Norsan
Aus der ärztlichen Praxis

Bienengiftallergie: Darmmilieu und Narben waren beteiligt

Andreas Diemer, Arzt

Wegen eines seit Jahren bestehenden Heuschnupfens, der bisher nicht geheilt werden konnte, sondern immer nur mit Linderungsmitteln gedämpft wurde, kam die vierzigjährige Ilse A. in meine Sprechstunde. Seit einiger Zeit war zusätzlich eine Allergie auf Insektenstiche, besonders Bienen und Wespen, hinzugekommen. Vor einer Woche hatte die Patientin einen Stich am linken Sprunggelenk erlitten, dort hatte sich eine erhebliche Schwellung entwickelt. Ob es eine Biene oder eine Wespe war, konnte sie nicht eindeutig sagen. Manchmal lassen sich die Stiche dadurch unterscheiden, … weiterlesen

Wie wirkt das?

Calciumantagonisten

Dr. med. Volker Schmiedel

Naturheilkundlich orientierte Patienten stehen schulmedizinischen Arzneimitteln oft skeptisch gegenüber. Andere Kranke haben eher übersteigerte Erwartungen. Viele Vorurteile beruhen auf mangelnder Information. Um hier Klarheit zu schaffen, stellen wir in loser Folge die am häufigsten verordneten Arzneimittel vor. Diesmal:

Hirse: kleines Korn mit großer Wirkung

Hirse: kleines Korn mit großer Wirkung

Dipl. oec. troph. Karin Possin

Bis vor circa 100 Jahren spielte die Hirse auch in Mitteleuropa in der Ernährung eine große Rolle, geriet aber mit dem zunehmenden Anbau von Kartoffeln und Weizen in Vergessenheit. Zu Unrecht, denn sie schmeckt gut, läßt sich vielseitig verwenden und enthält sehr viele Mineralstoffe. Es wird also Zeit, sich an ihre Werte zu erinnern und sie ab und zu in den täglichen Speiseplan aufzunehmen.

Lärmüberempfindlichkeit

Hyperakusis: Wenn die Welt zu laut wird

Dr. med. Karl-Heinz Friese

Unter Hyperakusis versteht man eine übermäßige Lärmempfindlichkeit. Manche Menschen werden beinahe wahnsinnig, wenn irgendwo eine Tür knallt, ein Bohrer im Haus zu hören ist oder ein kleines Kind schreit. Besteht der Lärm länger, werden sie übermäßig nervös und bekommen zum Teil einen Tinnitus (Ohrgeräusch). In ihrer Verzweiflung stecken sich manche Menschen Watte ins Ohr, damit sie die Umweltgeräusche nicht mehr so deutlich wahrnehmen. Andere Lösungen sind nicht immer ganz einfach, aber machbar.

Was mir geholfen hat

Wasserkur heilte Bronchitis aus

Verschleimung, Husten und chronische Bronchitis quälten Kurt Menke jahrelang. Mit den gängigen Pflanzenpräparaten suchte er Linderung, etwa mit Spitzwegerich- und Huflattichsaft oder Lutschtabletten aus Isländisch Moos. Dann stieß er durch Zufall auf ein Buch des Arztes Dr. F. Batmanghelidj und startete eine Trinkwasser-Kur. Die verblüffende Nebenwirkung seines Experiments: sein Husten verschwand komplett.

Seit der hartnäckigen Erkältung vor drei Jahren litt ich fast ununterbrochen an Verschleimung und Husten. Meine damalige akute Entzündung der Bronchien wurde chronisch. Mehrmals in der Nacht weckten mich Hustenanfälle. Besonders morgens litt ich an Verschleimung und zähem Auswurf. Milch und Zucker mied ich, da sie mein Problem verstärkten. Eine große Palette schleimlösender Pflanzenmedizin lernte ich auf der Suche nach Ausheilung kennen

Stomatitis aphthosa

Mundfäule und Aphthen erfolgreich behandeln

Dr. med. Hartmut Dorstewitz

Mit Aphthen im Mund haben viele Menschen schon unangenehme Bekanntschaft gemacht: kleine Bläschen oder weißgelbliche Flecken mit einem entzündeten Saum. Sie können äußerst schmerzhaft sein. Gehäuft treten sie bei der „Mundfäule“ (Stomatitis aphthosa) auf, unter der vor allem Kinder zu leiden haben. Erwachsene kämpfen dagegen eher mit häufiger wiederkehrenden einzelnen Aphthen. Die Behandlung ist in beiden Fällen ähnlich, sie versucht, zunächst die Schmerzen zu lindern und dann ein Wiederauftreten zu verhindern.

Einführung in die chinesische Phytotherapie

Kräuter sind oft wichtiger als Nadeln

Dr. rer. nat. Christian Schmincke, Arzt

Beim Stichwort „Traditionelle chinesische Medizin“ (TCM) fällt den meisten Patienten sofort die Akupunktur ein – dann kommt lange nichts, vielleicht beim einen oder anderen noch eine Idee von fernöstlicher Ernährung. Ein ganz wichtiger Bestandteil der TCM aber wird im Westen viel zu wenig wahrgenommen: die Kräutertherapie. Gerade bei chronischen Krankheiten ist sie in vielen Fällen wesentlich effektiver als die isolierte Anwendung von Nadeln.

Cimicifuga und Agnus castus helfen in den Wechseljahren

Cimicifuga und Agnus castus helfen in den Wechseljahren

Andreas Diemer, Arzt

Frau Elena M. kam in meine Sprechstunde, weil sie seit einigen Monaten zunehmend unter Wechseljahresbeschwerden litt. Zunächst einmal galt es, herauszufinden, welche Beschwerden überhaupt vorlagen und ob die Symptome durch die Hormonumstellung ausgelöst wurden. Frau M. litt hauptsächlich unter Hitzewallungen, die wie aus heiterem Himmel kamen und mit Schweißausbrüchen, Herzklopfen und Schwindel einhergingen. Nach ein paar Minuten war dann alles wieder vorbei. Aber sie schilderte auch, daß sie in letzter Zeit launisch und reizbar gewesen sei, manchmal richtig depressiv, und … weiterlesen

Haarausfall bei Frauen

Damit die Haare wieder sprießen

Dr. med. Elke Tuschen-Bürger

eden Tag gehen uns von unseren circa 100.000 Haaren bis zu 100 aus. Das ist normal. Man spricht erst von Haarausfall (Alopezie), wenn diese Anzahl überschritten wird. Haarausfall bei Frauen kann allmählich beginnen und dann chronisch werden oder plötzlich über Nacht einsetzen. Es kann nur der Kopf betroffen sein oder auch alle übrigen Körperhaare. Was soll eine Frau nun unternehmen, wenn sie einen übermäßigen Haarausfall bei sich entdeckt?

Nieren- und Blasensteine

Steinreich? In diesem Fall nicht erwünscht

Priv.-Doz. Dr. med. Rainer Brenke

Wer schon einmal einen Harnstein hatte, wird die heftigen, krampfartigen Schmerzen einer Nierenkolik so schnell nicht vergessen. Harnsteine zählt man heute zu den Zivilisationskrankheiten. Man schätzt, daß etwa fünf bis sieben Prozent der Bevölkerung darunter leiden; Männer trifft es deutlich häufiger als Frauen. Vor allem die veränderten Ernährungsgewohnheiten werden als Ursache dafür angesehen, daß die Zahl der Erkrankten nach dem zweiten Weltkrieg deutlich zugenommen hat.

Endometriose – ein häufiges und schmerzhaftes Frauenleiden

Gebärmutterschleimhaut am falschen Ort

Dr. med. Stefan Weinschenk

Periodenschmerzen (Dysmenorrhoe) gehören zu den häufigsten Gründen für Frauen im gebärfähigen Alter, den Frauenarzt aufzusuchen. Zu den wichtigsten Ursachen zählt, neben vegetativen und hormonellen Faktoren, die Endometriose – das Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Deshalb sollten Frauen und die behandelnden Therapeuten bei chronischen Unterbauchbeschwerden, starken und zunehmenden Regelschmerzen und ungeklärter Unfruchtbarkeit immer auch an eine Endometriose denken.

Tip des Monats

Erst Kirschen genießen – dann Kissen herstellen

Katrin Gabriel/W. P.

Knallrot, prall und saftig hängen die Früchte im Doppelpack übermütig an manchem Ohr. Pflanzenfarbstoffe, Vitamin C, Folsäure, Eisen und Kalium machen die Früchte zu einem leckeren Heilmittel, das Nerven und Gehirnzellen nährt, aber auch bei Verstopfung, Gicht und Rheuma helfen kann. Tee aus den Fruchtstielen. Eine Handvoll Stiele kurz in einem halben Liter Wasser aufkochen und den Tee trinken. Das hilft bei Gicht und Rheuma. Kissen aus den Kernen Kirschkerne nicht weg-spucken, sondern sammeln, waschen und auf Papier einige Tage … weiterlesen

Was mir geholfen hat

Schlaganfall – mit Akupressur gegen die Restlähmung

Vorübergehende Sprachstörungen waren eine Warnung vor dem „großen“ Schlaganfall, der Ilse Anger (Name geändert) halbseitig lähmte. Sie verkannte die Gefahr, die jährlich 200.000 Bundesbürger trifft und 40.000 mit ihrem Leben bezahlen. Mit großem Glück wurde sie wieder völlig gesund. Nun beugt sie sorgfältig vor.

Naturheilärztlicher Rat

Thrombozythämie

Dr. med. Volker Schmiedel

Vor zwei Monaten bekam ich nach einer Knochenmarksdiagnostik den Befund „essentielle Thrombozythämie“ (Erhöhung der Blutplättchen) mitgeteilt. Meine Beschwerden begannen ein Jahr zuvor mit Dauerschmerzen in beiden großen Zehen, am Ballen, an der Fußunterseite (außen) sowie in beiden Waden. Außerdem litt ich etwa einmal im Monat an krampfartigen Schmerzen im Rücken, die von den Nieren ausstrahlten. Dabei bin ich erst 48 Jahre alt und sehr schlank, ernähre mich ausgewogen und betätige mich seit meiner Kindheit sportlich. Eine Untersuchung ergab überraschend auffällige … weiterlesen

Homöosiniatrie

Homöopathie und Akupunktur – wie paßt das zusammen?

Dr. med. Werner Frase

Homöosiniatrie ist ein zusammengesetzter Begriff, er besteht aus den Bestandteilen „Homöo“ von Homöopathie, „Sin“ von Sinologie (Chinakunde) und „Iatros“ von dem griechischen Begriff für Arzt. Homöosiniatrie bedeutet also die Zusammenführung der Homöopathie und der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM): Homöopathische Medikamente werden in Akupunkturpunkte gespritzt. Diese Kombination ist nicht willkürlich oder erst in den letzten Jahren entstanden – etwa weil die beiden ursprünglichen Verfahren so beliebt sind –, sondern sie entwickelte sich über mehrere Etappen. Die interessante Geschichte der Homöosiniatrie fördert … weiterlesen

Streß und Entspannung

In der Ruhe liegt die Kraft

Professor Dr. med. Karin Kraft

Zeitdruck, Streben nach Erfolg, Konkurrenz und ein überquellender Terminkalender prägen immer stärker das tägliche Leben. Die Folgen: Psychische Belastungen und Streß beeinträchtigen zum Beispiel die Funktionen von Magen und Darm mit Druck, Schmerzen, Krämpfen, Verstopfung oder Durchfall. Andere klagen über Infektanfälligkeit, Spannungskopfschmerzen oder erleiden sogar einen Hörsturz.

Bewusstsein

Leben im Hier und Jetzt

Regina Kretschmer

HEUTE ist das MORGEN, worüber wir uns GESTERN Sorgen gemacht haben. (AL-ANON) Haben Sie heute schon gelebt? Vielleicht halten Sie einen Moment inne und überlegen, was Sie bisher alles getan haben. Haben Sie diese Dinge automatisch verrichtet oder waren Sie mit vollem Bewußtsein dabei und haben wirklich aktiv am Leben teilgenommen? Die meisten Dinge tun wir unbewußt, aus Routine, und unsere Gedanken schweifen irgendwo herum. „Wir sind nicht bei der Sache“, wie man so schön sagt. Das ist schade, denn … weiterlesen

Chronische Krankheiten über den Darm behandeln

Darmreinigung – genauso wichtig wie Zähneputzen

Naturarzt-Interview mit Dr. med. Michael Zimmermann

Zu fette, ballaststoffarme Ernährung, Antibiotika, Streß und Umweltgifte sorgen dafür, daß Gärungs- und Fäulnisprozesse im Darm zunehmen und die Darmwand mit krankmachenden Keimen besiedelt werden kann. Wie stark die Darmgesundheit das Immun- und Stoffwechselgeschehen sowie das gesamte Wohlbefinden beeinflußt, zeigen die enormen Besserungen durch Darmsanierung wie die Mayr-Therapie. Der Naturarzt befragte Dr. med. Michael Zimmermann, der als Mayr-Arzt seit 1983 eine Klinik für chronische, therapieresistente Krankheiten leitet, über den Stand der Darmdiagnostik und -therapie.

So legt man einen Kräutergarten an

Frische Kräuter aus dem eigenen Garten

Dipl.-Ing. agr. Brunhilde Bross-Burkhardt

Bereits Karl der Große befahl 812 n. Chr. in einer Verordnung die Anlage von Kräutergärten zum Wohle der Kranken und der Köche. Damit verbreiteten sich die Kräuter in ganz Mitteleuropa. Und sicher hat fast jeder schon einmal einen klösterlichen Kräuter- oder Apothekergarten bewundert. Es ist aber nicht schwierig, sich im eigenen Garten eine individuelle Kräuterauswahl selbst anzupflanzen, wenn man einige Regeln beachtet. Schon wenige Arten reichen aus, um den Speiseplan und die Hausapotheke zu bereichern.

Regelkreise des Hormonsystems

Wie Hormone unser Verhalten steuern

Marianne Krug, Ärztin

Hormone steuern die Aktivität und das reibungslose Funktionieren der Zellen im Körper. Sie werden als „Nachrichtenträger“ über das Blut transportiert, können bis tief ins Zellinnere vordringen und Gene im Zellkern aktivieren. So werden Produktionsketten von Zellbestandteilen und Eiweißen in Gang gesetzt, Stoffe auf- und abgebaut und lebensnotwendige Energie bereitgestellt. Hormone treiben uns um, regeln Blutdruck, Herzschlag, Blutzucker und sind für unzählige Verhaltensmuster und Stoffwechselprozesse verantwortlich.

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