Es ist nicht alles Gold, was glänzt …

Es ist nicht alles Gold, was glänzt …

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Liebe Leserin, lieber Leser,

vor kurzem machte ein bekannter Fußballstar auf sich aufmerksam, weil er in einem Luxusrestaurant in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAR) ein mit Blattgold belegtes Steak verzehrte. Kostenpunkt: etwa 1.000 US-Dollar (etwa € 875,00). Der Sportstar hatte das Tranchieren des „Goldklumpens“ gefilmt und das Ereignis durch soziale Netzwerke mit aller Welt geteilt.

Daraufhin startete zumindest ein Teil seiner „follower“ einen „shit-storm“, den der besagte Fußballer mit obszönen Beschimpfungen beantwortete. Er erhielt daraufhin von seinem Verein eine Rüge und eine saftige Geldstrafe.

Dieser Tage zeigte eine Fernsehdokumentation, dass es in Deutschland durchaus Vergleichbares gibt: In einem Sylter Restaurant kann man, so der Beitrag, die teuerste Pizza der Welt bestellen. Mit einem Preis von € 999,90 also noch etwas teurer als das orientalische Blattgoldsteak. Grund für diese stolze Summe seien die exquisiten Zutaten: Hummer aus Peru, ein besonders geräucherter Lachs aus der Schweiz und beträchtliche Mengen Beluga-Kaviar aus Italien. Das Fernsehteam begleitete einen erfolgreichen „Jungunternehmer“ beim Restaurantbesuch, der sich die „Luxuspizza“ einverleibte und diese mit Champagner hinunterspülte. Schließlich belief sich die Gesamtrechnung auf € 1300,00 und wurde ratz-fatz per Kreditkarte beglichen. Der Inhaber des Lokals prahlte damit, dass er momentan den „teuersten Burger der Welt“ kreiere: mit Fleisch vom japanischen Kobe-Rind, Gänsestopfleber und – natürlich – Blattgoldüberzug.

Ich sage an dieser Stelle: Nachhaltigkeit geht anders … Und mir ist im Übrigen ein fränkisches Dorfgasthaus deutlich lieber. Was mich dennoch interessiert: Was passiert eigentlich mit dem Blattgold? Wird das tatsächlich mitgefuttert? Und wenn ja: Hat das Einfluss auf die Darmflora? Wirkt es toxisch oder hat gar heilende Effekte? Oder kratzen diejenigen, die auf großem Fuß leben, das Blattgold von Steak, Burger & Co. ab, packen es ins Doggie Bag, um schließlich bei der DEGUSSA ein Golddepot anzulegen? Und wenn dann ausreichend Blattgold gesammelt wurde, vergräbt Krösos den Kilo-Barren im heimischen Garten? Fragen über Fragen …

Doch wenden wir uns – Spaß beiseite – lieber dem lukullischen Gegenteil zu: dem Fasten. In den letzten Jahren haben immer neue Studien bestätigt, dass Fasten antientzündlich und schmerzlindernd wirkt, Risikofaktoren reduziert und psychovegetativ ausgleicht. Der Knaller aber ist, dass es ganz offenbar auch die Langlebigkeit unterstützt. Autophagie, eine Art Selbstreinigungsprozess des Organismus, soll dabei die zentrale Rolle spielen. Bemerkenswert ist, dass dieser Effekt nicht erst bei mehrwöchigem Fasten eintritt, sondern bereits nach 13 bis 16 Stunden. Der Begriff „Intervallfasten“ hat sich binnen kürzester Zeit auch in der Bevölkerung verbreitet. Damit wird eine leicht durchführbare Fastenform für (fast) jedermann möglich. Hätte ich in den 1990er Jahren eine Prognose stellen sollen, welches Naturheilverfahren eine Generation später durch intensive Forschungsergebnisse das Zeug hat, zunehmend auch in der Schulmedizin anerkannt zu werden, ich hätte nicht geglaubt, dass es das Fasten ist. Ein mächtiges arzneifreies Heilverfahren, das exzellent in unsere Zeit passt und das Gros der Zivilisationskrankheiten günstig beeinflussen kann. Und das ganz ohne Blattgold.

Glänzende Grüße,

Dr. med. Rainer Matejka