Tomate

Bunte Vielfalt lässt keine Wünsche offen

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Dipl.-Biol. Susanne Kudicke

Als Kolumbus die Tomate (Solanum lyco-persicum) aus Südamerika mitbrachte, waren die Europäer zunächst skeptisch und pflanzten sie im Ziergarten an. Die damals noch gelben Früchte wurden nämlich als giftig angesehen und standen im Verdacht „Liebeswahnsinn“ auszulösen. Heute zählen sie weltweit zu den bedeutendsten Gemüsearten. In Deutschland eroberte sich die Tomate im ersten Weltkrieg als Volksnahrungsmittel einen bedeutenden Platz in der Küche.

Eigentlich ist die Tomate mehrjährig. Da sie aber Frost nicht verträgt, wird sie bei uns einjährig kultiviert. Sie gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und ist daher mit Gemüsepflanzen wie Kartoffel, Paprika und Aubergine, aber auch giftigen Pflanzen wie Engelstrompete, Tollkirsche und Tabak verwandt. Wir kennen unzählige Tomatensorten, die sich in Geschmack, Aussehen und Konsistenz sehr stark unterscheiden. Wikipedia listet 23.000 Sorten auf, weltweit sollen es aber über 300.000 sein. Bei den für die Massenproduktion gezüchteten Sorten steht der Geschmack allerdings nicht im Vordergrund, sondern hoher Ertrag, Transport- und Lagerfähigkeit. Der Anbau alter, sehr aromatischer Sorten ist eine Domäne des Ökolandbaus oder privater Liebhaber. Die Rückbesinnung auf die Ur-Tomate begann um die Jahrtausendwende in Amerika. Dort heißen die alten Sorten „Heirloom“-Tomaten (Erbstück-Tomaten). Sie müssen samenfest sein und eine über 50 Jahre währende Geschichte haben.

Einheimische Freilandtomaten haben je nach Sorte von Juli bis Oktober Saison. Dann haben sie das beste Aroma. Den Rest des Jahres (und auch um den großen Bedarf zu decken) kommen die Früchte aus 20 verschiedenen Ländern zu uns in den Handel. Damit sie den Transport besser überstehen, werden sie vor der Vollreife geerntet, worunter das Aroma erheblich leidet. Außerhalb der Saison sind Dosentomaten eine gute Alternative …

Den Artikel zu dieser redaktionellen Einleitung finden Sie in der Naturarzt-Druckausgabe 8/2018