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Von Computerspielen bis Shopping – verkannte Süchte

Wenn Leidenschaft zur Sucht wird

Dipl.-Psych. Anna-Konstantina Richter

Fällt das Wort „Sucht“, denken wir meist an Alkohol-, Tabletten- oder Drogenabhängigkeit. Im Laufe der Zeit hat sich der Suchtbegriff jedoch auf weitere Verhaltensbereiche ausgeweitet. Immer mehr Menschen scheinen die unterschiedlichsten Tätigkeiten exzessiv zu betreiben. So wird zum Beispiel immer häufiger von Spielsucht, Kaufsucht, Sexsucht, Arbeitssucht oder Computersucht berichtet. Bei diesen Süchten spricht man von Verhaltenssüchten.

Moderne Taping-Verfahren

Schmerztherapie mit bunten Klebestreifen

Dr. med. Elmar T. Peuker

Sie sehen auf den ersten Blick ein wenig aus wie eine Kriegsbemalung und sind meist an Armen und Beinen von Fußballern oder Radprofis zu bewundern: bunte Pflasterstreifen, sogenannte „Tapes“. Taping ist keine Mode, sondern ein ernstzunehmendes Verfahren der Komplementärmedizin. Es hilft bei Schmerzen am Bewegungsapparat und bringt beispielsweise auch Linderung bei Lymphstauungen. Mit dem Tape-Verband, den der Orthopäde nach dem Umknicken um den Knöchel legt, hat es allerdings nichts zu tun.

Eigenblut stärkt das Immunsystem

Dr. med. Hartmut Dorstewitz

Bereits im Altertum wurden Kranke in den verschiedensten Kulturen mit Eigenblut behandelt, denn dem Blut wurde schon immer eine besondere Bedeutung zugemessen. Heute gehört das Spritzen von Eigenblut zu den Umstimmungstherapien der klassischen Naturheilverfahren zum Beispiel bei Abwehrschwäche, Allergien, chronischen Entzündungen, Rheuma, Stoffwechsel- und Durchblutungsstörungen.

Schulter-Arm-Syndrom

Mit richtiger Diagnose dem Schmerz auf der Spur

Hans-Heinrich Jörgensen, Heilpraktiker

Verschleiß der Halswirbel, Angina pectoris oder Rotatorenmanschettenriss – so unterschiedlich lauten die Diagnosen, wenn man mit Schmerzen im Schulter-Arm-Bereich zum Arzt geht. Denn die Beschwerden können auf Störungen an der Halswirbelsäule, in der Schulter oder im Arm beruhen. Das Röntgenbild führt oft auf die falsche Fährte. Sorgfältige Untersuchung und detektivisches Gespür des Behandlers sind deshalb gefragt.

Oft übersehen: Zahnersatz als Ursache für Allergien

Dr. med. dent. Wolfgang H. Koch

Wer die mittleren Lebensjahre ohne Anzeichen einer Allergie überschritten hat, meint zumeist, dass es ihn nicht mehr „treffen“ kann. Das erweist sich als Trugschluss, denn die Zahl der „Späteinsteiger“ in die Allergie nimmt zu. Das sind Menschen, die nie Beschwerden hatten und plötzlich ohne erkennbaren Grund allergisch reagieren. Die Spurensuche endet oft auf dem Zahnarztstuhl: Zahnersatz in Form von Füllungen, Kronen und Implantaten kann Allergien auslösen. Doch es gibt Möglichkeiten, für den Patienten verträgliche Materialien zu finden.

Lassen Sie sich nicht verrückt machen

Allergietests – was bringen sie wirklich?

Dr. med. Rainer Matejka

So mancher Patient, bei dem eine Allergie vermutet wird, sieht sich nach diversen Testdurchgängen mit dem Problem konfrontiert, dass er fast nichts mehr essen darf. Und was der eine als Nickelallergie diagnostiziert, kann bei dem nächsten zu einer Hausstaubmilbenallergie mutieren. Allergiediagnostik erfordert sorgfältige Anamnese, genaues Beobachten und gehörige Skepsis gegenüber dem Testergebnis. Sonst geschieht es leicht, dass der Patient im Diagnosedschungel verloren geht.

Naturheilkunde in Akutkliniken

„Im Prinzip reicht die Einweisung des Hausarztes“

Naturarzt-Interview mit Privatdozent Dr. med. Rainer Brenke

In vielen Rehakliniken wird Naturheilkunde betrieben, dagegen ist dies in den „normalen“ Krankenhäusern – den Akutkliniken – die Ausnahme. Es gibt nur wenige dieser Einrichtungen, die sich die Naturheilkunde ausdrücklich auf die Fahnen schreiben. Dr. med. Rainer Brenke, Chefarzt der Abteilung für Naturheilverfahren an der Hufeland-Klinik Bad Ems, ist Sprecher der „Arbeitsgemeinschaft für Naturheilverfahren im Akut- krankenhaus“, die es seit 2001 gibt. Mit ihm sprach Naturarzt- Chefredakteur Dr. med. Rainer Matejka.

Heuschnupfen anthroposophisch behandeln

Sich besser abgrenzen mit Quitte und Zitrone

Werner Schmötzer, Heilpraktiker

Wenn die Nase läuft, die Augen schwimmen, alle Schleimhäute aufquellen und Pollen „schuld“ daran sind, nennt man es Heuschnupfen. Die Grenzziehung zwischen innen und außen ist nicht mehr in der Weise gewahrt wie beim gesunden Organismus. Die anthroposophische Medizin behandelt dies mit ganz eigenen Arzneien, die sonst in der Naturheilkunde keine Rolle spielen. Allerdings ist es mit den Medikamenten allein oft nicht getan.

Was mir geholfen hat

Nächtliche Unruhe nach Schlaganfall mit TCM geheilt

Nach der Hirnblutung war nichts mehr so wie vorher. Trotz Daueranschlüssen für künstliche Ernährung und Harnableitung wollte Inge Simon (Name geändert) ihren Mann bei sich zu Hause haben. Hier war er plötzlich jede Nacht sehr unruhig. Neurologische Medikamente halfen nicht, jedoch zwei Akupunktursitzungen.

So werden Sie Furunkel und Karbunkel los

Dr. med. Franz-Anselm Graf von Ingelheim

Für die Betroffenen ist der Leidensdruck hoch, wenn sich z. B. nach der Rasur eine dicke, zunächst rote, später eitrige Pustel auf der Wange zeigt. Oder wenn das Sitzen zur Qual wird, weil eine Eiterbeule das Gesäß erwischt hat. Furunkel – so die medizinische Bezeichnung – sind nicht nur schmerzhaft, bei falscher Behandlung können die eitrigen Geschwüre sogar eine Blutvergiftung auslösen. Treten sie wiederkehrend auf, kann dies Zeichen einer ernst zu nehmenden Störung des Organismus sein.

Dr. med. Rainer Matejka

Naturheilärztlicher Rat – Entzündung durch Vitamin E?

Seit etwa vier Jahren nehme ich für meine Gelenke regelmäßig Vitamin E ein. Es hat mir auch geholfen, nur bekam ich in regelmäßigen Abständen Venenentzündungen. Teilweise sind sie so schmerzhaft, dass ich nicht mehr gehen kann. Kein Arzt fand die Ursache heraus. Kürzlich las ich, dass man von Vitamin E Venenentzündungen bekommen kann. Wie soll ich mich künftig verhalten? Ich muss gestehen, auch ich habe noch nicht gehört, dass Vitamin E Venenentzündungen auslösen soll. Bei Ihnen könnten auch andere Ursachen mitspielen. Anlass für eine Venenentzündung gibt meist eine ungünstige Zusammensetzung des Blutes, indem es zu dick oder auch übersäuert ist. Um dies abzuklären, sollten Sie Ihr Blut auf den Hämatokrit- und Fibrinogen-Wert hin untersuchen lassen. Es erscheint auch sinnvoll, z. B. über die Laborwerte CRP (C-reaktives Protein) und ASL (Antistreptolysin-Titer), abzuklären, ob chronische Entzündungen in Ihrem Körper bestehen. Bei einer Abweichung dieser Werte von der Norm sollte Ihr Arzt entsprechende therapeutische Gegenmaßnahmen einleiten. Ich könnte mir vorstellen, dass sich bei Ihnen "entsäuernde" Maßnahmen günstig auf die Venenentzündung auswirken: basische, vegetarisch betonte Kost und dazu Basenpulver wie Neukönigsförder Mineraltabletten®, Basentabs®Pascoe, MeineBase® oder Basosyx®. Außerdem empfehle ich, die Vitamin-E-Dosis auf täglich 200 IE zu reduzieren. In verschiedenen Studien wurde herausgefunden, dass bei entzündlichen Erkrankungen bereits 200 IE einen guten Heileffekt haben, vorausgesetzt, man nimmt gleichzeitig täglich 200 mg Vitamin C dazu ein. Bei ausschließlicher Verwendung von Vitamin E scheint dieses selbst zum aggressiven freien Radikal zu werden. Dies wäre auch eine mögliche Erklärung, falls Vitamin E tatsächlich Venenentzündungen begünstigen sollte. Um das Vitamin E davor zu schützen, gibt man Vitamin C dazu. Heute gilt als Standard: Vitamin E und C immer zusammen nehmen. Der "Naturheilärztliche Rat" ersetzt nicht den Besuch bei einem naturheilkundlich tätigen Arzt.

Gürtelrose ohne Folgen abgeheilt

Dr. med. Reza Schirmohammadi

im Bereich der Brust- oder Lendenwirbelsäule auf, einseitig oder selten beidseitig. Schulmedizinisch wird sofort mit antiviralen Medikamenten, Schmerz- und Beruhigungsmitteln behandelt. Oft gelingt es so, die Erkrankung zu verkürzen und zu beherrschen, so dass der Patient schon bald beschwerdefrei ist. Die Schmerzen können aber auch unerträglich werden und allen starken Schmerzmitteln trotzen.

Amaranth

Das vergessene Korn der Mayas

Dipl.-Biol. Susanne Kudicke

Die Amaranth-Pflanze (Amaranthus spec.) stammt ursprünglich aus Mexiko und gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Die Gattung umfasst etwa 60–70 Arten, die auf allen Kontinenten wachsen. Da Amaranth nicht wie andere Brot-Getreidearten zu den Gräsern gehört, wird die Pflanze daher als Pseudo-Getreide oder Körnerfrucht bezeichnet. In vielen Regionen nutzt man Amaranth auch als Blattgemüse. In Deutschland war er vor allem als Zierpflanze (Gartenfuchsschwanz) und Ackerunkraut bekannt.

Wegweiser zur gesunden Ernährung

Lebensmittelpyramiden verstehen und nutzen

Dipl. oec. troph. Stephanie Fromme

Vielleicht haben Sie sie schon einmal gesehen: Bunte Bildchen von Lebensmitteln, angeordnet in Pyramidenform. Dem Verbraucher sollen solche Darstellungen die Auswahl ernährungsphysiologisch wertvoller Lebensmittel erleichtern. Verwirrend ist nur, dass man verschiedene Pyramiden mit unterschiedlichen Inhalten findet: z. B. stehen Brot und Nudeln mal unten, mal mehr in der Spitze. Ratlosigkeit und Verunsicherung sind vorprogrammiert.

Auf die Qualität kommt es an

Energie pur aus Trockenobst

Dr. rer. nat. Bettina Pabel

Wer sich die sprichwörtlichen Rosinen aus dem Kuchen pickt, sucht sich damit das besonders Gute heraus. Ebenso wie andere Trockenfrüchte stecken die kleinen Kraftpakete voller Nährstoffe. Dörrobst ergänzt eine vollwertige Ernährung und bietet sich besonders im Winter als leckere Alternative zu Importobst an. Das Angebot an Trockenfrüchten ist groß und vielfältig geworden – neben Apfelringen und Backpflaumen bereichern Exoten wie Mango und Ananas das Sortiment.

Signaturenlehre nach Paracelsus

Was verrät uns die Pflanzengestalt?

Margret Rupprecht, Heilpraktikerin

Um die Heilwirkung einer Pflanze zu erkennen, wurde in Zeiten, als es noch keine Laboranalysen und Doppelblindstudien gab, vom Äußeren auf das Innere geschlossen: von Merkmalen wie Gestalt, Farbe, Geruch, Standort über das Wesen auf die Wirkung. Dieser alte Weg der Heilpflanzenerkenntnis wird Signaturenlehre genannt. Darauf beruhte nicht nur das Heilwissen der Kelten und Germanen, sie spielt auch in der jahrtausendealten Medizin der Chinesen, Inder und Tibeter eine Rolle und fand Eingang in die anthroposophische Medizin.

Natürliches Anti-Aging

Älter werden ohne sich alt zu fühlen

Christian W. Engelbert, Arzt

Dass im Alter die Gelenke schmerzen, die Gliedmaßen steifer werden und die „Pumpe“ schwächelt, halten viele für unabwendbares Schicksal. Das Altern wird als Belastung empfunden – für den Betroffenen selbst, aber auch für die Allgemeinheit. Keiner möchte daher alt sein, aber trotzdem ist ein langes Leben für viele erstrebenswert. Grund genug, Strategien zu entwickeln, um die Jahre im höheren Alter bei guter Gesundheit genießen zu können.

Elastizität – nicht nur für Gelenke wichtig

Mit Osteopathie wieder Beweglichkeit herstellen

Christoph Wagner, Heilpraktiker

Osteopathen arbeiten mit den Händen: durch – meist sanften – Druck und Zug, Drehen und Dehnen versuchen sie, Beweglichkeit wiederherzustellen. Es geht dabei aber nicht nur um die Beweglichkeit von Armen, Beinen oder Rücken, sondern auch von inneren Gewebestrukturen. Deshalb ist die Osteopathie nicht nur, wie häufig angenommen, eine „sanfte Chirotherapie“ für orthopädische Probleme, sondern ein ganzheitliches medizinisches System, das z. B. ebenso gut auf Probleme wie Asthma, Nebenhöhlen- entzündungen, Verdauungsstörungen oder Menstruationsbeschwerden angewandt werden kann.

Fair handeln und genießen

Gerechte Preise kommen Mensch und Natur zugute

Dr. rer. nat. Bettina Pabel

Viele Lebensmittel, die in Deutschland zu den alltäglichen Genussmitteln zählen, stammen aus Entwicklungs- oder Schwellenländern. Doch wer macht sich bewusst, dass von dem dafür geflossenen Geld kaum etwas bei den Produzenten ankommt? Diese hängen von Großgrundbesitzern, Zwischenhändlern und schwankenden Weltmarktpreisen ab. Die Arbeit bleibt jedoch immer gleich, und sie ist hart. Wer nicht nur ans Genießen denkt, greift daher zu fair gehandelten Produkten, seien es exzellenter Tee, feinste Schokolade oder aromatischer Kaffee.

Antidepressivum ohne Nebenwirkungen

Die heilende Kraft des Singens

Wolfgang Bossinger, Diplom-Musiktherapeut

Machen sich Ihre Mitmenschen über Sie lustig, weil Sie gerne unter der Dusche oder in der Badewanne singen? Lassen Sie sich nicht beirren und singen Sie weiter, möglichst auch noch im Auto, zu Hause oder im Chor. Oder hat man Ihnen vermittelt, dass sie unmusikalisch sind und nicht singen können? Unsinn! Jeder Mensch ist musikalisch. Entdecken Sie die Freude am Singen. Es lohnt sich auch gesundheitlich: Gesang stärkt das Immun- und das Herz-Kreislauf-System.

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