Was mir geholfen hat

Mit Osteopathie verschwanden die Migräne-Anfälle

Jeden Tag liegen etwa 300.000 Menschen mit ­Migräne im Bett, stellt die Schmerzklinik Kiel fest. Eva Voss ­(Name geändert) gehörte fast fünfzig Jahre dazu. Sie ging nie zum Arzt. Als auch ihr Sohn darunter litt, suchte sie medizinische Hilfe und fand diese – besonders für sich selber.

Naturheilkundlicher Rat

Ernährung nach Gallenoperation

Dr. med. Rainer Matejka

„Welche Nahrung und Vitamingaben empfehlen Sie einem 50-jährigen Mann, dem vor vier Wochen wegen Gallensteinen die Gallenblase entfernt wurde?“

Die Galle spielt für die Fettverdauung eine wichtige Rolle. Mit Entfernung der Gallenblase wird lediglich das Reservoir der Gallenflüssigkeit entfernt. Galle wird weiterhin gebildet. Die Nahrung sollte sich nach Ihrer individuellen Bekömmlichkeit richten. Bei „schlechten“ Fetten (insbesondere Trans­fetten) ist natürlich Zurückhaltung angezeigt. Gallepatienten haben häufig Probleme mit Hülsenfrüchten, Kohl und Wirsing. Auch Obst mit Schale wird meist nicht gut vertragen.


Was mir geholfen hat

Fasten beruhigte den Ischias-Nerv

Während eines Trainingslaufes meldete sich bei Karin Pfeiffer der Ischias-Nerv mit Schmerzen. Die Hobby­sportlerin fand die Ursache selbst heraus: ein sogenanntes Musculus-piriformis-Syndrom. Gezielte Dehnübungen, Magnesiumgaben und eine Heilfastenkur mit täglichen Wanderungen lockerten den Muskel und beruhigten den Nerv.

Aus der ärztlichen Praxis

Fersensporn: Therapie mit ­Homöopathie und Akupunktur

Dr. med. Domenica Engelhardt

Stefanie K. hatte sich den Ostermorgen so schön vorgestellt: Sie war gerade dabei aufzustehen, während ihre Familie noch schlief. Da durchfuhr sie ein stechender Schmerz. Der erste Fuß, den sie vors Bett setzte, tat so höllisch weh, dass sie nicht einmal auftreten konnte.


Was mir geholfen hat

Salmonellen mit Komplikationen – Papaya heilte

Eine gesellige Einkehr an einem heißen Sommertag endete für Marion Schmid mit einer Salmonellen­infektion. Komplikationen wie eine entzündete Leber, Hautentzündungen sowie ein Pilzbefall verhinderten monatelang die Gesundung – bis zuckerfreie basische Kost und Papayas Heilung brachten.

Naturheilkundlicher Rat

Herzinfarkt-Nachsorge

Dr. med. Sebastian Boekels

„Vor zehn Monaten erlitt mein Lebensgefährte mit 68 Jahren einen Herzinfarkt. Da er sofort Hilfe bekam, überlebte er. Bereits nach einer Woche Krankenhaus wurde er in die Reha entlassen. Die beiden ersten implantierten Stents zum Offenhalten der verengten Gefäße waren nach ein paar Monaten bereits wieder zu und mussten erneuert werden. Seit dem Infarkt nimmt er Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung sowie einen Betablocker und einen ACE-Hemmer zur Entlastung von Herz- und Kreislauf sowie einen Fettsenker.

Mein Partner hat weder Übergewicht noch leben wir ungesund. Wir waren vor dem Infarkt sportlich aktiv mit anspruchsvollen Wanderungen und Radtouren. Es heißt, er sei erblich vorbelastet. Was können wir aus naturheilkundlicher Sicht tun, um seinen Gesundheitszustand stabil zu halten oder zu verbessern? Was halten Sie von dem tibetischen Kräuterpräparat Padma 28?“

Die typischen Risikofaktoren für einen Herzinfarkt liegen bei Ihrem Partner offensichtlich nicht vor. Er hat weder Übergewicht noch erhöhte Blutfettwerte. Das Cholesterin scheint mit dem Fettsenker gut behandelt zu sein. Nicht ersichtlich sind aus dem Laborbefund die Werte für das sogenannte „gute Choles­terin“ HDL und das „schlechte“ LDL. Doch aufgrund der insgesamt niedrigen Choles­terinwerte spielten sie aus meiner Sicht bei der Entstehung des Herzinfarktes auch keine Rolle. Rauchen, Bluthochdruck, ­Diabetes und Stress scheinen als Risikofaktoren ebenfalls nicht in Frage zu kommen.

Die Erfahrung zeigt, dass es eine ganze Reihe von Herz­infarktpatienten gibt, die weder diese klassischen Risiko­faktoren aufweisen noch schwere Veränderungen in den Koronararterien haben. Hier besteht noch ein erheblicher Forschungsbedarf. Offenbar spielt die erbliche Belastung eine viel größere Rolle als bisher angenommen.


Aus der ärztlichen Praxis

Störfeldsuche erlöste von ­hartnäckigem Rückenleiden

Dr. med. Sebastian Boekels

Frau Birgit S., eine sportlich wirkende Frau von 50 Jahren, kam wegen Rückenschmerzen in unsere Praxis. Die Schmerzen waren ihr anzusehen, sie bewegte sich nur noch vorsichtig und war sehr steif. Sie berichtete: „Ich habe nun seit zwei Jahren fast immer Rückenschmerzen. Ich habe schon so viele Ärzte durch.“ Am besten helfe ihr noch der Orthopäde H. im Nachbarort, der zur Zeit aber in Urlaub sei. Dr. H. mache Akupunktur und behandle sie mit Osteopathie. Daneben müsse sie aber täglich Diclofenac als Schmerzmittel nehmen. „Die Behandlungen tun mir zwar gut, halten aber höchstens ein paar Tage an. Dann fängt der ganze Schlamassel von vorne an.


Naturheilkundlicher Rat

Hautkrankheit: Lichen sclerosus

Dr. med. Ella Neumann

„Mein Sohn, 22 Jahre alt, ist an der seltenen Hautkrankheit Lichen sclerosus erkrankt. Dies wurde durch eine Gewebeprobe bestätigt. Außer einer Behandlung mit Kortison kennen wir keine andere Therapiemöglichkeit. Können Sie uns Alternativen aufzeigen?“

Beim Lichen sclerosus handelt es sich um eine erworbene, seltene und leider kaum erforschte entzündliche Bindegewebserkrankung der Haut. Unter „Lichen“ versteht man eine reaktive Verdickung der Oberhaut, unter „Sklerose“ eine reaktive, etwa durch Entzündung bedingte Vermehrung des Bindegewebes, wobei sich das Gewebe tastbar verhärtet. Die Hauterkrankung ist nicht ansteckend. Von der Krankheit kann jede Hautpartie inklusive der Genitalien betroffen sein.

Aus naturheilkundlicher Sicht ist es in diesem Fall grundsätzlich sinnvoll, den Stoffwechsel über die Er­nährung zu optimaler Arbeit anzuregen und die Entzündungstätigkeit zu dämpfen. Wichtig ist dabei, dass dem Körper täglich zwei bis drei Liter am besten stilles, mineralarmes Wasser oder Kräutertee zugeführt werden. Frisches Gemüse und Obst, auch roh, sind empfehlenswert sowie Vollkornprodukte in Maßen. Für einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen empfehle ich eine fleischlose und insgesamt eiweißarme Kost zur Entzündungsreduktion. Danach können Eiweiße (Fleisch, Käse, Wurst) hin und wieder wieder in den Speiseplan aufgenommen werden.


Was mir geholfen hat

Die Entfernung der Zahnspange beendet Migräne

Die Migräneanfälle von Frederik (Name geändert) wurden zunächst mit Mobbing in der Schule in Zusammenhang gebracht und dem zunehmendem Leis­tungsdruck nach einem Schulwechsel. Osteopathische Behandlungen milderten das Leiden, doch erst mit der Entfernung der Zahnspange hörten die Migräneanfälle schlagartig auf.

Aus der ärztlichen Praxis

Augentraining bremst ­Altersweitsichtigkeit aus

Dr. med. Brigitte Schüler

Die 40-jährige selbstständige Steuer­beraterin Isolde S. arbeitet fast ausnahmslos am Computer und muss dabei viel lesen, meist klein geschriebene Tabellen oder Texte. In den vergangenen Jahren bemerkte sie eine zunehmende Leseschwäche. Gleichzeitig fühlten sich ihre Augen überanstrengt an. Besonders nach stressigen Arbeitstagen ohne Entspannungspausen, konnte sie phasenweise nur noch verschwommen sehen.


Was mir geholfen hat

Trauma-Therapie nach Fehlgeburt

Auch die dritte Schwangerschaft lief bei Alexandra Henning zunächst glatt – bis in der 12. Woche Blutungen einsetzten. Sie endeten mit einer Fehlgeburt. Trauer und aufgewühlte Gedanken begleiteten den Verlust. Eine Trauma-Therapeutin half mit ihrer Gesprächs­methode, das Erlebte zu verarbeiten und das Schicksal anzunehmen.

Naturheilkundlicher Rat

Endometriose

Verena Rosar, Heilpraktikerin

?Ich (41 J.) leide seit acht Jahren an ­Endometriose. Ins­gesamt fünf Mal wurden bereits über eine Bauchspiegelung Endometrioseherde entfernt – zuletzt vor sieben Monaten. In der hinteren Gebärmutterwand sitzt noch eine verkapselte Endometriosezyste oder ein Myom und macht mir das Leben schwer. Dieses Gebilde drückt gegen den Enddarm und verursacht große Schmerzen im Rücken- und Verdauungsbereich. Mir wurde geraten, die gesamte Gebärmutter und den linken Eierstock zu entfernen. Es wurde alles versucht, um die Endometriose einzudämmen, und nun muss ich mich doch einer Totaloperation unterziehen. Sehen Sie noch eine andere Lösung?

!Die Endometriose ist ­eine gutartige, aber schmerzhafte chronische Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommt. Solche ­Zell­inseln befinden sich meist im kleinen Becken. Sie können im Rhythmus des Zyklus bluten und das umliegende Gewebe reizen. Die Entstehungs­ursache ist unklar.

Das bei Ihnen noch vorhandene „Gebilde“ hat eine ungünstige Lage für einen operativen Zugriff bei gleichzeitigem Erhalt der Gebärmutter. Somit konnte es während des letzten Eingriffes nicht ebenso entfernt werden wie die übrigen Endometrioseherde. Wenn Sie Ihre Gebärmutter behalten möchten, sollten Sie auf jeden Fall noch eine weitere Expertenmeinung einholen. Namen und Adressen ausgewiesener Endometriosespezialisten finden sich im Internet über die Foren betroffener Frauen.

Die Endometriose wächst insbesondere durch Östrogeneinfluss. Viele hormon­ähnlich wirkende Schadstoffe aus der Umwelt potenzieren diesen Effekt. Lohnenswert wäre für Sie die folgende Vorgehensweise: Entgiften Sie den Körper gründlich mit entsprechenden Präparaten, z. B. von Phönix oder meta Fackler, unter gleichzeitiger Einhaltung einer basisch orientierten, vegetarischen Kost.

Endometriosezellen senden Entzündungsbotenstoffe aus, deren Produktion Sie mit einer fleischlosen Ernährung eindämmen können. Unterstützen können Sie die positive Umstellung des Stoffwechsels außerdem mit einer Heilfastenkur. Vermeiden Sie außerdem den Konsum von Leitungswasser, da es oft mit hormonellen Rückständen aus Medikamenten belastet ist. Regelmäßige Bäder mit basischen Salzen lindern Schmerzen und entspannen das Gewebe, indem sie für einen Abtransport saurer Stoffe über die Haut sorgen.

Zusätzliche Unterstützung bieten homöopathische Schmerzmittel wie Spascupreel® und Diluplex®, hoch dosierte Omega-3-Fettsäuren und Enzyme. Langfristig können Sie natürliches Progesteron (Gelbkörperhormon) in Form einer Creme nutzen, um den Östrogeneffekten entgegenzuwirken.

Auch manuelle Therapien wie die Osteopathie oder Fußreflexzonenmassagen bieten sich in Ihrem Fall an. Es sollte das Ziel aller Maßnahmen sein, das Schmerzniveau zu senken und der Wachstumstendenz von Endometriosezellen und/oder Myomen entgegenzuwirken. Ein schneller und sicherer Erfolg kann jedoch nicht versprochen werden, da der Weg der Umstimmung im Körper Zeit und Geduld erfordert.

Der „Naturheilkundliche Rat“ ersetzt nicht Untersuchung, Anamnese und Therapie durch einen naturheilkundlich tätigen Arzt.


Aus der ärztlichen Praxis

Gastritis: Magen durch ­basische Kost beruhigt

Peter Emmrich, Facharzt für Allgemeinmedizin

Holger Weißenfels (Name von der Redaktion geändert), ein 43-jähriger Finanzwirt, beklagte, dass bei einer Magenspiegelung der Keim Helicobacter pylori gefunden wurde, der ihm große Sorgen bereite. Er habe ständig Magenschmerzen, besonders nach dem Essen. Der Hausarzt habe eine Kombination dreier Medikamente (zwei Antibiotika und einen Magensäurehemmer) verordnet – die sogenannte „Triple-Therapie“ (siehe auch „Wann muss der Magenteufel wirklich raus?“ in Naturarzt 3/2006). Als er die Beipackzettel gelesen habe, sei ihm ganz anders geworden. Deshalb wünsche er eine alternative Behandlung.


Was mir geholfen hat

Rote Bete gegen Blutarmut in der Schwangerschaft

Die Schwangerschaft von Irene Unfried begann ohne Probleme. Im sechsten Monat jedoch sanken die Hämoglobinwerte ab und sie bekam frühzeitig Wehen. Im Krankenhaus wurden ihr Eisenpräparate gegeben, aber die Werte erhöhten sich nicht. Die werdende Mutter und ihr Ehemann suchten andere Lösungen und fanden die Rote Bete. Nachdem meine erste Schwangerschaft ohne Komplikationen verlaufen ist, war mir auch diesmal nicht bange. In den ­ers­ten fünf Monaten fühlte ich mich sehr wohl. Dann sanken die Hämoglobinwerte (Hb) bei der Schwangerschaftsvorsorge von Mal zu Mal ab. Ich wurde müde und bekam auch noch vorzeitige Wehen, weshalb ich letztlich bis zur Geburt im Krankenhaus bleiben musste.

Aus der ärztlichen Praxis

Tinnitus: Ohrgeräusche nur die Spitze des Eisbergs

Dr. med. Bernharda Schinke

Frau Beate M., 40 Jahre alt, klagte seit etwa zwei Wochen über ein lautes ­Rauschen im rechten Ohr. Besonders nachts sei es die Hölle. Seit Tagen hatte sie kein Auge zugetan. Sie wirkte müde und erschöpft. Ihr Vater war vor drei Monaten verstorben, und nun hatte sie als einzige Tochter neben der Versorgung der eigenen Familie und ihrem Beruf noch vieles zu regeln. Das hatte sie viel Kraft gekostet. Außerdem beherrschte sie die Angst, dass das Ohrgeräusch (Tinnitus) andauern könne. Frau M. gab im Erstgespräch an, schon vor dem Auftreten des Tinnitus sehr ­lärm­empfindlich und gereizt gewesen zu sein. Sie klagte über Kälte an Händen und Füßen sowie ein ständiges inneres Frieren, dem auch warme Kleidung keine Abhilfe schaffen konnte. Nebenbei fand sie ihren häufigen Harndrang sehr lästig. In den letzten Monaten litt sie oft unter Harnwegsinfekten, die stets antibiotisch behandelt wurden.


Naturheilkundlicher Rat

Individuelle ­Bluthochdruck-Behandlung

Dr. med. Rainer Matejka

„Seit einigen Jahren liegt bei mir (63 Jahre, männlich) ein essenzieller Bluthochdruck vor. Ich versuchte ihn mit homöopathischen Komplexmitteln zu senken, jedoch erfolglos. In Absprache mit meinem Hausarzt begann ich vor sieben Monaten eine schulmedizinische Behandlung mit zwei verschiedenen Blutdrucksenkern. Mit einigen Ausrutschern hat sich mein erhöhter Blutdruck unter dieser Medikation stabilisiert. Zur Herzstärkung nehme ich täglich 450 mg eines Weißdornpräparates. Außerdem liegt bei mir eine Hashimoto-Thyreoiditis vor, eine durch eine Autoimmunerkrankung entzündete Schilddrüse mit Unterfunktion, weshalb ich auch regelmäßig das Schilddrüsenhormon L-Thyroxin 75 einnehmen muss. Schließlich möchte ich noch meinen erhöhten Harndrang erwähnen, der mich stündlich auf die Toilette führt, obwohl meine Trinkmenge eher bescheiden ist. Ich frage mich, ob hier ein Störfaktor der Niere vorliegt. Können Sie mir zu einer ergänzenden Behandlung mit Pflanzenpräparaten raten?“

Um Ihren Blutdruck noch besser zu stabi­lisieren, könnten Sie
zu den schulmedizinischen Präparaten naturheilkundliche Mittel hinzunehmen wie etwa Antihypertonikum®Schuck oder Rauwolfia (D4) als Einzelmittelhomöopathikum. Das bewährte Präparat Homviotensin® gibt es in Deutschland nur noch als Tropfen, die Tabletten sind lediglich in Österreich zugelassen.

Ich denke auch an eine Zusatzbehandlung mit homöopathisch-pflanzlichen Komplexmitteln zur Stabilisierung des vegetativen Nervensys­tems, das bei den ­meis­ten ­Patienten mit erhöhtem Blutdruck eine gewisse Rolle spielt. In Frage kommen Präparate wie Dysto-loges®, Neurapas balance® oder Kava Hevert Entspannungstropfen® für den Fall, dass ein Bedarf nach einem „dickeren Fell“ besteht.

Weißdorn reguliert den Blutdruck
Sie nehmen derzeit Weißdorn ein. Das ist sehr empfehlenswert, denn Weißdorn entfaltet auf den Blutdruck eine regulierende Wirkung. Hier könnten Sie die Dosis aus meiner Sicht verdoppeln, da man heutzutage meist eine Wirkstoffmenge von 900 Milligramm empfiehlt (z. B. 2-mal 1 Tablette Bomacorin® 450 mg). Nach etwa sechs bis acht Wochen sollte dann eine Bestandsaufnahme erfolgen, um festzustellen, ob die zusätzlichen Weißdorngaben „etwas gebracht“ haben.

Alternativ könnten Sie auch ein homöopathisiertes Weißdornpräparat einnehmen wie Cralonin®. Die Herstellerfirma hat dieses Mittel vor einigen Jahren gegen 5 mg des ACE-Hemmers Ramipril testen lassen und kam nach zweimonatiger Therapiedauer zu vergleichbaren blutdrucksenkenden Effekten. Allerdings betrug bei dieser Studie die Cralonin®-Dosis täglich 3-mal 20 Tropfen anstatt der sonst üblichen 3-mal 10 Tropfen. Trotz dieses positiven Ergebnisses bekam das Mittel offenbar keine Zulassung für die Indikation „Bluthochdruck“, sondern nur für die Herz-Kreislauf-Unterstützung. Ich persönlich setze Cralonin gern und häufig bei verschiedenen Herzbeschwerden wie Herzstolpern, latente Herzinsuffizienz, Herzunruhe und schwankendem Bluthochdruck ein.

Bei Hashimoto kein Jod, dafür Selen
Wegen Ihrer Hashimoto-­Erkrankung sollte man das Thy­reotropin (TSH-Wert) überprüfen, das von der ­Hirn­­anhangsdrüse aus die Schilddrüse steuert und idealerweise zwischen 0,4 und 1,3 µU/ml liegt. Danach sollte sich die L-Thyroxin-Gabe richten. Jodid ist bei Hashimoto zu meiden, stattdessen ist die Einnahme von Selen sinnvoll. Wie hoch die Immunaktivität ist, lässt sich über die Höhe der TPO-Antikörper ermessen.

Es ist denkbar, dass der erhöhte Harndrang in Wechselwirkung mit dem Blutdruck steht. Man spricht auch von einem Minutenvolumenhochdruck, wenn durch einen erhöhten Herzschlag das Minutenvolumen des durchgepumpten Blutes stark ansteigt. In diesem Fall wären alle Blutdruckmittel sinnvoll, die diesem Minutenvolumenhochdruck entgegenwirken, also schulmedizinische Betablocker wie Bisoprolol sowie pflanzentherapeutisch der Weißdorn, welcher ebenfalls milde Betablockereffekte entfaltet, sowie Rauwolfia mit ihrer zentralnervös-vegetativ beruhigenden Wirkung.

Für seltene Ursachen: Nierenwerte testen
Falls bei Ihnen eventuelle Störungen im Hormongefüge der Niere noch nicht überprüft wurden, wären neben der Bestimmung von Vitamin D auch das Renin, Aldosteron (Ausschluss des Conn-Syndroms) und gegebenenfalls die freien ­Catecholamine (Ausschluss eines Phäo­chro­mo­cytoms) zu überprüfen, um diese eher seltenen Ur­sachen eines Hochdrucks ­auszuschließen.

Es ist nicht einfach, einen erhöhten Blutdruck stabil in den Griff zu bekommen. Die Erfahrung lehrt, dass man therapeutisch immer wieder nachbessern muss, um schließlich einen individuell gangbaren Weg zu finden. Die klassisch-naturheilkundlichen Behandlungen mit Bewegung und Entspannung haben Sie sicherlich schon in Ihre Hochdrucktherapie miteinbezogen. Bedauerlicherweise reichen sie aber in vielen Fällen heutzutage alleine nicht aus.


Was mir geholfen hat

Fersensporn über Halswirbel und Hüfte behandelt

Eine Röntgenaufnahme bestätigte den Fersensporn und erklärte die Schmerzen beim Gehen. Gabi Amschler nahm entzündungs­hemmende Mittel, trug Schuheinlagen, ließ sich mit Stoss­wellen behandeln – es half nichts. Eine Heilpraktikerin entdeckte die Ursache und somit den erfolgreichen Behandlungsweg: die Stellung des Beckens.
Bei jedem Tritt schmerzte meine Ferse und ich hatte das Gefühl, als trete ich auf einen Reißnagel! Mein Orthopäde vermutete einen Fersensporn und fand auch prompt diesen kleinen Kalkdorn auf dem Röntgenbild, dort wo die Achillessehne mit dem Fersenbein verbunden ist. „Die Schmerzen verursacht ja nicht der Dorn, sondern das entzündete Gewebe, deshalb verschreibe ich Ihnen ein entzündungshemmendes Schmerzmittel.“ Dazu wurden spezielle Einlagen angefertigt. Ich kaufte einlagengeeignete Schuhe vom Haus- bis zum Sportschuh, was mein Finanzbudget empfindlich belastete.


Aus der ärztlichen Praxis

Gefährliche Ohrentzündung homöopathisch besiegt

Peter Emmrich, Facharzt für Allgemeinmedizin

„Mein linkes Ohr bereitet mir Probleme“, kam der 45-jährige Jörg Schwabe (Name von der Redaktion geändert) ohne Umschweife zum Punkt. Seine Ohrmuschel war stark gerötet und angeschwollen. Er hatte Tage zuvor im Garten gearbeitet und sich versehentlich mit schmutzigen Fingernägeln im Bereich des Gehörgangs gekratzt. Auf keinen Fall wollte er Antibiotika einnehmen, weil er von der Naturheilkunde überzeugt war. Ich klärte ihn auf, dass Keime vom Ohr über die Venen durchaus bis ins Gehirn wandern können, wo sie heftige Hirnhautentzündungen auszulösen vermögen. Solche Komplikationen sind selten, aber man sollte sich der Risiken bewusst sein.


Naturheilkundlicher Rat

Kindliches Immunsystem

Dr. med. Domenica Engelhardt

„Unser Enkelsohn ­erkrankte im Alter von sechs Monaten lebensgefährlich und wurde im Krankenhaus mit Antibiotika-Infusionen behandelt. Seitdem leidet er häufig unter Hus­ten, Schnupfen und Durchfall. Wir befürchten, dass seine Schwester Keime aus dem Kindergarten mitbringt. Wie können wir sein Immunsystem stärken?“

Um eine stabile Gesundheit zu erlangen, muss ein Kind Krankheiten durchmachen. Dadurch wird das Immun­sys­tem geschult. Man weiß, dass Kinder, die im Baby- und Kleinkindalter vielfach Infekte durchgemacht haben, dadurch einen bestimmten Schutz gegen Allergien erwerben. Acht bis zehn banale Infekte im Jahr sind für Kleinkinder völlig normal. Mit Eintritt in den Kindergarten wird das Kind einer Vielzahl von neuen Erregern ausgesetzt und die Infekthäufigkeit steigt üblicherweise erst einmal auf ungefähr zwölf Erkrankungen pro Jahr an. Bei Schulkindern rechnet man mit sechs bis acht und bei Jugendlichen mit fünf im Jahr.

Im Fall Ihres Enkels wird diese Phase durch den Kontakt zur Schwester, die schon den Kindergarten besucht, sicherlich etwas vorverlagert. Die Antibiotikagabe hat offensichtlich die natürliche Darmbesiedlung beeinträchtigt und somit das Immunsystem geschwächt. Ich empfehle Ihnen daher eine sogenannte Symbiose-Lenkung, die sich durchaus auch für Säuglinge eignet. Diese Arzneimittel enthalten lebende oder abgetötete Mikroorganismen oder Auszüge aus Bakterien. Gute Erfahrungen habe ich beispielsweise mit der aufbauenden Serie von Prosymbioflor®, Symbioflor®1 und Symbioflor®2 gemacht (alternativ: Mutaflor® Tropfen).

Gleichzeitig empfehle ich Zink als Zellstabilisator. Es ist wichtig für Wundheilung und Wachstum, vor allem aber für das Immunsystem. Ich würde es beim Säugling als Homöopathikum verabreichen, etwa Zincum metallicum D6 Globuli, dreimal am Tag drei Kügelchen.

Echinacea-Präparate können erst ab dem Schulalter angewandt werden, bis auf den Echinka-Kräutersirup, den man schon Kindern ab drei Jahren geben kann. Damit könnte man z. B. das Immunsystem der Schwester unterstützen.


Naturheilkundlicher Rat

Kniearthrose

Seit 6 Monaten hat meine Frau, 72 Jahre alt und leicht übergewichtig, Probleme mit dem Knie. Es wurden eine Kniegelenksarthrose mit Knorpelschaden und -ausdünnung sowie ein Meniskusschaden diagnostiziert. Gegen Schmerzen und akute Entzündungen legen wir Quarkwickel oder Kältepackungen auf. Ein Arzt für Homöopathie spritzt ihr gelegentlich homöopathische Komplexmittel (Traumeel®, Zeel® oder Cartilago suis Injeel). ...

Dr. med. Andreas Weiß