Gewöhnliches Tellerkraut

Frischkost mitten in der kalten Jahreszeit

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Dipl.-Biol. Susanne Kudicke

Das Gewöhnliche Tellerkraut (Claytonia perfoliata) wird auch Postelein, Winterportulak oder Kuba-Spinat genannt. Die ursprüngliche Heimat dieses einjährigen Krautes liegt im Westen von Nordamerika, wo es von Indianern und Bergleuten als Salat- und Gemüsepflanze genutzt wurde. Es ist winterhart, wird in Mitteleuropa angebaut und als Wintergemüse verwendet.

Das Tellerkraut wird gerne mit dem Portulak bzw. Sommerportulak verwechselt. Es handelt sich aber um eine völlig andere Pflanze. Die Verwechslung entsteht durch die weiteren deutschen Bezeichnungen: Sie wird häufig als Winterportulak oder Postelein bezeichnet, der echte Portulak auch als Gemüse-Portulak oder sogar Sommer-Postelein. Der Name Tellerkraut ist hingegen recht eindeutig.

Die Pflanze mit ihren fleischigen Blättern bildet eine grundständige Blattrosette und wird bis zu 20 cm hoch. Die unteren Blätter sitzen an langen Stielen und sind rhombisch-eiförmig. Spätere Blätter wachsen unterhalb des Blütenstandes paarweise zusammen, sodass es so aussieht, als würde ein rundes Blatt von einem Blütenstängel durchstoßen werden. Die kleinen, weißen Blüten erscheinen von April bis Juni.

Die Samen keimen erst bei Temperaturen unter 12 Grad Celsius und werden daher von September bis März ausgesät. Der Salat wird in einem frühen Wachstumsstadium geerntet. Bis Saisonende im April sind mehrere Ernten möglich, wenn die Blätter nicht zu tief abgeschnitten werden. Man bekommt das Kraut manchmal auf Wochenmärkten oder in gut sortierten Bio-Läden, oder man zieht die anspruchslose Pflanze im Garten, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank selbst und kann dann im Winter frischen Salat ernten. Bei Frost stellt die Pflanze das Wachstum ein, ab fünf bis acht Grad Celsius entwickelt sie sich weiter. Ernten Sie möglichst bevor sich Samen bilden. Das Tellerkraut verbreitet sich sonst unkontrolliert. Am besten ist es natürlich, die Blätter frisch zu verzehren. Man kann sie gegebenenfalls ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren, wenn man sie in eine Schüssel gibt und mit einem feuchten Tuch abdeckt …

Den Artikel zu dieser redaktionellen Einleitung finden Sie in der Naturarzt-Druckausgabe 2/2018