Es gibt nichts Gutes außer man tut es!
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Bewusstsein

Es gibt nichts Gutes außer man tut es!

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Marion Jettenberger

Ehrenamt macht glücklich, so der Glücksforscher Karlheinz Ruckriegel von der Technischen Hochschule Nürnberg, denn im Grunde möchte jeder mit seiner Zeit etwas Sinnvolles anfangen. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, welche zeigen, dass Menschen, die ehrenamtlich tätig sind, zufriedener und glücklicher sind.

Oft ist von der „Ellbogengesellschaft“ die Rede, aber nicht immer zu Recht. In Deutschland arbeiten 43,6 Prozent aller Einwohner ehrenamtlich. Das ergab der „Freiwilligen-Survey“, der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend alle fünf Jahre erhoben wird.

Menschen, die sich in ihrer Freizeit ohne Entlohnung engagieren, sind wichtig für eine funktionierende Gesellschaft und unser soziales Miteinander. Mit einem Ehrenamt hilft der Ehrenamtliche aber nicht nur anderen, sondern es tut ihm auch selbst gut, gemäß dem indischen Sprichwort: „Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück als Glück!“

Ähnlich empfindet es auch Frank, der sich seit vielen Jahren als Hospizbegleiter in einem ambulanten Hospizdienst engagiert. „Es ist diese unheimliche Dankbarkeit, die mich manchmal schon beschämt, die mich berührt und fasziniert zugleich. Die herzliche Begrüßung, der warme Blick und die Frage nach meinem Befinden, obgleich der Sterbende ja viel schlechter dran ist, als ich.“ Während er erzählt, leuchten Franks Augen und er fügt noch hinzu: „Diese Begleitungen bereichern mich und mein Leben, schenken mir inneren Frieden, ich möchte sogar sagen, sie beseelen mich!“

Die meisten der Befragten gaben beim Freiwilligen-Survey an, dass sie ihr Engagement ausüben, weil es ihnen Freude macht, sie dadurch mit anderen Menschen zusammenkommen und die Gesellschaft mitgestalten können. Dass Helfen glücklich und zufrieden macht, hat die Glücksforschung längst bewiesen. Auf unser (freiwilliges) Tun erhalten wir häufig eine direkte Rückmeldung: ein Lächeln, eine Geste, eine Berührung oder einen Dank.

Auch Martina beschreibt, wie viel es ihr bedeutet, wenn sich jemand, dem sie geholfen hat, dafür lächelnd bedankt: „Meine ehrenamtliche Tätigkeit mit den hochbetagten Senioren gibt mir so viel mehr als der bloße, monatliche Lohn für meine hauptberufliche Tätigkeit. Wenn mir die demenzkranke Dame im Alten- und Pflegeheim die Hand reicht und nach einem Spaziergang mit strahlenden Augen sagt, es sei so schön gewesen und ob ich nächste Woche wiederkomme, das ist es, genau deshalb mache ich es. Diese Freude und echte Dankbarkeit sind mein Lohn, von dem ich oft die ganze Woche zehre. Ich kehre dann ausgeglichen, zufrieden und freudig in meinen Alltag zurück.“

Die ehrenamtliche Tätigkeit gibt dem eigenen Leben Sinn und das Gefühl seine Zeit nicht zu „verschwenden“, dies wiederrum gibt Halt. Auch die Hospizbegleiterin Anna-Maria hat in der Hospizbewegung den „Sinn des Lebens“ gefunden, den sie überall gesucht hatte: „Diese Schwerkranken und Sterbenden mit ihrer begrenzten Lebenszeit zeigten mir, was wesentlich im Leben ist, nämlich die Liebe, die Lebensfreude und das Wissen, wofür man sich engagiert und stark macht. Seither bin ich viel achtsamer mit meiner Zeit und bringe mich in sinnstiftende Projekte ein.“

Auch das Zugehörigkeitsgefühl ist häufig ein Motiv, um sich zu engagieren. Dazugehören und gebraucht werden gehören zu den existenziellen Bedürfnissen eines jeden Menschen, genauso wie gemeinsam etwas zu erleben oder zu (er)schaffen. Gemeinschaft zu erfahren, neue Menschen kennenzulernen und vielleicht sogar Freundschaften fürs Leben zu schließen, ist für viele der Grund, sich Vereinen oder einer Arbeitsgruppe anzuschließen, aber auch ein ehrenamtliches Engagement zu suchen. Die „Grüne Dame“ Silvia erzählt, dass sie in dieser Gemeinschaft der Grünen Damen viele neue Freundinnen gefunden hat, die sich in schweren Zeiten auch untereinander zur Seite stehen: „Als ich selbst im Krankenhaus war, besuchten mich die Kolleginnen und fragten, ob ich etwas bräuchte – ganz in der Haltung, in der wir uns sonst um die Patienten in Krankenhäusern kümmern. Es ist einfach schön, dieser Gemeinschaft anzugehören!“

Wenn Sie jetzt das Gefühl haben, Ihnen fehlt noch ein kleines Stück zum Glück – versuchen Sie es mit einem ehrenamtlichen Engagement. Machen Sie andere ein wenig glücklicher, dann werden sie es auch sein. Ganz im Sinne von Mahatma Gandhi: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt!“ Die Freude und das Glücksgefühl werden Sie in Ihrem Alltag begleiten. Sie gestalten unsere Welt ein wenig mit, und das fühlt sich gut an.

Suchen Sie sich ein Ehrenamt, das zu Ihnen passt. Infos zu Einsatzmöglichkeiten, Kontakte und weitere wichtige Informationen finden Sie bei Ehrenamtsbörsen oder direkt bei entsprechenden Einrichtungen. Viele Organisationen in Deutschland sind auf ehrenamtliche Mitarbeit angewiesen und könnten ohne diese nicht existieren. Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Schnuppertag!