Die Orchidee und der Löwenzahn
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Hochsensibilität

Die Orchidee und der Löwenzahn

Mika Schöberl, Heilpraktiker

Auf der Fensterbank steht eine Orchidee. Zu viel Sonne, und ihre Blätter werden fleckig. Zu wenig, und sie versinkt in Starre. Ein falscher Standort, ein Zug am offenen Fenster, das falsche Wasser, und sie welkt. Lautlos. Ohne Anklage. Sie ist kein Löwenzahn, der durch jede Ritze im Asphalt bricht. Die Orchidee ist Sinnbild für jene, die feiner gestimmt sind als der Durchschnitt, kränklich, schnell erschöpft und, so heißt es, auch tiefgründiger? Hochsensibilität nennt man das. Ein Wort, das in den letzten Jahren von den Rändern der Ratgeberregale in die Mitte des Gesprächs gewandert ist. Es tröstet viele. Es erklärt manches. Und es trägt, wie jedes schöne Bild, viele Versuchungen in sich. Wird hier womöglich eine überfällige Gesellschaftskritik als Diagnose getarnt?

Den Artikel zu dieser redaktionellen Einleitung finden Sie in der Naturarzt-Druckausgabe 9/2026