung oder auch genießbar?

Dr. oec. troph. Claudia Müller

Während Käse reift, entsteht bei vielen Sorten eine Rinde, die den Käse als natürliche Verpackung umschließt. Oft trägt sie zum typischen Geschmack des Käses bei, und es stellt sich beim Käsegenuß die Frage, ob man die Rinde nun mitessen kann oder nicht. Die Entscheidung fällt leichter, wenn man weiß, wie sie entsteht und wie die einzelnen Käsesorten gepflegt und behandelt werden.

Tomate schützt Haut und Blutgefäße

Von der Aztekenfrucht zum Paradiesapfel

Dipl.-Ing. agr. Brunhilde Bross-Burkhardt

„Tumatle“ nannten die Azteken ihre kultivierte Heilpflanze mit den wohlschmeckenden gelben Früchten. Spanische Eroberer brachten sie mit der Kartoffel nach Europa, wo man sie anfänglich aufgrund der Giftstoffe in Kraut und unreifer Frucht für ungenießbar hielt. Später eroberte sie jedoch als Gold- oder Paradiesapfel die Märkte in aller Welt und entwickelte sich zum meistverzehrten Gemüse überhaupt. Auch wenn die heute meist roten, runden, milden und sehr saftigen Früchte nur entfernt an die Ursprünge erinnern, spricht man in Italien noch immer … weiterlesen

Tips bei Schwangerschaftsübelkeit

Magen und Seele in anderen Umständen

Heide Fischer, Ärztin

Oh je ist mir übel! Nicht wenige Frauen klagen vor allem in den ersten Wochen einer Schwangerschaft über Zustände, die von Naserümpfen beim Anblick ihrer Lieblingsspeisen bis zu andauerndem, nicht nur morgendlichem, Erbrechen reichen können. Heilende Pflanzen und andere naturheilkundliche Tips können Linderung bringen. Aber bei diesem Thema gibt es aus ganzheitlicher Sicht noch einiges mehr zu bedenken oder zu beachten.

Fruktoseintoleranz

Krank von Obst und Haushaltszucker

Dr. med. Volker Schmiedel

Die tägliche Obstmahlzeit gehört zu einem gesunden Leben und erhöht sogar nachweislich die Lebenserwartung. Wer jedoch keinen Fruchtzucker (Fruktose) verträgt, reagiert darauf mit quälenden Bauchbeschwerden. Man spricht von Fruktoseintoleranz, einer gestörten Fruktoseaufnahme über den Darm. Auch in Fruchtsäften, Haushaltszucker und den meisten süßen Lebensmitteln stecken größere Mengen an Fruchtzucker. Ein Test sichert die Diagnose, die Umstellung der Kost schafft Abhilfe.

Zehn Schritte zum Nichtraucher

Mit Strategie weg vom Glimmstengel

Dietmar Elsner

Einen Raucher von den Vorteilen des Nichtrauchens zu überzeugen, ist überflüssig: Daß Rauchen ungesund und teuer ist, weiß er bereits. Der Entschluß aufzuhören muß in ihm selbst wachsen und gut fundiert sein. Denn wer spontan beschließt, nie wieder zu rauchen, hat praktisch schon verloren: Nur 5 von 100 schaffen das. Bei der erfolgreichsten Entwöhnungsmethode, einer Verhaltenstherapie unter professioneller Anleitung, gelingt es immerhin 30 von 100. Dietmar Elsner hat in den vergangenen drei Jahren mehr als 1000 erfolgreiche „Nichtmehrraucher“ per Internet … weiterlesen

Ernährung und Knochengesundheit

Risiko Übersäuerung – der „Nettoeffekt“ entscheidet

Dipl. oec. troph. Stephanie Kissing

Eine andauernde Übersäuerung (Azidose) des Organismus gilt oft als Ursache für verschiedenste gesundheitliche Probleme. Sie wird auch für verstärkten Knochenabbau (Osteoporose) verantwortlich gemacht. Die naturwissenschaftliche Medizin und Ernährungswissenschaft wollte bisher zwar wenig von einer solchen Übersäuerung wissen. In den letzten Jahren haben jedoch neuere Erkenntnisse zu einem Umdenken von Teilen der Ernährungswissenschaft geführt. Der folgende Beitrag vermittelt einen Einblick in die Zusammenhänge von Knochengesundheit, Säure-Basen-Haushalt und Ernährung.

Seife statt "pH-neutrale" Waschlotionen

Wie neugeboren durch basische Vollbäder

Peter Jentschura

Von der Antike bis in die Neuzeit, genauer gesagt: bis vor 50 Jahren, reinigten die Menschen ihre Haut mit basischen Waschmitteln – mit Seifen aus Asche oder Rindertalg und anderen Stoffen. Heute dagegen geht fast alle Welt davon aus, daß ein saurer pH-Wert der Haut von etwa 5,5 ein gesunder, erhaltenswerter Zustand sei. Man möchte daher die Haut nur noch „pH-neutral“ reinigen. Naturheilkundler, die sich mit dem Säure-Basen-Haushalt befassen, machen jedoch seit vielen Jahren gegenteilige Erfahrungen: Basenbäder helfen bei vielen … weiterlesen

Wieviel Milch ist noch gesund?

Die Milch macht’s … vielleicht doch nicht!

Dipl. oec. troph. Karin Possin

Milch enthält wichtige Vitalstoffe – aber was folgt daraus? Ohne Milch geht’s gar nicht, glauben hierzulande viele. Während die einen sie zum Lebensmittel Nr. 1 stilisieren, lehnen andere sie für die Ernährung erwachsener Menschen kategorisch ab. Millionen Asiaten zeigen, daß man sehr wohl ohne Milch gesund leben kann. In Maßen konsumiert ist sie jedenfalls gesünder als in Massen. Und wer, was immer häufiger vorkommt, unter Unverträglichkeitsreaktionen leidet, muß den Konsum noch deutlicher einschränken.

Wahre Freunde urteilen nicht

Tiere als Therapeuten für Seele und Körper

Dr. rer. nat. Wiebke Rögener-Schwarz

Tiere begegnen dem Menschen ohne Vorbehalte und Berechnung. Sie suchen im Menschen einen Partner oder Anleiter und schenken ihm dafür ihre Nähe. Durch den Kontakt mit Tieren lassen sich nicht nur viele Krankheiten bis hin zum Wachkoma und Herzinfarkt begleitend behandeln, sondern auch der Alltag freundlicher und bunter gestalten und sogar neue Freundschaften mit anderen Menschen knüpfen.

Champignons

Weiß oder braun mit zartem Aroma

Peter Mayr, Diplom-Diätküchenmeister

Schon in grauer Vorzeit haben sich Menschen von Pilzen ernährt. Besonders in Kriegszeiten oder Hungerperioden galten sie als „das Fleisch des Waldes“. Champignons, auch Egerlinge genannt, gibt es als Zuchtchampignons heutzutage ganzjährig zu kaufen. Erstmals kultiviert wurden sie Mitte des 17. Jahrhunderts in Höhlen bei Paris. Seit längerem werden sie zwar auch in Deutschland gezüchtet, meist bekommt man bei uns jedoch Importware aus den Niederlanden, Belgien oder Frankreich.

Stärken Sie Ihren Energiefluß

Tai Chi: Meditation in der Bewegung

Rolf Weber

Vor 25 Jahren wußten hierzulande nur wenige etwas mit „Tai Chi“ anzufangen. Heute dagegen erfreut sich das jahrhundertealte chinesische Bewegungssystem großer Beliebtheit. Selbst die Krankenkassen haben den Wert der langsamen und fließenden Bewegungen erkannt und empfehlen es besonders zur Entspannung und zum Streßabbau. Es geht dabei aber weniger um „Schattenboxen“ als um Gesundheit und Bewegungsmeditation.

Vegetarisches Fleisch in Bioqualität

Von Weizengulasch bis Sojaschnitzel

Dr. rer. nat. Bettina Pabel

Gyros-Pfanne, Spaghetti Bolognese, Fleischkäse, Currywurst oder Steak? Läuft Ihnen das Wasser im Mund zusammen – oder blättern Sie gleich desinteressiert weiter? Nicht doch! Es geht um „vegetarisches Fleisch“. In Bioläden und Reformhäusern wird mittlerweile ein großes Angebot präsentiert. Und selbst einige Supermärkte bieten schon vegetarisches Hack oder Schnitzel an. Schmeckt es genauso oder schmeckt es überhaupt, und wie gesund ist es?

Schluß mit Zähneknirschen und Schnarchen

Entspannter schlafen mit der Aufbißschiene

Dr. med. dent. Wolfgang Blien

Noch immer hält sich die Auffassung, Schnarchen und Zähnenknirschen seien nur ein Problem für den Zimmerpartner. Doch es handelt sich dabei um ernsthafte Krankheitsquellen. Schnarchen führt häufig zu nächtlichen Atemaussetzern (Schlafapnoe). Zähneknirschen belastet durch die Verkrampfung der Kiefermuskulatur den gesamten Kopf-Hals-Schulterbereich und kann schließlich zum Zahnverlust führen. Nicht alle Menschen wissen von ihren Kieferproblemen. Viele wundern sich über Jahre, daß sie trotz ausreichendem Schlaf wie gerädert aufwachen oder unter unerklärlichen chronischen Rücken-, Gesichts- oder Kopfschmerzen leiden. Eine individuell gefertigte Aufbißschiene … weiterlesen

Was aus Bircher-Benners Ideal gemacht wurde

Müsli – Vitaminspritze oder Mogelpackung

Dipl. oec. troph. Elisabeth Dietz

Rohes Getreide, gekochtes Getreide, Flockenmischungen oder wertlose Süßigkeit – all das kann sich hinter „Müsli“ verbergen. Für viele ist es zwar immer noch der Inbegriff des gesunden Frühstücks: Man beruhigt sein Gewissen schon am Morgen mit dem Gedanken, irgend etwas für die Gesundheit zu tun. Doch dazu gehört, je nach Müsli, eine Menge Selbsttäuschung. Ganz zu schweigen von der gezielten Irreführung durch die Nahrungsmittelindustrie, die uns mit Begriffen wie „Well-ness“, „vital“ oder „fit“ und abgebildeten Sportlern ins Müsli-Paradies entführt. Es … weiterlesen

Naturheilkundlich orientierte Patienten stehen schulmedizinischen Arzneimitteln oft skeptisch gegenüber. Andere Kranke haben eher übersteigerte Erwartungen. Viele Vorurteile beruhen auf mangelnder Information. Um hier Klarheit zu schaffen, stellen wir in loser Folge die am häufigsten verordneten Arzneimittel vor. Diesmal:

Antidepressiva

Dr. med. Volker Schmiedel

Antidepressiva erhöhen die Konzentration bestimmter „aufhellender“ Botenstoffe im Gehirn (z. B. Serotonin, Noradrenalin). Bei der Fortleitung von Nervenimpulsen im Gehirn werden diese Substanzen in den sogenannten synaptischen Spalt zwischen zwei Nervenzellen ausgeschüttet, docken an einem anderen Nerven an und übertragen so einen Impuls. Danach werden sie wieder in die Nervenzelle aufgenommen. Antidepressiva behindern die Rückaufnahme der Botenstoffe, so daß diese länger und intensiver wirken. Achtung: Bis die Medikamente die volle Wirkung entfalten, können unter Umständen mehrere Wochen vergehen. Viele Depressive … weiterlesen

Wohlbefinden für Leib und Seele

Kraft tanken an einem Wellnesstag

Dr. med. Matthias Menschel

Die heutige Zeit bringt es mit sich, daß Erholungszeiten und Ruhepausen immer seltener werden. Selbst in der Freizeit sind die meisten über das Handy rund um die Uhr erreichbar, Fernseher oder Radio laufen ständig, und es gibt auch zu Hause unendlich viel zu erledigen. Ganz abgesehen von beruflichem Streß oder Existenz-ängsten, denen viele ausgesetzt sind. Um dieser Tretmühle zu entkommen, sollten Sie sich von Zeit zu Zeit einen Ruhetag gönnen, an dem Sie sich ganz bewußt nur um sich selbst … weiterlesen

Aus der ärztlichen Praxis

Fibromyalgie – Heilfasten befreite vom Schmerz

Dr. med. Eva Lischka

Der 66-jährige Rentner Rudolf Töpfer (Name von der Redaktion geändert) hatte während der letzten zweieinhalb Jahre vierzehn verschiedene Ärzte aufgesucht, um Linderung seiner Schmerzen zu finden. Begonnen hatte sein Leiden mit einer Überlastung des rechten Ellenbogens („Tennisarm“). Er ließ sich Kortison spritzen, da er unbedingt weiterarbeiten wollte. Sein Beruf brachte es mit sich, daß sein Arm durch harte körperliche Arbeit schwer belastet wurde. Nach der Spritze entwickelte sich ein Abszeß. Die Schmerzen strahlten bis in die Schulter und Halswirbelsäule aus, … weiterlesen

Was mir geholfen hat

Multiple Sklerose mit Evers-Diät hinausgezögert

Als ich im Sommer 1980 plötzlich nicht mehr richtig sehen konnte und die Hände ständig kribbelten, suchte ich Hilfe beim Neurologen. Er empfahl, Sonne und Streß zu meiden und überwies mich ins Krankenhaus, wo ich Infusionen bekam, deren Zusammensetzung ich bis heute nicht weiß. Sieben Wochen später war ich wieder fit für den Außendienst. Es hielt fünf Jahre an – bis ich nach einer extremen Streßphase mein rechtes Bein nachziehen mußte. Ich wurde erfolglos mit dem adrenocorticotropen Hormon (ACTH) therapiert, das über den Hormonhaushalt in den Stoffwechsel eingreift. Klarheit brachte dann der Kernspintomograph. Ich hatte MS – Multiple Sklerose. Eine Welt brach für mich und meine Familie zusammen. Autoimmunerkrankung: Augen und rechtes Bein betroffen MS gilt als Autoimmunerkrankung, bei der sich die Immunabwehr gegen das eigene Nervensystem richtet, genauer gegen das Myelin in den isolierenden Nervenhüllen. Angegriffen werden Teilbereiche der Nervenfasern im Gehirn und Rückenmark. Welche Auswirkungen das zeigt, hängt von der angegriffenen Stelle ab. Bei mir waren wohl die Nervenbahnen zu den Augen und dem rechten Bein betroffen. Im folgenden Sommer wurde es noch schlimmer. Meine Umgebung sah ich nur noch schemenhaft wie durch dickes Milchglas. Ich war am Ende. Zum Glück fand ich eine erfahrene, vertrauenswürdige Ärztin. Sie half mir, meine Krankheit anzunehmen und sie künftig als Teil von mir zu betrachten. Nach einer Akutbehandlung mit Procainspritzen entlang der Wirbelsäule verschrieb sie mir Enzyme. Langsam ging es bergauf und drei Monate später kehrte ich an meinen Arbeitsplatz zurück. Um mir meine Lebensqualität lange zu erhalten, war ich offen für alle Therapiemöglichkeiten. Von Dr. Olaf Hebener – er schrieb das Buch "Fundamente der Hoffnung" – wurde ich überzeugt, daß auch über die Ernährung der Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen ist. In einer Spezialklinik für MS-Kranke lernte ich die Evers-Diät kennen. Sie geht auf Dr. med. Joseph Evers zurück, der während seiner 45jährigen Tätigkeit den günstigen Einfluß von naturbelassenen Lebensmitteln auf sämtliche Stoffwechselstörungen beobachtete. In der Klinik erklärte mir ein Arzt die Hintergründe: "Bei MS bestimmt nicht nur das Immunsystem den Krankheitsverlauf, auch Entzündungen spielten eine Rolle." Ein Beweis dafür sei die niedrige Konzentration von ungesättigten Fettsäuren in der Rückenmarksflüssigkeit bei MS-Erkrankten. Diese Fettsäuren werden als Heilsubstanz an die Entzündungsherde im Körper "abgezogen". Mit einer gezielten Kost könne die Entzündungsneigung gebessert werden. Diät gegen Entzündungen – starke Schübe blieben aus Ganz wichtig sei es, künftig Nahrungsmittel mit Arachidonsäure, einer Omega-6-Fettsäure, zu meiden. Vor allem Fleisch und Wurstwaren enthalten reichlich davon. Arachidonsäure ist die Ausgangssubstanz für stark entzündungsfördernde Botenstoffe. Meine Ernährung stellte ich um auf eine vegetarisch betonte Vollwertkost mit Milch und Milchprodukten sowie Fisch. Zum Frühstück gehören seither frische Milch (obwohl deren Wert bei MS teilweise negativ eingestuft wird) oder Molke, gequetschte oder vorgekeimte Getreidekörner und Obst. Mittags esse ich meist frischen Salat, abends Rohkostgemüse mit Knäcke- oder Vollkornbrot sowie Butter und Käse. Gehärtete Pflanzenfette wie Margarine meide ich. Als Getränk bevorzuge ich Kräutertee oder Heilwasser. Damit konnte ich bis jetzt schwere Schübe und Kortisongaben vermeiden und 23 Jahre beruflich tätig bleiben. Familie schenkt Geborgenheit und nimmt die Angst Meine Erkrankung schreitet nur langsam fort. Um meine Glieder zu lockern und die Blasenmuskeln zu stärken, hilft mir neben regelmäßiger Gymnastik das Reiten ohne Sattel. Die angenehme Körperwärme der Tiere unterstützt die Entspannung meiner Muskeln. Doch die nachhaltigste Hilfe kommt von meiner Familie. Sie schenkt mir Geborgenheit und nimmt meine Angst. n (Siehe auch Naturarzt 9/2003: "Warum Inuit keine MS hatten" und "Schübe verkürzen, Pausen verlängern".)

Was mir geholfen hat

Naturheilärztlicher Rat

Chronische Prostataentzündung

Ich bin 52 Jahre alt und leide seit einigen Jahren unter einer chronischen Prostataentzündung mit starken Schmerzen. Auch mit verschiedenen Medikamenten bekam ich das Brennen nach dem Wasserlassen nicht los. "Wenn es nicht besser wird, müssen wir operieren" meinte mein Arzt. Ich weiß mir keinen Rat mehr. Wie Sie erleben müssen, kann die chronische Prostataentzündung ein außerordentlich hartnäckiges Problem sein. Nicht zu unterschätzen sind in einem solchen chronischen Verlauf vegetative Einflußfaktoren, die diesen "Brandherd" am Glimmen halten. Das vegetative Nervensystem steuert unabhängig von unserem Willen die inneren Organe. Es reagiert sehr sensibel auf nervliche Belastungen, so daß Aufregung und belastender Streß die Symptome sofort wieder auslösen und verstärken können. So entwickelt sich mit der Zeit eine Eigendynamik, gerade auch weil man immerzu auf diese gesundheitliche Schwachstelle fixiert ist. Zunächst möchte ich Ihnen die Panik vor einer Operation nehmen, denn in einem chirurgischen Eingriff sehe ich aufgrund Ihrer Schilderung keinen Sinn. Aus meiner Sicht kann es gelingen, Ihnen nach und nach mit "konservativen Maßnahmen" Erleichterung zu verschaffen. Mit der Einnahme der Sägepalme (Sabal Serrulata) und einem Roggenpollen-Extrakt (Cernilton®N Kapseln) haben Sie bereits eine Therapie in diese Richtung begonnen, wenn bisher auch ohne Erfolg. Zusätzlich sollten Sie deshalb die "Energie" im Unterleib stärken. Ich empfehle Ihnen, jeden Abend vor dem Schlafengehen 10–15 Minuten lang ein Sitzbad zu nehmen. Das Wasser sollte mindestens 38 bis 40 °C warm sein. Ein Rosmarin- oder Lavendel- Badezusatz wirkt zusätzlich durchblutungsfördernd und krampflösend. Empfehlenswert sind auch ansteigende Fußbäder für jeweils 15 bis 20 Minuten. Über Reflexverbindungen der Fußsohlen zu den inneren Organen regen sie nachhaltig auch die Durchblutung von Blase und Prostata an. Eine gute Wirkung können Sie erzielen, wenn Sie Sitz- und Fußbad im täglichen Wechsel durchführen. Vermeiden Sie auf jeden Fall Unterkühlung und setzen Sie sich nicht auf kalte Steine oder kalte Plastiksitze. Sinnvoll ist für Ihr chronisches Leiden außerdem eine lymphstärkende Therapie. Die Lymphe ist eine Art Kläranlage des Körpers und leitet Stoffwechselgifte aus. Gleichzeitig bringt sie die immunaktiven Zellen an ihren Einsatzort. Die Lymphe hat viel mit dem Unterleibsbereich zu tun und steht häufig auch mit Störungen im Darmmilieu in Verbindung. Zur Stärkung des Lymphsystems eignen sich beispielsweise die Mittel Lymphaden® oder Lymphomyosot®, die Sie nach Beipack-Empfehlung einnehmen können. Die Wirkung der Präparate erfolgt nicht spontan, sondern entwickelt sich langsam. Nach und nach können Sie damit möglicherweise eine größere Robustheit und Abwehrkraft des Unterleibes erzielen. Parallel dazu würde ich an Ihrer Stelle eine mikrobiologische Therapie versuchen, also die Gabe gesunder Darmbakterien. Eine gesunde Darmflora wirkt sich auf den gesamten Unterleib positiv aus. Entzündungen im urologischen Bereich, auch in der Prostatazone, beruhen nicht selten auf verschleppten Darmkeimen, welche über die Lymphe transportiert werden. Allerdings kennt man bei der chronischen Prostataentzündung auch abakterielle Zustände! Die Gabe gesunder Darmbakterien steigert außerdem die Abwehrkräfte und stabilisiert das Immunsystem. Gute Erfahrungen haben wir mit Rephalysin C® gemacht, in der Dosierung von dreimal täglich einer Tablette über einen Zeitraum von vier Wochen. Im Anschluß kann dann ein Präparat mit Milchsäurebakterien und Bifidokeimen eingesetzt werden, wie etwa Biocult®compositum, in derselben Dosierung, ebenfalls für die Dauer von mindestens einem Monat. Parallel zu diesen Empfehlungen möchte ich Sie zu einem Behandlungsversuch mit Enzympräparaten ermuntern. Diese biologischen Stoffe wirken entzündungshemmend und stärken das Gewebe. Hier kommt etwa Regazym®plus oder Bromelain®POS in Frage. Auch das Präparat Aniflazym® hat sich bei urologischen Problemen recht gut bewährt. In der Neuraltherapie nach Huneke sehe ich ebenfalls eine geeignete Behandlungsmethode. Dabei werden gezielt in ganz bestimmte Reflexzonen örtliche Betäubungsmittel wie Procain oder Lidocain gespritzt. Diese können einen stoffwechselaktivierenden und durchblutungsfördernden Effekt in der chronisch entzündeten Region entfalten (siehe dazu den Artikel von Dr. med. R. Wander in dieser Ausgabe). All diese Empfehlungen sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen und einen Therapieplan erstellen. Sicherlich werden Sie damit ihre Beschwerden nicht von heute auf morgen los. Ich kann mir aber vorstellen, daß nach und nach eine gesundheitliche Stabilisierung eintritt. Wenn die Schmerzen dann nachlassen, wird dies zwangsläufig auch Ihr psychovegetatives Nervensystem erleichtern. Mit der Ausheilung sollten Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen, sondern das Ausheilungstempo einfach annehmen. Ich sehe dann eine gute Chance, daß Sie von Ihrem hartnäckigen Leiden wieder loskommen. Die hier vorgestellten Fälle beruhen auf speziellen Leseranfragen. Die genannten ergänzenden Therapievorschläge können nur allgemeinen Charakter haben. Der "Naturheilärztliche Rat" ersetzt nicht Untersuchung, Anamnese und Therapie durch einen naturheilkundlich tätigen Arzt. n

Naturheilärztlicher Rat

Der Kampf mit dem Wadenkrampf

Der Kampf mit dem Wadenkrampf

Dr. med. Hartmut Dorstewitz

Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht schon einmal mit dem messerstichartigen Wadenschmerz Bekanntschaft gemacht hat. Er entsteht, wenn sich einzelne Muskelgruppen ganz plötzlich zusammenziehen, ohne sich wieder zu entspannen. Wadenkrämpfe, vor allem die nächtlichen, sind ein weitverbreitetes Übel. Fast jeder zweite Deutsche leidet zumindest gelegentlich daran. Oft sind sie harmlos, manchmal aber auch Warnhinweise auf eine ernstzunehmende Krankheit.

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