Wertvolles Inkakorn wächst auch in Europa
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Quinoa

Wertvolles Inkakorn wächst auch in Europa

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Dipl.-Biol. Susanne Kudicke

Quinoa (Chenopodium quinoa) ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Die auch „Reismelde“ genannte Pflanze aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse gedeiht bis in Höhen von 4200 m und ist in den Anden seit etwa 5000 Jahren als Kulturpflanze bekannt. Mais oder Gerste kann so hoch oben nicht mehr angebaut werden, sodass sich Quinoa in diesen Regionen als wichtiges Grundnahrungsmittel der Bergvölker erhalten hat. Es existieren unzählige Sorten, die in unterschiedlichen Lebensräumen gedeihen. Manche eignen sich besonders für die Herstellung von Mehl, andere enthalten viel Eiweiß, wiederum andere mehr Fett. Die spanischen Eroberer sollen den Inkas den Anbau des nährstoffreichen Korns verboten haben, weil sie dessen große Bedeutung für die Bevölkerung erkannt hatten. Der Quinoa-Anbau ging zurück, und nur noch die indigenen Bergbauern nutzten es als Grundnahrungsmittel. Seit circa 20 Jahren hat die Anbaufläche wegen der steigenden Nachfrage gesundheitsbewusster Verbraucher im Ausland wieder enorm zugenommen. Der Boom des „Superfoods“ hat allerdings auch seine Schattenseiten für die Anbauländer. Bevorzugen Sie daher Quinoa aus fairem Handel und Bio-Anbau: Das garantiert den Bauern faire Preise und unterstützt eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft. Inzwischen ist auch Quinoa aus Deutschland erhältlich, wo es von circa 60 Landwirten auf rund 100 Hektar kultiviert wird. Ganz Ambitionierte können es auch im eigenen Garten anbauen.

Das Aussehen der Pflanze und ihrer Samen hängt sehr stark von der Sorte und der Anbauregion ab. Die rispenartigen Blütenstände blühen in den unterschiedlichsten Farben und erreichen eine Größe von bis zu 1,5 Metern. In diesen reifen die senfkorngroßen Samen heran, die alle Schattierungen zwischen fast weiß bis dunkelbraun annehmen können. Die Körner schmecken nussig und werden wie Getreide verwendet. Daher bezeichnet man Quinoa als glutenfreies Pseudogetreide. Besonders für Menschen mit Zöliakie (Gluten-Unverträglichkeit) dient es als vollwertiger Getreideersatz. Auch glutenfreies Bier kann man aus Quinoa herstellen und die mineralstoffreichen Blätter als Gemüse oder Salat verzehren.

Den Artikel zu dieser redaktionellen Einleitung finden Sie in der Naturarzt-Druckausgabe 11/2018